Ostwind 2 (2015)

Ostwind 2 Poster
Userwertung (30)
  1. Ø 4.3
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 2.5

Filmhandlung und Hintergrund

Ostwind 2: Fortsetzung des erfolgreichen Pferdeabenteuers um ein rebellisches Mädchen und seinen Hengst namens Ostwind.

Die Sommerferien stehen vor der Tür und diesmal kann Mika (Hanna Binke) die freie Zeit auch wirklich genießen, denn anders als im letzten Jahr wurde sie nicht wieder zum Lernen verdonnert und kann ihren Urlaub auf dem Gestüt ihrer Großmutter Maria Kaltenbach (Cornelia Froboess) in vollen Zügen auskosten. Außerdem kann sie es kaum erwarten, den schwarzen Hengst Ostwind wiederzusehen, schließlich verbindet die Beiden seit ihrem letzten Besuch eine innige Freundschaft. Da ist es auch nicht weiter schlimm, wenn ihre Eltern (Nina Kronjäger und Jürgen Vogel) mal zuhause bleiben. Bei ihrer Ankunft erwartet Mika aber ein Schock: Am Bauch von Ostwind entdeckt sie merkwürdige Verletzungen und zu allem Überfluss erfährt sie auch noch, dass der Reiterhof Kaltenbach kurz vor dem Bankrott steht und verkauft werden soll. Obwohl Mika einige Bedenken hat, nimmt sie an einem Vielseitigkeits-Turnier teil, bei dem der beste Reiter ein stattliches Preisgeld gewinnen kann. Mit dem Gewinn könnte sie den Bauernhof ihrer Oma retten, aber zunächst muss sie erstmal herausfinden, was mit Ostwind los ist. Der schwarze Hengst wirkt ständig nervös und verschwindet regelmäßig tief im Wald. Eines Tages beschließt Mika, ihm zu folgen und entdeckt den Grund für das merkwürdige Verhalten: Eine wunderschöne weiße Schimmel-Stute, die herrenlos auf einer Lichtung steht, hat ihrem tierischen Kameraden offenbar den Kopf verdreht. Wenig später lernt sie auch den Besitzer der Pferdedame kennen, den geheimnisvollen Milan (Jannis Niewöhner). Die beiden treffen eine Vereinbarung: Wenn sie ihm dabei hilft, die entlaufene Stute wieder einzufangen, will er ihr und Ostwind bei dem Turnier zum Sieg verhelfen.

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Eigentlich sollte Mika mit ihrer Freundin in den Sommerferien nach Frankreich fahren. Doch die Sehnsucht des Mädchens nach ihrem Pferd Ostwind ist einfach zu groß. Und so macht sich Mika heimlich auf den Weg nach Kaltenbach, dem Reiterhof der Großmutter, wo Ostwind schon auf sie wartet. Doch irgendwas ist diesmal anders, das spürt Mika ganz genau. Auf Kaltenbach sind viel weniger Pferde als sonst unterwegs, die Stimmung von allen ist im Keller. Als sich herausstellt, dass in der direkten Nachbarschaft ein viel modernerer Reiterhof seine Pforten geöffnet hat, wird Mika einiges klar. Zusammen mit Ostwind will Mika alles tun, um ihrer Großmutter zu helfen. Doch auch Ostwind benimmt sich komisch. Könnte das an der weißen Stute liegen, in die er sich verliebt hat? Eines ist sicher: Auch diese Sommerferien werden für Mika eine aufregende Zeit. Wie auch schon im ersten Teil sind es die Szenen zwischen Mika und dem Pferd Ostwind, die in OSTWIND 2 von Katja von Garnier nicht nur die Herzen der Pferdefans höher schlagen lassen. Mit traumhaft sicherem Gespür für große Gefühle und Timing sowie schwelgenden Bildern inszeniert die Regisseurin diese Sequenzen, in denen die Nähe zwischen Pferd und Mensch spürbar wird. Hanna Binke überzeugt erneut als wilde rebellische Mika, die in ihrer ungekünstelten Natürlichkeit zu ihren Überzeugungen steht, sich nicht benutzen lässt und unabhängig ihren eigenen Weg geht. Mit diesen Eigenschaften bietet sie sich als perfekte Identifikationsfigur für die jugendliche Zielgruppe an. Für den Humor sorgt Amber Bongard als Mikas beste Freundin, für die Romantik sorgt Jannis Niewöhner als junger Pferdetrainer Milan. Die Geschichte ist spannend bis zum Schluss, das Ensemble spielt mit großer Freude auf und sowohl Ausstattung als auch Setting sind grandios komponiert und in sonnige Farben getaucht. OSTWIND 2 ist eine mehr als würdige Fortsetzung des großen Erfolgs von 2013. Ein romantisches und begeisterndes Pferde-Abenteuer über ein starkes Mädchen, ein wildes Pferd und ihre unendliche Freundschaft.

    Jurybegründung:

    Die Sehnsucht nach ihrem geliebten Hengst Ostwind ist einfach stärker als die Verlockungen eines schönen Sommerferienaufenthaltes in Frankreich. Und so macht sich Mika auf den Weg zum Reiterhof Kaltenbach, wo sie leider schlimme Nachrichten erfahren muss: Die Bank will ihrer Oma und dem hoch verschuldeten Gut den Kredit kündigen und gibt ihr nur noch zwei Wochen Zeit. Ein hoch dotiertes Turnier soll die Rettung bringen. Aber Ostwind ist außer Form und benimmt sich außerdem sehr merkwürdig. Mika entdeckt tief im Wald nicht nur des Rätsels Lösung in Gestalt einer schönen weißen Pferdedame, sondern auch noch einen jungen Pferdemann namens Milan, der ihr seine Hilfe anbietet und vielleicht noch mehr....
    Auch im zweiten Teil von Mika und Ostwinds Abenteuern begeistern großartige Landschaftsaufnahmen und mitreißende Pferdeszenen in freiem Feld und beim Turnier. Ein besonderer Leckerbissen für Pferdefreunde dürfte die Dressurprüfung mit Ostwind ohne Sattel sein. Das Zusammenspiel von Mika und ihrem neuen Freund Milan mit den Pferden ist Harmonie pur.
    Die Besetzung mit namhaften Stars wie Tilo Prückner, Jürgen Vogel, Walter Sittler, Conny Froboess, Nina Kronjäger und Max Tidorf ist eindrucksvoll. Und Hanna Binke als Mika und Jannis Niewöhner als Milan spielen ihre Rollen überzeugend frisch und natürlich.
    Ein besonderes Lob verdienen die Kamera und die Musik mit einigen sehr passenden und eingängigen Songs. Dazu eine tolle Montage, welche im perfekten Fluss und bester Dynamik die Übergänge gestaltet, die Stimmungen und Zeitsprünge perfekt setzt.
    Sicher: Mit Realität hat diese Geschichte, dieses Wunschkonstrukt, nicht allzu viel zu tun.
    Andererseits ist OSTWIND 2 ein wunderschönes Märchen, eine Phantasiewelt voller schöner Illusionen. Das will der Film sein und er wird eine bestimmte Zielgruppe sicher mitreißen und begeistern. Und ein weiteres beachtenswertes Plus, das dieser Film zu bieten vermag, ist die Vermittlung besonderer Werte für junge Menschen: Mika ist nicht das ihrem Alter sonst entsprechende Stereotyp, sondern ein junges Mädchen, das den Schutz von Tier, Natur und Freiheit vor den Turnier-Ruhm und schicke Attribute der Konsumgesellschaft stellt.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Vor knapp drei Jahren gelang es der deutschen Filmemacherin Katja von Garnier, das belächelte Genre des Pferde-Mädchen-Filmes zu entstauben und mit "Ostwind" einen der Dauerbrenner des Kinojahres 2012 zu inszenieren. So wundert es kaum, dass sich für das zwei Jahre nach dem Film entstandene Buch-Sequel "Rückkehr nach Kaltenbach" sogleich die Filmrechte gesichert wurden. Erneut zeichnet Katja von Garnier für die Regie verantwortlich und versucht sichtlich, die Magie des Vorgängers zu wiederholen, mit deren Hilfe "Ostwind" eben nicht zu einer verkitschten "Mädchen-zähmt-Wildpferd"-Geschichte wurde, sondern zu einer Ode an den Reitsport in all seinen Facetten. Auch diesmal setzt der Cast um eine sichtlich gereifte Hanna Binke alles daran, die mit vielen Nebenplots gespickte Story möglichst lebensecht darzubringen. Doch das Skript macht allen Beteiligten einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Nicht nur, dass die Geschichte durch den Konflikt der bevorstehenden Reiterhof-Schließung, den Vorbereitungen aufs Turnier sowie dem geheimnisvollen Schimmel im Wald viel zu viel Inhalt bietet, um innerhalb eines einzigen Films aufbereitet zu werden, auch innerhalb der einzelnen Erzählstränge legt Drehbuch- (und Roman-) Autorin Lea Schmidbauer erstaunlich wenig Raffinesse an den Tag.

    In "Ostwind" war der Erzählton klar vorgegeben: Trotz einer beschwingten Grundstimmung und einem überdeutlich anvisierten Happy End hielt man sich durchgehend an realistischen Gegebenheiten auf und verzichtete auf allzu abgedrehte Ideen. In "Ostwind 2" hingegen verschwimmen die Grenzen zwischen Idealismus und Realität – alles was geschieht, ist beliebig und es gilt der Grundsatz "Alles ist möglich". Wenngleich es etwa lobenswert ist, dass der junge Zuschauer an den Dressursport herangeführt wird, so sind Inszenierung und Gestaltung der dargebotenen Kür vollkommen jenseits realer Sportverhältnisse. An sich fiele dieser Faux Pas wohl nur fachkundigem Publikum auf, dennoch steht er stellvertretend für eine Reihe überhöhter Gegebenheiten, die nach und nach dazu beitragen, dass die eingangs hervorgehobene Magie einer konstruierten Stimmung weicht.

    Während sich die Figuren ihrem Alter entsprechend weiterentwickelt haben und von dem aufstrebenden Nachwuchsschauspieler Jannis Niewöhner hervorragend ergänzt werden, tritt die Geschichte trotz ihrer enormen Ereignisdichte auf der Stelle. Selbst die eingestreuten, humoristischen Elemente wirken vielmehr gezwungen und kaum auf die anvisierte Zielgruppe abgestimmt, wenn etwa im Anbetracht des Kutschgeschirrs auf dessen sexuelle Verwendbarkeit angespielt wird. Aus technischer Sicht erweist sich „Ostwind 2“ gerade in den Stimmungssequenzen jedoch als berauschend. Kameramann Torsten Breuer weiß sie eleganten Tiere phänomenal in Szene zu setzen, sodass die mit schwelgerischer Musik untermalten Zeitlupenszenen zu den Highlights des Films avancieren. Darüber hinaus kann "Ostwind 2" jedoch nicht im Ansatz mit dem ersten Teil mithalten, dafür hat der Vorgänger die Messlatte einfach viel zu hoch angesetzt.

    Fazit: "Ostwind 2" verliert über die konstruierte Geschichte und die Unmenge an auftretenden Figuren die Magie des Vorgängers aus den Augen und steht dadurch auf viel zu wackeligen Beinen, um selbst die jüngeren Zuschauer geschlossen auf seine Seite zu ziehen.
  • “Bandits”-Macherin Katja von Garnier legt nach ihrer Dokumentation “Forever and a Day” über die deutsche Rock-Formation Scorpions mit “Ostwind 2″ bereits ihre zweite Regiearbeit vor, die 2015 in die Kinos kommt. Die Fortsetzung des Pferdeabenteuers für weibliche Teenager hält sich dabei ganz an das erfolgreiche Original, das es 2013 auf etwa 850.000 Besucher brachte. Dies betrifft sowohl die Besetzung als auch die Dramaturgie sowie die atmosphärischen Tier- und Landschaftsaufnahmen, die bereits bei “Ostwind – Zusammen sind wir frei” den Mehrwert gegenüber ähnlich gelagerten Filmen ausmachten. Konventionell ist die in der Art eines Enid-Blyton-Romans gestrickte Geschichte der unangepassten Mika (Hanna Binke), die in den Sommerferien den Reiterhof ihrer Oma (Conny Froboess) vor der Pleite rettet. Entsprechend halten sich Spannung und überraschende Plotwendungen für erfahrenere Kinogänger in Grenzen. Wenn es aber darum geht, die innige Beziehung zwischen Mensch und Tier herauszuarbeiten, dann laufen die Regisseurin und ihr langjähriger Kameramann Torsten Breuer einmal mehr zu Bestform auf. Dies beginnt in der Eröffnungssequenz, wenn Mika von Ostwind träumt wie er durch die Straßenschluchten der Stadt galoppiert, findet in der ersten Begegnung zwischen den beiden auf Gut Kaltenbach seine Fortsetzung und erreicht in den Sequenzen, in denen sich Mika auf das große Turnier vorbereitet, den Höhepunkt. Positiv fallen außerdem zwei neue Figuren auf: eine anmutige, wie ein Wildpferd lebende Schimmelstute, in die sich Ostwind verliebt, und ein junger, rauer Außenseiter und Pferdeexperte namens Milan, den Jannis Niewöhner, Star der “Edelstein”-Trilogie, mit starker Präsenz als Mikas Love Interest gibt. Erneut ist Verlass auf Froboess als ewig grummelnde Oma und Amber Bongard als erfrischend positive Fanny, Mikas Sidekick, die humorige Akzente im sonst vor allem auf Drama gebürsteten Film setzt. Das gilt insbesondere fürs Finale, wenn es um einen intriganten High-Tech-Nachbar-Reiterhof und einen fiesen Tierquäler geht, wo vielleicht ein bisschen zu stark auf die Drama-Tube gedrückt wird. Im Gedächtnis bleiben jene Aufnahmen in Slow Motion und Gegenlicht, wo Pferd und Reiter zu einer Einheit verschmelzen. lasso.

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