Saint Jacques ... Pilgern auf Französisch (2005)

Originaltitel: Saint Jacques... La mecque
Userwertung (4)
  1. Ø 4.8

Filmhandlung und Hintergrund

Saint Jacques ... Pilgern auf Französisch: Irrwitzige Komödie um eine Reisegruppe auf dem Jakobsweg.

Jahr für Jahr begeben sich tausende Pilger aus allen Teilen der Welt auf den sogenannten Jakobsweg und legen auf der berühmten Strecke von Le Puy-en-Velay nach Santiago de Compostela rund 1500 Kilometer zu Fuß zurück. Während der beschwerliche Weg vor allem Wanderbegeisterte anzieht, treten die Geschwister Clara (Muriel Robin), Claude (Jean-Pierre Darroussin) und Pierre (Artus de Penguern) die Reise nicht ganz freiwillig an: Ihre Mutter hat vor ihrem Tod nämlich verfügen lassen, dass die zerstrittenen Kinder ihre beachtliche Hinterlassenschaft erst antreten dürfen, wenn sie gemeinsam auf Wallfahrt gehen. Um an das Geld zu kommen, bleibt den potentiellen Erben also keine andere Möglichkeit, als sich dem Wunsch ihrer Mutter zu beugen und sich auf den Pilgerpfad zu begeben. Widerwillig schließen sich die Geschwister, die schon seit Jahren kein Wort mehr miteinander gewechselt haben, einer Wandergruppe an, die von Reiseleiter Guy (Pascal Légitimus) angeführt wird und aus den unterschiedlichsten Persönlichkeiten besteht, die alle ihre eigenen Gründe die lange Wanderschaft haben. Mathilde (Marie Bunel) erholt sich von ihrer Chemotherapie, die beiden Abiturientinnen Elsa (Flore Vannier-Moreau) und Camille (Marie Kremer) haben die Reise geschenkt bekommen, der junge Araber Saïd (Nicolas Cazalé) ist auf der Suche nach seiner wahren Liebe und sein Cousin, der etwas unbedarfte Ramzi (Aymen Saïdi), wähnt sich auf dem Weg nach Mekka. Am Anfang gibt es zahlreiche Reibereien in der Gruppe, doch während des knapp zwei Monate andauernden Marschs zum Grab des Apostels Jakobus, entwickelt sich eine enge Bindung zwischen den Pilgern und auch die Beziehung der Geschwister wird zusehends besser.

Im Kino in deiner Nähe

Auf DVD & Blu-ray (3)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(4)
5
 
3 Stimmen
4
 
1 Stimme
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • 20 Jahre nach ihrem Publikumshit “Drei Männer und ein Baby” meldet sich Coline Serreau mit einer irrwitzigen Top-Komödie kraftvoll auf die Leinwand zurück.

    Der Jakobsweg, vor einigen Jahren noch Geheimtipp unter Wanderern und Esoterikern, ist heute manchmal ein Trampelpfad, auf dem sich ein kunterbuntes Völkchen Blasen an den Füßen holt und Freundschaften schließt. Wohl die wenigsten wissen die Hintergründe der Jakobusverehrung oder der Pilgerfahrt, so wie die drei unsportlichen Protagonisten dieser unterhaltenden Komödie mit Gefühlsgipfeln. Da erhalten die Geschwister, die sich aus den Augen verloren hatten, das Erbe ihrer Mutter erst, wenn sie sich auf den Weg nach Santiago de Compostela machen. No way, sagen sie sich zornentbrannt. Denn erstens sind sie sich spinnefeind, zweitens ungläubig und drittens körperlich nicht fit für solche Strapazen. Aber der Mammon lockt und bald geht’s los mit einer Reisegruppe, in der jeder neben zu voll gestopften Rucksäcken auch jede Menge Macken auf dem Buckel hat. Die illusionslose Lehrerin Clara möchte am liebsten alle auf den Mond schießen, der Unternehmer Pierre hängt ständig am Handy und Claude ist bekennender Alkoholiker mit Sozialhilfe, pendelte schon immer “zwischen Bar und Bumsen”, wie er es lakonisch beschreibt. Das familiäre Trio nervt die anderen Teilnehmer, darunter ein junger Araber, der nur wegen der Liebe zu einer französischen Studentin mittrabt, sein naiver und des Schreibens unkundiger Cousin, der sich auf Pilgerfahrt nach Mekka glaubt und mit “Allahu akbar”-Rufen irritiert oder eine vom Krebs Genesende auf Liebessuche. Nach anfänglichen verbalen Spitzen und fast tätlichen Auseinandersetzungen, wächst das Gruppengefühl beim Teilen von dünner Suppe und harten Betten, beim Frieren unter kalten Duschen und Schwitzen unter der Sonne des Südens. Gemeinsames Leid verbindet.

    Die Komik driftet nie in Klamauk ab, nicht zuletzt wegen eingefügter Traumsequenzen, spitzzüngigen Dialogen und bestens ausgewählten Schauspielern, allen voran Jean-Pierre Darroussin, der als einziger ohne Gepäck durch Wald und Wiesen stolpert, immer die nächste Theke mit dem nächsten Whisky im Blick und dabei in seiner Lebens-Unfähigkeit Mitleid erweckt. Wenn am Ende die aufs Erbe fixierten Störenfriede die Freuden der Gemeinsamkeit entdecken und freiwillig weiter mitwandern, sich Paare finden und Clara ihr Herz für den Analphabeten öffnet, lösen sich alle Probleme in (Weih)Rauch auf. Vielleicht trägt eine solche Pilgerreise wirklich zur Läuterung bei. mk.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kommentare