Schneeland (2004)

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Filmhandlung und Hintergrund

Schneeland: Dramatischer und manchmal drastischer Schicksalsreigen in Lappland. Lebens- und Liebesgeschichte.

Nach dem Tod ihres Mannes restlos aus der Bahn geworfen, gibt die schwedische Schriftstellerin Elisabeth (Maria Schrader) ihre Kinder zu Bekannten und zieht hinaus in den eisigen Norden des Landes. Dort lernte sie einst ihren Mann kennen und lieben, und dort will sie auch in der Einsamkeit sterben. Auf ihrem Weg nach Lappland hört sie die außergewöhnliche Liebesgeschichte von Aron (Thomas Kretschmann) und Ina (Julia Jentsch) und findet darüber zum eigenen Lebenswillen zurück.

Schwedische Geschichte mit deutschem Kern: Hans-Werner Geißendörfer verfilmte den erfolgreichen Roman der schwedischen Autorin Elisabeth Rynell, eine deutsche Starbesetzung verleiht den Protagonisten Gestalt.

Schriftstellerin Elisabeth verliert durch einen Autounfall ihren Mann. Sie verlässt Heim und Kinder, um in der Schneewüste Lapplands zu sterben, dort wo sie den Geliebten einst kennen lernte. Doch sie rappelt sich immer wieder hoch, findet Schutz in einem Einsiedlerhof, wo sie eine tote alte Frau entdeckt. Elisabeth beginnt in deren persönlichen Aufzeichnungen zu forschen.

Bei einem Autounfall verliert die Schriftstellerin Elisabeth ihren geliebten Gatten und beschließt, ihm in den Tod zu folgen. Sie macht sich auf in die Schneewüste Lapplands, wo sie ihrem Mann vor Jahren begegnete. In dieser unendlichen Landschaft stößt sie in der Nähe eines Einsiedlerhofes auf den eingefrorenen Leichnam einer alten Frau. Neugierig beginnt sie in den Aufzeichnungen der Toten zu forschen und stößt auf die Geschichte einer radikalen, außergewöhnlichen Liebe, die von einem dunklen Geheimnis überschattet wird.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Für seinen ersten Film nach über zehn Jahren dient Hans W. Geißendörfer als Vorlage der Roman “Schneeland” von Elisabeth Rynell. Fast über ein Jahrhundert erstreckt sich dieser Schicksalsreigen in Lappland, von den 1930er Jahren bis zur Gegenwart. Eine beachtliche Besetzung, darunter Ulrich Mühe, Maria Schrader, Thomas Kretschmann und Shooting-Star Julia Jentsch, bringt Gefühle in diese dramatische und manchmal drastische Lebens- und Liebesgeschichte.

    Durch sein Engagement als Schöpfer, Regisseur und Produzent der “Lindenstraße”, deren 1000. Folge am 30. Januar ausgestrahlt wird, ist Hans W. Geißendörfers Tätigkeit als Filmregisseur fast in Vergessenheit geraten. Nun kehrt der Macher von “Die gläserne Zelle”, “Der Zauberberg” oder “Justiz” zurück auf die Leinwand mit einem epischen Werk voller entfesselter Wucht vor der Kulisse einer kargen Berg- und Schneelandschaft. Fast ein Jahr lang dauerte die Motivsuche, bevor das Team in Mittelschweden nahe der norwegischen Grenze die ideale Landschaft fand, Schauplatz mehrerer Dramen.

    Es beginnt in der Jetztzeit: Die Schriftstellerin Elisabeth verliert durch einen Autounfall ihren Mann, verlässt Heim und Kinder, um in der Schneewüste Lapplands zu sterben, dort wo sie den Geliebten einst kennen lernte. Doch der Körper verweigert sich, immer wieder rappelt sie sich hoch, findet letztendlich Schutz in einem Einsiedlerhof und stößt auf eine tote alte Frau im Schnee. Aus einem Instinkt heraus kramt sie in der Schublade und entdeckt persönliche Aufzeichnungen. Daraus entwickelt sich in langen Rückblenden die Lebensgeschichte der Verblichenen. Nach dem Tod der Mutter wird Ina von ihrem Vater wie eine Sklavin gehalten und missbraucht, erst die Liebe zu einem fremden Pferdehirten löst sie aus dem Bann des dominierenden Alten – ein Akt der Gewalt.

    Wie ein Mosaik setzen sich die einzelnen Wahrheiten zu einer großen zusammen. Am Beispiel der Unbekannten schöpft auch die suizidgefährdete Elisabeth neuen Lebensmut. Es dauert sehr lange, bis sich die Handlungsfäden verständlich verknüpfen, die düstere Geschichte aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und die der verzweifelten Schriftstellerin. Letztere geht allerdings unter, zu sehr konzentriert sich Geißendörfer auf das Bergdrama von archaischer Kraft, betrachtet Natur und Mensch in ihrer Ursprünglichkeit als Einheit. Leid und Tod gehören hier zum Leben, da wird nichts verschwiegen oder verdrängt, selbst die niedrigsten Triebe nicht. Ambivalente Reaktionen und Abwehrhaltung sind vorprogrammiert, denn Geißendörfer guckt nicht weg, wenn es weh tut oder verzichtet auf verstörende Andeutungen, sondern setzt auf quälende Direktheit. So ist die Drastik der Darstellung – sei es die brutale Vergewaltigung durch den Vater oder die detaillierte Säuberung des in den eigenen Fäkalien liegenden Einöd-Bauern durch die Tochter – oft an der Grenze des Erträglichen. Die Erzählung über mehrere Generationen und Zeitebenen beeindruckt vor allem durch die Kamera-Arbeit (Hans-Günther Bücking) und durch streckenweise schmerzhafte schauspielerische Intensität. Ulrich Mühe spielt den Vater in seiner abgrundtiefen Bosheit und Menschenverachtung wie ein Berserker, Julia Jentsch als Opfer zeigt nicht nur Nacktheit des geschundenen Körpers, sondern auch der gepeinigten Seele. “Schneeland” – nicht nur ein Kinostoff, sondern auch Stoff für heiße Kontroversen. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

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    Ulrich Mühe ist tot

    Der Schauspieler aus dem oscargekrönten Drama "Das Leben der anderen" ist nach einer schweren Krebserkrankung überraschend verstorben.

  • Insgesamt sechs mal ging die Lola an "Alles auf Zucker!", unter anderem in den Kategorien Film, Regie und bester Hauptdarsteller.

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