Paradise Now (2005)

Paradise Now Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Paradise Now: Drama über zwei palästinensische Männer, die dazu bestimmt werden, sich als Selbstmordattentäter in Tel Aviv in die Luft zu sprengen.

Die Palästinenser Khaled (Ali Suliman) und Saïd (Kais Nashef) sind seit ihrer Kindheit dicke Freunde. Nun sollen sie gemeinsam mit Sprengstoff beladen nach Tel Aviv reisen und dort unter maximaler Passantenbeteiligung detonieren. Nicht einmal zum richtigen Abschied von der Familie reicht es, denn natürlich soll ihre Mission so geheim wie möglich bleiben. Als Belohnung winken Jungfrauen im Paradies. Zunächst jedoch sehen sich die zukünftigen Märtyrer mit recht irdischen Problemen und den Tücken des Objekts konfrontiert.

Eine gesunde Portion schwarzer Humor bricht die Tragik im fesselnden Gegenwartsdrama des israelisch-palästinensischen Regisseurs Hany Abu-Assad (“Rana’s Wedding”). Er wurde sogar mit Publikumspreis und Blauem Engel der 55. Berliner Filmfestspiele ausgezeichnet.

Die palästinensischen Freunde Khaled und Said werden dazu bestimmt, sich als Selbstmordattentäter in Tel Aviv in die Luft zu sprengen. Doch die Operation verläuft nicht wie geplant, die Freunde verlieren sich aus den Augen. Voneinander getrennt und ganz auf sich allein gestellt, stehen sie plötzlich vor der Aufgabe, für ihre Überzeugungen in letzter Konsequenz einzustehen.

Khaled und Saïd sehnen sich nach einem normalen Leben, wie es Millionen andere junge Leute auch führen. Doch ihr Alltag in Nablus wird bestimmt von der Willkür der Israelis. Deshalb willigen die Kumpels auch sofort ein, als man sie für einen Selbstmordanschlag in Tel Aviv auswählt. Eine letzte Nacht verbringen sie mit ihren Lieben, bis sie am Morgen gewaschen, rasiert, umgezogen und mit Sprengstoffgürteln versehen werden. Doch die Mission läuft gehörig schief, und in den nächsten Stunden kommt es zu einer wilden Jagd.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Regisseur und Drehbuchschreiber Hany Abu-Assad wirft mit „Paradise Now“ einen Blick ins Herz einer der kleinen terroristischen Zellen, die einen Anschlag vorbereitet hat, einen Blick, wie man ihn nicht in den Nachrichten vermittelt bekommt. Said und Khaled, die gar nicht fanatisch wirken, sondern durchaus sympathisch in ihrer schludrigen Haltung zur Welt, hatten sich mal freiwillig gemeldet zum Widerstand, und sie werden jetzt abgeholt. Sie wirken verloren vor der Videokamera, die ihre letzte Botschaft aufnehmen soll: Kalaschnikow und Palästinensertuch passen gar nicht zu ihnen, die Kamera funktioniert nicht richtig, die Terror-Organisatoren essen nebenbei ein Sandwich, und Said muss seiner Mutter auch noch mitteilen, wo sie billige Wasserfilter kaufen kann - später wird dann klar, dass die Abschiedsvideos der Selbstmordattentäter in palästinensischen Läden verkauft werden als eine Art Souvenir, das wiederum die Terroristen rückfinanziert.

    Es sind stellenweise die Mittel der Komödie, mit denen Hany Abu-Assad sein Drama ausstattet, und die dann wieder rückgebunden werden auf den tödlichen Plan des Terrors. Hinter dem vorgestellten Dilettantismus der Terrorgruppe, die in einem kahlen Kellergewölbe haust und das Bombenlegen als eine Art lästige Arbeit anzusehen scheint, liegt der absolute Ernst: Der Ernst der Bomben, die hochgehen werden und möglichst viele Israelis mitreißen sollen, der Ernst auch, der hinter der Organisation liegt, die sich der Konsequenzen ihres Tuns durchaus bewusst ist. Und der tiefe Ernst, der auf den Seelen von Khaled und Said liegt, die unter der Besatzung leiden und die mit allen Mitteln ihrem leidenden Volk helfen wollen.

    Bitterer Witz steckt in dem ernsten Film. Gewalt erzeugt Gegengewalt, ein palästinensischer Anschlag zieht israelische Raketen ziehen einen palästinensischen Anschlag nach sich. Unter der Oberfläche des normalen Lebens von Khaled und Said stecken jahrelange tiefe Demütigung und ein Bewusstsein der Erniedrigung, das chronisch geworden ist. Israel verübt Gewalt und sieht sich in der Opferrolle, und die Palästinenser opfern sich mit ihren umschnallbaren Bombengürteln – und gerade die Sicht in das Herz des palästinensischen Fanatismus zeigt, wie unentschuldbar das Handeln beider Seiten ist, und wie unausweichlich zugleich.

    Suha ist im Film die Stimme der Vernunft, sie will Widerstand leisten mit anderen Mitteln, ohne den Israelis weitere Vorwände zur Gewaltanwendung zu geben – doch sie bleibt ungehört, und wirklich wirkungsvolle Alternativen kann die Vernunft nicht bieten. Der Terror, die Wechselwirkungen von Besatzung und Widerstand, Rache und Opfer haben keinen Ausweg in diesem kleinen Film über das Töten.

    "Paradise Now" wurde auf den 55. Internationalen Filmfestspielen in Berlin 2005 mit dem Publikumspreis, dem Blauen Engel für den besten europäischen Film sowie dem Friedenspreis von Amnesty International ausgezeichnet.

    Fazit: „Paradise Now“ blickt auf das Handeln von palästinensischen Freiheitsterroristen, und kann und will dieses Handeln weder erklären noch entschuldigen.
  • Er war einer der heiß diskutiertesten Filme der Berlinale und galt lange als Favorit, Hany Abu-Assads Blick auf palästinensische Selbstmordattentäter. Zwei junge Männer aus Nablus sollen sich in Tel Aviv in die Luft sprengen und möglichst viele Opfer mit in den Tod reißen. Als Belohnung winkt das “Paradise now”. Doch die Operation läuft anders als geplant und beide stellen sich die Frage, wollen wir wirklich sterben oder unter diesen Umständen weiterleben. Eine Antwort gibt es nicht.

    Die letzten 24 Stunden im Leben zweier Selbstmordattentäter, ein brisantes und aktuelles Sujet mit Gefahr der Ideologisierung. Die umgeht der in Holland lebende Palästinenser Hany Abu-Assad jedoch geschickt. Khaleb und Said sind ganz normale Männer, sie gucken Frauen hinterher, erledigen im Job nur das Nötigste und fahren mit den Autos in der Gegend herum, kommen aber nicht weit. Denn sie leben auf der Westbank, wo sie schnell in den Straßensperren des israelischen Militärs enden.

    Als sie erfahren, dass sie erwählt sind, für “die Sache” zu sterben, verbringen sie die letzte Nacht bei der Familie. Am nächsten Morgen wäscht und rasiert man sie, steckt sie in schwarze Anzüge und weiße Hemden. Unter denen tragen sie mit Dynamit gefüllte Gürtel. Als der Versuch misslingt, nach Israel einzudringen, erhalten Leben und Tod eine neue Gewichtung.

    “Paradise Now” erzählt nüchtern von einem inneren Konflikt und bemüht sich, Polemik niedrigzuhalten. So zweifelt Khaled an der Richtigkeit des Tuns, versucht eine junge Exil-Palästinenserin den jungen Männern den Wahnsinn auszureden, macht sich am Ende Said allein auf tödliche Mission, vielleicht aus Scham über seinen als Kollaborateur exekutierten Vater und um die Ehre der Familie wiederherzustellen.

    Immer wieder bricht Abu-Assad die Dramatik mit slapstickartigen Szenen – wenn Khaled als aufrechter Kämpfer mit Kalaschnikoff und Palästinensertuch posiert und Politphrasen in das Abschiedsvideo plappert, den Text wiederholen muss, weil die Kamera nicht funktioniert, beim nächsten Mal die Gelegenheit nutzt, seiner Mutter zu sagen, wo sie Wasserfilter billig kaufen kann, die Techniker während der Tiraden gelangweilt ins Brot beißen oder ein Händler dem Helden in spe lapidar verkündet, die Videos von gedemütigten Kollaborateuren seien beliebter als die von stolzen Märtyrern.

    Es gibt keine klare Teilung in Gut und Böse, sondern nur Menschen mit ihren Ängsten, ihrer Hoffnungslosigkeit und ihrer Unsicherheit darüber, was Gut und was Böse ist. Der Kreislauf der Gewalt scheint jedenfalls nicht zu stoppen, solange die israelische Besatzung anhält. Wenn Said nicht in einen Bus mit Frauen und Kindern steigt, um sein mörderisches Werk zu vollenden, sondern in einen Bus mit Soldaten, ist das nur ein sehr schwacher Trost. Ein engagierter Verleih sollte sich für diese niederländisch-deutsch-französische Koproduktion auch bei uns finden. mk.

Darsteller und Crew

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