Rocky Balboa (2006)

Rocky Balboa Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Rocky Balboa: Sechster und letzter "Rocky"-Film, mit dem der "Italian Stallion" zu seinen Wurzeln und in den Ring zurückkehrt.

Mittfünfziger Rocky Balboa (Sylvester Stallone) hat dem Boxgeschäft seit langem den Rücken gekehrt. Vom Ruhm als Schwergewichtsweltmeister ist ihm wenig geblieben. Sein Restaurant in Philadelphia läuft schlecht, weshalb es den Witwer notgedrungen wieder in den Ring zieht. In einem virtuellen Vergleich gelingt es ihm, den amtierenden Champ Mason “The Line” Dixon (Antonio Traver) zu besiegen. Der bietet ihm daraufhin ein echtes Match an. Paulie (Burt Young) und Rockys Sohn (Milo Ventimiglia) trainieren ihn.

Zum sechsten Mal seit dem Klassiker von 1976 zieht sich Sly Stallone wieder die Boxhandschuhe an, um zu seiner Größe als Underdog-Ikone zurückzukehren. 16 Jahre nach dem letzten Auftritt als Rocky gibt er – im Film wie im Leben – ein furioses Comeback.

Nach dem Tod seiner Frau Adrian führt Rocky ein bescheidenes Leben und ein kleines Restaurant. Im Unterschied zu Schwager Paulie ist Rocky in seinen Erinnerungen an das verlorene Glück gefangen, bis er aus seiner Melancholie geweckt wird. Eine alte Bekannte gibt ihm das Gefühl, wieder gebraucht zu werden. Und ein Weltmeister erkennt, dass man einen alten Fighter mit Herz boxen muss, um als junger Champ die Fans zu erobern.

Es gibt ihn noch, den legendären Faustkämpfer Rocky. Witwer ist er inzwischen, den Hut trägt er aber immer noch verwegen schief am Kopf, und die täglichen Klimmzüge absolviert er an der Teppichstange hinterm Haus. Sein kleines Restaurant ernährt ihn redlich, doch etwas fehlt. Da gibt ihm eine Frau wieder das Gefühl, dass er gebraucht wird, und der regierende Box-Champion willigt tatsächlich ein, seinen Titel zu verteidigen. Gemeinsam mit dem ewig Zigarre-kauenden Schwager und Ex-Trainer Paulie bereitet Rocky sein Comeback vor.

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Kritiken und Bewertungen

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    Wer hätte gedacht, dass Sylvester Stallone mit der fünften Fortsetzung des Boxerdramas um den Underdog Rocky noch einmal an den Erfolg des Originals anschließen könnte. Alle Wettchancen standen dagegen. Ein lächerlich gescheitertes Comeback schien wahrscheinlich: Wie soll man die Geschichte eines 58-jährigen Box-Veteranen ernst nehmen, der gegen den amtierenden und ungeschlagenen Schwergewichtweltmeister nicht nur antritt, sondern auch einen spannenden Kampf bieten kann?

    Regisseur Sylvester Stallone aber konzentrierte sich bei seinem Drehbuch, bei der Inszenierung und dann auch bei seiner Verkörperung des Titelhelden ganz darauf, gerade dieses plausibel zu machen. So gelang es ihm, Rocky wieder zu einem sympathischen Protagonisten zu machen, dessen Ausstrahlung so intensiv ist, dass man ihm dieses sportliche Wunder dann doch zutraut, ohne dass dies je lächerlich wirkt.

    Über weite Strecken porträtiert der Film ganz unspektakulär und einfühlsam das Bild eines einstigen gealterten Champions, der sich die Frage stellen muss, wie er als alter Mann mit seinem Mythos umgehen kann. Die Menschen erkennen ihn auf der Straße und zollen ihm Respekt, aber auf eine leicht herablassende Art und Weise. Seine Zeiten sind vorbei, jetzt soll er immer wieder die alten Geschichten wiedererzählen und sich zusammen mit wildfremden Menschen fotografieren lassen.

    Die neue, zuerst von niemandem außer ihm selber ernst genommene Herausforderung macht es ihm aber möglich, dieses Leben in der Vergangenheit hinter sich zu lassen, und durch diese Entwicklung bekommt der Film eine durchgängig positive Grundstimmung.

    Sowohl die Filmfigur Rocky wie auch der Filmemacher Stallone wirken hier so selbstbewusst und in sich ruhend, dass der Film sich solche altbekannten Genrekonventionen wie die Dämonisierung des Gegners, die dramatischen Umstände, die den Boxer zum Match zwingen oder die schwere Krise kurz vor dem Kampf, wenn der Held seine inneren Dämonen überwinden muss, schenken kann.

    Statt dessen wird Wert auf die Charakterzeichnung seiner neu entstehenden Familie gelegt, die durch das Match zusammenkommt und sich bewährt. Auch das Training, das in den früheren Filmen wie eine lange und quälende Bewährungsprobe in Szene gesetzt wurde, wird hier eher lakonisch und mit sanft parodistischen Stilmitteln abgehandelt.

    Der Kampf selber ist dann sehr packend und vielfältig inszeniert. Bei jeder Runde wechseln Stil und Intensität, und so sieht man das Match 'mal wie bei einer Fernsehübertragung, 'mal in schwarzweiß und in Zeitlupe wie in "Raging Bull" und dann mit rasantem Schnitt und extremen Nahaufnahmen. Auch dass Rocky nach seinem eigenen Kodex gewinnt, der nicht mit dem offiziellen Resultat übereinstimmt, ist ein schöner letzter Aufwärtshaken des Films . In "Rocky Balboa" geht es nicht um den Sieg, sondern um die Würde.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Einen Boxer jenseits der Fünfzig in den Ring steigen zu lassen, so kommt einem gleich in den Sinn, ist in etwa so, wie einen gealterten Schauspieler wieder in der Hauptrolle eines Mega-Hollywoodprojekts zu besetzen. Beides geschieht in „Rocky Balboa“, dem sechsten und wohl letzten Teil der Rocky-Serie.

    Als 1976 „Rocky“ in die Kinos kam, folgten in einigermaßen regelmäßigen Abständen neue Teile von dem Boxer mit Arbeiterklassen-Hintergrund, der durch einen Zufall die Chance bekommen hatte sich im Ring zu beweisen. Seit 1990 aber, seit Rocky V, war von dem fiktiven mehrfachen Schwergewichtsweltmeister nichts mehr zu hören.

    Jetzt ist er wieder da und kämpft seinen letzten Kampf. Rocky beweist sich unter Be-rücksichtigung seiner altersbedingten körperlichen Einschränkungen. Er will es noch einmal wissen. Er will den Gästen seines Restaurants neue Geschichten erzählen können und er will den Dämonen, die in ihm wohnen, seit seine Frau gestorben ist, den Kampf ansagen.

    Rocky ist traurigerer als früher, er hat seine geliebte Frau verloren und seine Umwelt bedeutet ihm nicht mehr allzu viel. Er lebt in der Vergangenheit. Diese Welt aber liegt in Trümmern. An jedem Todestag seiner Frau fährt er die Plätze ab, die ihm einst soviel bedeuteten.

    Plätze an denen er Adrian kennen lernte oder seine ersten Kämpfe ausfocht. Das Viertel in dem er früher lebte ist heruntergekommen und ein deprimierender Platz.
    Sein Sohn konnte sich aus seinem Schatten nicht befreien und belässt den Kontakt zu seinem Vater auf dem allernötigsten.

    Beiden, Rocky und Sylvester Stallone als Schauspieler, gelingt eine glaubhafte Dar-stellung. Stallone hat eine regelrechte Comingback-Phase eingeläutet, denn auch ein weiterer Teil mit seiner zweiten großen Erfolgsfigur, Rambo, befindet sich gerade in der Vorproduktion. Also wird es in nächster Zukunft auch ein Wiedersehen mit dem Vietnamveteranen geben.

    „Rocky Balboa“ ist ein würdiger Abschluss der Rocky-Saga. Der Film ist sowohl ver-ständlich und interessant für die, die noch keinen der alten Teile kennen und die al-ten Fans werden genügend mehr oder weniger versteckte Zitate an die Vorgänger finden.

    Fazit: Würdiger Abschied von Rocky, der es der aktuellen Boxerwelt noch einmal zeigen darf und würdiges Comeback für Sylvester Stallone, der in Zukunft mindestens noch einmal mit einer anderen altvertrauten Figur auf der Leinwand zu sehen sein wird.
  • Zum Ende seiner vier Jahrzehnte streifenden Boxersaga erinnert Sylvester Stallone an die Qualitäten des Anfangs.

    Seit 1976 ist Rocky aktiv, eroberte beim ersten Auftritt eine Frau und schließlich auch drei Oscars. Mit den Jahren und den Fortsetzungen durchpflügte Stallone die Karriere des “Italian Stallion” in Höhen und Tiefen, wurden die Gegner aus dem amerikanischen Gangland oder der sibirischen Tundra rekrutiert, um der Geschichte des Volkschampions weiteres Drama abzuringen. Im Abschluss seiner langlebigen Saga hätte Stallone einen genetisch geklonten, schmerzresistenten Retortenschläger aufbieten müssen, um das furchterregende Prügelpersonal der Vorgänger noch zu toppen. Balboas Synapsen mögen im Ring gelitten haben, die seines Erfinders sicher nicht.

    Wohl wissend, dass das Szenario mit den Boxmonstern ausgereizt ist, geht Stallone in seinem Drehbuch mehrere Schritte zurück, besinnt sich auf die Stärken des Originals: die intimen kleinen Charakterskizzen, den warmherzigen Ton, die Volksnähe seiner Figur und natürlich die Botschaft, dass Versuchen mit Versagen oder Siegen den Mann, nichts zu wagen aber den echten Verlierer macht. Nicht mehr dabei beim großen Finale ist Talia Shire, denn Adrian, ihre Figur und Rockys Frau, ist in den Jahren an Krebs gestorben. So liegt Melancholie über den Straßen von Philadelphia, auf denen Rocky regelmäßig die wichtigsten Eckpunkte seines Lebens mit Adrian ansteuert, das in der Tierhandlung begann und auf dem Friedhof endete. Schwager Paulie (Burt Young) ist immer noch sein bester Freund, Sohn Rocky Junior mittlerweile ein rückgratloser Büroroboter, der seinem alten Herrn die Schuld für sein geschundenes Selbstbewusstsein gibt. Rockys Tauben und die Flossenfreunde aus seinem Aquarium stehen nach dem Original ebenfalls wieder vor der Kamera – wie auch eine rotzfreche Göre, der Rockys Samaritertum damals schwer auf die Nerven ging. Marie ist jetzt erwachsen und die neue Hoffnung im Leben Rockys, auch wenn es nur zarte romantische Signale gibt.

    Diese Charaktere bilden das menschliche Beziehungsnetz, das Stallone gut eine Stunde aufbaut. Dann tritt der Film mit seinem körperlich unglaublich fitten 60-jährigen Star in die Actionphase ein. Nachdem ein TV-Sender in einem virtuellen Kampf Rocky gegen den ungeschlagenen, aber ungeliebten Champion Dixon antreten ließ und ihn zum Sieger bestimmte, kommt es tatsächlich zum Kampf der Generationen. Auch wenn der Film im letzten Drittel unnötig gehetzt wirkt, die legendäre, von den Fans erwartete Trainingsmontage mit dem krönenden Abschluss auf den Stufen über Philadelphia recht kurz kommt, geht mit Bill Contis klassischem Thema erneut ein Ruck durch den Ringbeobachter, erzielt dieser beste Rocky seit dem Original einen klaren Sieg nach Punkten. kob.

Darsteller und Crew

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