Schenk mir dein Herz (2010)

Schenk mir dein Herz Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Schenk mir dein Herz: Herzerwärmende Tragikomödie um einen sarkastischen Schlagerstar, der nach einem Herzinfarkt an Gedächtnislücken leidet und zu einem besseren Menschen wird.

Alexander ist sein Erfolg als Schlagerstar zu Kopf gestiegen. Als der blasierte Mistkerl einen Herzinfarkt und damit auch eine teilweise Amnesie erleidet, muss er sich neu zurechtfinden. Im Reha-Zentrum nimmt ihn der ältere Mitpatient Heinrich unter die Fittiche. Der Pianist beginnt mit ihm zu musizieren, ein heilsamer Prozess für Alexander, der sich nicht nur wieder erinnern kann, sondern auch Fehler erkennt und berichtigt – etwa in seinem Verhalten zu Frau, Kind und Geliebter.

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Kritikerrezensionen

  • „Schenk mir dein Herz“ ist das Kinofilmdebüt der TV-Regisseurin Nicole Weegmann. Die sanft swingende Komödie über die Heilungskraft der Musik erzählt von der Chance, die der Gedächtnisverlust einem Egoisten gibt, ein besserer Mensch zu werden. Besonders charmant ist das Trio alter Männer mit dem Jazzpianisten Heinrich, den Paul Kuhn spielt, im Zentrum. Der Musiker bereichert den Film nicht nur mit seinen Kompositionen und seinem Klavierspiel, sondern auch mit dem Humor und der Gelassenheit, die seine Figur ausstrahlt. Das Drehbuch stammt von Ruth Toma, der Autorin von Filmen wie „Solino“ und „Emmas Glück“.

    Die Idee an sich ist nicht neu: Eine Krankheit oder ein Unfall raubt dem Hauptcharakter das Gedächtnis. Im Laufe seiner allmählichen Genesung dämmert ihm, dass er früher ein ziemlich unsympathischer Mensch gewesen ist. Peter Lohmeyer spielt den vom Erfolg verwöhnten Schlagersänger Alexander Ludwig, der Jazz nicht mag und sich in seinem vermeintlichen Hotel über den schlechten Service beschwert. Mürrisch und stets ein wenig unbeteiligt, was sich zunächst ganz gut mit seiner Rolle des Vergesslichen verträgt, irrt er durch seine Tage in der Reha.

    Wieso benutzen Jazzmusiker so viele Akkorde, „wollt ihr euch nicht festlegen?“, fragt der Schlagersänger den Pianisten Heinrich. „Warum?“, kontert dieser in Spiellaune. Paul Kuhn ist der emotionale Mittelpunkt dieses Films. Mit großväterlicher Geduld und Einfühlung passt der über 80-jährige Heinrich auf den verwirrten Alexander auf, folgt ihm sogar zu seinem ehemaligen Zuhause, um der Ex-Frau und dem wütenden Sohn zu erklären, warum dieser meint, er wohne noch dort. Nur beim gemeinsamen Musikspiel mit Heinrich findet Alexander zu sich und es fallen ihm Texte seiner Lieder wieder ein. Heinrich holt zwei alte Freunde in seine Combo, die heimlich im Musiktherapiezimmer probt. Der Schlagzeuger Max, gespielt von Bernd Birkhahn, und der von Joe Sydow gespielte Bassist Johann passen sich in den launigen Dialogen mit Heinrich mal selbstironisch, mal belustigt beobachtend den Ball zu.

    Im Vergleich zu diesem gut aufgelegten Rentnertrio wirken die anderen, jüngeren Figuren ziemlich gestresst vom Leben. Alexanders Ex-Frau zürnt ihm noch wegen der Scheidung. Und seine jetzige Frau Maria zweifelt nicht ganz zu Unrecht an der Beziehung, wenn Alexander sie wieder mal fragt, „Kennen wir uns?“. Mina Tander lässt Maria im Laufe der Geschichte dank ihres lebhaften und herzlichen Spiels erblühen und sie auch als Sängerin der Combo gut aussehen.

    Den Reiz der locker dahinplätschernden Handlung macht das Wechselspiel dieser unterschiedlichen Charaktere aus, von denen viele sehr authentisch wirken. So stellt zum Beispiel Hannes Hellmann den Musik-Manager Silvio, der auf seinen Schlagerstar ebenso wenig wie auf seine Sonnenbrille verzichten will, überzeugend als Typen des Showbusiness dar. Der Film strahlt die Leichtigkeit von Paul Kuhns Musik aus und lässt dessen Charakter Heinrich immer wieder als moderierendes, oder treibendes Element die heitere Grundstimmung sichern.

    Fazit: Drei Jazzmusiker im fortgeschrittenen Rentenalter verhelfen einem Schlagersänger zu neuer Lebensfreude: lockere, beschwingte Unterhaltung mit dem charmanten Paul Kuhn.
  • Herzerwärmende Dramödie um einen Schlagerstar, der nach Gedächtnisverlust eine zweite Chance erhält und einer Jazz-Band beitritt.

    Wer hätte gedacht, dass man die 83-jährige deutsche Musikerlegende Paul Kuhn nach 16 Jahren Pause noch einmal in einer Rolle sieht – und sogar auf der Leinwand: Mit Charme und beschwingtem Jazz adelt er die tragikomische Reha-Ballade, in der sich ein sarkastischer Schlagerstar zum sympathischen Jazz-Gitarrist mausert.

    Peter Lohmeyer spielt ihn, zunächst als blasierten Mistkerl auf dem Höhepunkt seines Erfolges, der einen Herzinfarkt erleidet und in Folge dessen an schweren Gedächtnisstörungen. Seine zurückgenommene Performance lässt die Gefühlsausbrüche des stoischen Alexander Ludwig um so berührender wirken. Er wird in ein neurologisches Reha-Zentrum eingeliefert, wo er sich in einem Hotel für seine Tournee wähnt bis ihm auf der Suche nach der Minibar klar wird, dass dem nicht so ist. Seine Welt bricht zusammen. Denn die letzten zehn Lebensjahre sind in seinen Synapsen verschwunden: Sein Kurzzeitgedächtnis versagt wie in “Memento”.

    Für Alexander grüßt täglich das Murmeltier, was Running Gags bedingt, die eher tragisch denn komisch sind. Wie er mit sich ringt, verlorene Zeit, Identität und Leben wieder zu finden, mag konventionell als lockeres Drama mit Humor inszeniert sein. Aber die gekonnte Regie (Nicole Weegmann, “Rabenkinder”), Drehbuchleistung (Ruth Toma, “Kollaps”, “Solino”) und guten Darstellerleistungen heben “Schenk mir dein Herz” deutlich aus dem Durchschnitt heraus. Vor allem glänzt ein entspannt gealterter Paul Kuhn, der als Patient und Pianist mit dem prominenten Insassen eine Musiktherapie beginnt. Diese ist zwar schmerzhaft für Alexander, aber nicht nur heilsam, sondern bedeutet auch eine zweite Chance, alte Fehler zu sühnen, Aussöhnung zu suchen und ein besserer Mensch zu werden.

    Die gut austarierte Dramödie nimmt alle ihre Figuren ernst und gibt ihnen Würde, besonders auch Maria (Mina Tander aus “Maria, ihm schmeckt’s nicht!”), eigentlich ein herumstöckelndes Glamour-Bimbo mit eigenen Popstarlet-Ambitionen, für die Alex seine Frau (Catrin Striebeck) und sein Sohn (seit “Das Wunder von Bern” gewachsen: Louis Klamroth) verlassen hat, ist ein Mensch mit Gefühlen. Und das macht diese gelungene Mischung aus Familiendrama um einen Verwirrten und Loserkomödie mit Herz zu einem leicht bekömmlichen Film mit wundervollem Happy End. Dass es sich um eine TV-Produktion handelt, ist zwar jeden Moment sichtbar – ästhetische Offenbarungen braucht man nicht zu erwarten. Aber es sind ja die Gefühle und inneren Werte, die zählen. Und die stimmen bei der hinreißenden Hommage an den Jazz und Geschichte um Schicksalsschläge, die das Gute zutage fördern.

    tk.

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