Plötzlich Millionär (2008)

Plötzlich Millionär Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 5

Filmhandlung und Hintergrund

Plötzlich Millionär: TV-Komödie um zwei Busfahrer, die mit dem Kapital einer Erbschaft ihre eingestellte Buslinie auf eigene Faust weiterbetreiben wollen.

Der frisch entlassene Harzer Busfahrer Benno hat überraschend eine Million Euro geerbt. Das kommt seinem ehemaligen Arbeitgeber gerade recht: Autohausbesitzer Brausewetter ist mit vier Millionen Euro verschuldet. Also entwirft er einen perfiden Plan, um Benno sein Erbe abzuluchsen. Der brave Sachse ist ein williges Opfer, das dem Reichtum ohnehin nicht gewachsen ist: Gattin Tanja fühlt sich durch seine plötzliche Vorliebe für Luxus ebenso abgestoßen wie sein bester Freund.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Selbst für einen Abreißkalender wäre die Botschaft dieses Film von ergreifender Schlichtheit: Geld allein macht nicht glücklich. Der Satz fällt sogar fast wörtlich, ausgesprochen von einem alten Mann, dessen offenkundige Lebenserfahrung der Binsenweisheit kräftig Nachdruck verliehen soll.

    Erkenntnis Nummer zwei, ohne entsprechenden Dialog: Geld verdirbt den Charakter. Dabei hat Busfahrer Benno (Uwe Steimle) eigentlich nur das Beste im Sinn: Als ihm seine Patentante, von der er allenfalls “Stickbilder und Häkelobst” erwartet hat, überraschend eine Million Euro hinterlässt, will er sogleich zur guten Tat schreiten und die soeben stillgelegte Harzer Buslinie reaktivieren. Zuvor allerdings erliegt er der einen oder anderen Versuchung, und am Ende ist das ganze schöne Geld futsch: Autohausbesitzer Brausewetter (Jürgen Tarrach) hat ihn ganz gemein aufs Kreuz gelegt. Jetzt steht Benno mit komplett leeren Händen da: Das Kaufhaus holt all die schönen Luxusgüter wieder ab, und seine patente Frau (Claudia Schmutzler) hat sich ob seines charakterlichen Abstiegs ebenso von ihm abgewandt wie sein bester Freund, Nachbar und Busfahrerkollege Axel (Thomas Rühmann).

    Eine einfache Geschichte also, dennoch bereitet “Plötzlich Millionär” ein gewisses Vergnügen, selbst wenn Martin Gies’ Inszenierung mitunter zeitlupenhaft wirkt. Doch es macht Spaß, Uwe Steimle bei der Arbeit zuzuschauen. Der Kabarettist ist ein viel zu guter Schauspieler, um den charakterlichen Wandel zur plumpen Moritat verkommen zu lassen. Meist wehrt sich Benno anfangs ja sogar gegen die Versuchungen. Entsprechend wichtig ist die Besetzung seines Gegenspielers. Jürgen Tarrach macht seine Sache so gut, dass man ihm auch als Zuschauer beinahe auf den Leim geht; selbst wenn von vornherein klar ist, dass es der unter einer Schuldenlast von vier Millionen Euro ächzende Autohändler allein auf Bennos Erbschaft abgesehen hat. Der Trick allerdings, mit dem er den gutgläubigen Busfahrer über den Tisch zieht, ist derart perfide, dass vermutlich auch weniger naive Zeitgenossen darauf reingefallen wären. Die Mischung aus eiskalter Berechnung und jovialer Liebenswürdigkeit verleiht Tarrach eine Erotik, die man ihm kaum zugetraut hätte.

    Natürlich ärgert auch dieser Film durch gewisse Stereotypen, weil sich die ARD einfach nicht von der Überzeugung abbringen lässt, ihr Freitagspublikum sei mindestens so schlicht gestrickt wie die auf diesem Sendeplatz verbreiteten Botschaften: Dramaturgisch wichtige Momente inszeniert Gies stets mit Ausrufezeichen, etwa einem Zoom in die Nahaufnahme eines Gesichts; das macht diese im Auftrag der Degeto hergestellten Produktionen mitunter ähnlich unerträglich wie die Lektüre von Texten, in denen die Schlüsselbegriffe fett markiert sind. Die gern klebrige Musik tut ein übriges; fast fühlt man sich verhöhnt, wenn eine innige Freundschaftsszene mit Benno und Axel vom Queen-Song “Friends Will Be Friends” untermalt wird.

    Wie schmal der Grat zwischen Subtilität und Holzhammer ist, beweist Gies auch an anderer Stelle, als Benno eine Spritztour mit Brausewetters Jaguar E-Type macht. An einer Gabelung biegt er erst rechts ab, um dann zu wenden und die andere Richtung einzuschlagen. Rechts, konnte man gerade noch erhaschen ging’s Richtung Elend (1 km), links zur Autobahn nach Berlin; schade, dass Gies das Hinweisschild extra noch mal in Großaufnahme zeigt. Aber so ist das eben freitags im “Ersten”: Wer mitdenken will, soll gefälligst “Wer wird Millionär” gucken. Immerhin dürfen die Sachsen sächsisch reden, was durchaus erwähnenswert ist, schließlich hat die angeblich regional doch so verwurzelte ARD diesen Dialekt gründlich aus ihrem Hauptprogramm eliminiert. tpg.

Darsteller und Crew

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