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PianoMania (2009) Film merken

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Filmhandlung und Hintergrund

PianoMania: Außergewöhnlich und eindrucksvoll dokumentiert: In nie endender Präzisionsarbeit stimmt ein Tontechniker Flügel für Klassikvirtuosen. Die humorvolle Arbeit über Lust und Last des Perfektionismus wendet sich aber nicht nur an Klassik-Insider.

Stefan Knüpfer ist Cheftechniker von “Steinway Austria”. Seine Arbeit an Konzertflügeln für so renommierte Pianisten wie Pierre-Laurent Aimard, Alfred Brendel und Lang Lang ist weit mehr als reines Handwerk, erfordert höchste Präzision, eine Pedanterie, die ans Verrückte grenzt. Was Knüpfer aber besonders auszeichnet beim Stimmen der Instrumente ist sein Enthusiasmus.

Stefan Knüpfer arbeitet als Cheftechniker von Steinway Austria enthusiastisch an Konzertflügeln für die renommiertesten Pianisten. Humorvolle Dokumentation über Lust und Last des Perfektionismus, nicht nur für Klassik-Insider.

Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Ort der Suche ist die Wiener Staatsoper: Stefan Knüpfer, der Cheftechniker bei "Steinway in Austria", steht im Mittelpunkt dieser Suche nach dem perfekten Ton. Seine Mitstreiter in diesem aufschlussreichen Dokumentarfilm sind Star-Pianisten wie Pierre-Laurent Aimard, Alfred Brendel und Lang Lang. Ihren Vorgaben muss der Klavierstimmer ebenso gerecht werden wie seinen eigenen Ansprüchen an Instrument und Klang. Diese nicht ganz alltägliche Alltagsstudie sorgt durch zahlreiche gelungene Momente für Abwechslung: Knüpfers Enthusiasmus steckt an, die originellen Einblicke in das Innenleben und die Funktionsweise der Konzertflügel erstaunen und die Arbeit hinter den Kulissen der klassischen Musikwelt fasziniert bis zur letzten Minute.

    Jurybegründung:

    Eine schöne dokumentarische Rarität. Der Untertitel von Pianomania skizziert das Sujet: "Die Suche nach dem perfekten Klang".

    Protagonist dieser Suche ist Stefan Knüpfer, seiner Profession nach Cheftechniker von "Steinway Austria" in Wien. Stefan Knüpfer ist ein Besessener. Gemeinsam mit weltberühmten Pianisten (u.a. Lang Lang und Alfred Brendel) ringt er in einer differenzierten Odyssee der Klänge um Vollkommenheit, eben um das Ideal des perfekten Klangs ("Es ist wie eine Forschungsarbeit").

    Im Zentrum des Films steht aber die einjährige Arbeit mit Pierre-Laurent Aimard an der Aufnahme von Bachs "Die Kunst der Fuge", eine Zeit der Experimente, des zähen Ringens um die Verwirklichung einer musikalischen Vision. Es ist eine Zeit voller Stress-Situationen, voller Rückschläge und kreativer Ungeduld, aber auch voller magischer und göttlicher Momente. Der Zuschauer erlebt und "erleidet" mit den Akteuren einen Einblick in eine ganz eigene intime Arbeitswelt, die Zuschauerblicken normalerweise verschlossen bleibt.

    "Das war ein Prozess, der sich über Jahre hinweg erstreckt hat", so Regisseurin Lilian Franck. Doch Pianomania trägt nicht die Spuren dieser schöpferischen Anstrengungen mit sich, die Narben des Kraftaktes aller Beteiligten. Der Film wirkt spielerisch leicht, fasziniert durch Phantasie und beschwingte Heiterkeit, ist unterhaltend im besten Sinne dieses Wortes und ausdrücklich auch für Zuschauer, die sich nicht als musikalische Insider verstehen, interessant und geeignet!

    Der Anspruch der Filmemacher "das komplexe Thema leicht wie auf Engelsflügeln daher kommen zu lassen" ist kein leeres Versprechen, sondern erfüllt sich auf das Glücklichste. Hervorzuheben sind ebenfalls die ungewöhnliche Kameraperspektiven, vor allem in das "Innenleben" der musikalischen Instrumente. Summa summarum: ein musikalisches Juwel und ein Zeitdokument der Kunst von erheblichem Rang!

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Außergewöhnlich und eindrucksvoll dokumentiert: In nie endender Präzisionsarbeit stimmt ein Tontechniker Flügel für Klassik-Virtuosen.

    Vorsicht ist geboten bei Sätzen wie “der Ton atmet nicht”. Dann steht Stefan Knüpfer, der Cheftechniker von “Steinway Austria”, oft vor scheinbar unlösbaren Problemen. Aber auf die Idee, auf den Pianisten zu schießen, würde er nie kommen: Denn einerseits sind dies weltberühmte Virtuosen wie Pierre-Laurent Aimard, Alfred Brendel und Lang Lang. Andererseits liebt Knüpfer seinen Beruf über alles und verströmt als Protagonist von Robert Cibis’ und Lilian Francks fokussierter und dennoch stets mühelos leichter Doku einen Enthusiasmus, der ansteckt.

    Das Beste ist: Die humorvolle Arbeit über Lust und Last des Perfektionismus wendet sich nicht nur an Klassik-Insider, sondern zeichnet auch für jeden Laien leicht verständlich nach, was hinter den Türen von großen Konzerthäusern (hier: Wien) geschieht. Als roter Faden erweisen sich die Vorbereitungen für die Aufnahmen von Bachs “Die Kunst der Fuge”, auf die Knüpfer und Star-Pianist Aimard ein ganzes Jahr lang hinarbeiten. Genau genommen nimmt Knüpfer stundenlang wie ein Besessener pedantisch Einstellungen am Innenleben diverser Flügel vor, bis sich der Maestro mit dem Klang zufrieden zeigt – was selten vorkommt.

    Das ständige Anpassen der Klangfarbe ist ein nie endender Prozess und mit prägnanten, aber unauffälligem Handwerk vermittelt die akustisch aufwändig gestaltete Doku die Faszination an diesem Perfektionsdrang. Nie schweift das Regieduo auch nur eine Minute ab, so sehr haben sie ihre Einblicke in einen ganz und gar ungewöhnlichen Arbeitsalltag im Griff. Der fällt mal nervenaufreibend spannend, mal leicht verrückt und nicht selten gelöst heiter aus, wird aber immer auf höchstem Niveau eingefangen. Wenn sich Knüpfer verschmitzt fragt, ob er neurotisch oder einfach nur spezialisiert ist, vermittelt das beschwingte Werk Freude und Fachkenntnis aller Beteiligter. tk.

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