Oldboy (2013)

Filmhandlung und Hintergrund

In Spike Lees Remake des Klassikers von 2003 geht James Brolin durch die Hölle und jede Hoffnung auf Erlösung über Bord.

Ein knappes Jahr nach Park Chan-wooks exzellentem US-Debüt “Stoker – Die Unschuld endet” erlebt sein südkoreanisches Kult-Rachedrama eine amerikanische Wiedergeburt. Dabei gelingt es Regisseur Spike Lee und Drehbuchautor Mark Protosevich, die Themen, das sich puzzleartig erschließende Plot-Mysterium und auch dessen Twist zu wahren – wenn auch nicht ganz die eisenharte Konsequenz des Originals.

James Brolin entblößt sich emotional und körperlich in der Rolle des Werbeprofis Doucett, der ein Leben in Verantwortungslosigkeit als endlose Kette von Tiefpunkten führt, die zwischen Kaputtsaufen und Rumhuren ihn und seine Ehe zerstört haben. Als er eines Tages aus dem Vollrausch erwacht, liegt er allein in einem abgesperrten Raum, hält diesen zunächst für ein Hotelzimmer. Dass es hier kein Fenster gibt, bemerkt er bald, dass ein Check-out unmöglich ist, glaubt er die nächsten 20 Jahre, bis er narkotisiert wieder in die Freiheit entlassen wird. Während er nun, von Rachegedanken getrieben, nach Spuren seines unbekannten Peinigers sucht und mit der guten Seele Marie (Elizabeth Olsen) die Liste der Feinde auf einen Namen zu reduzieren versucht, ist ihm das Phantom immer voraus und setzt seinen perfiden Plan fort, in den auch Doucetts einziger emotionaler Bezugspunkt und Grund zum Überleben hineingezogen wird.

Berühmte Motive des Originals werden symbolisch zitiert (Tintenfisch), andere leicht variiert repliziert, wie der Amoklauf des Antihelden, der eine Welle von Angreifern mit einem Hammer bearbeitet. Herrmanneske Klänge im Soundtrack deuten eine teuflische Scharade im Geist von “Vertigo” an, und Lee zeigt seltenen Sinn für Humor, wenn amerikanische Helden, junge Footballspieler, reihenweise ausgeknockt werden, und Hypnose als Fundament für den Plot im Remake vom Fernsehgerät in Oldboys Zelle ersetzt wird. Was glaubwürdiger ist, hängt von der Disposition des Zuschauers ab, der hier ein Mysterydrama enträtseln kann, das auch ohne die lakonisch-surrealen Nuancen des Originals fesselt, auch ohne dessen Hyperintensität nie blutarm ist. Das nur als Warnung für sanfte Gemüter, die bei Lee immerhin christliche Buße erwarten können, wo Chan-wooks Oldboy noch ins Vergessen flüchtete. kob.

Joe Doucette ist ein Kotzbrocken, ständig betrunken und in den Betten anderer Frauen, während die Mutter seiner kleinen Tochter auf sich gestellt ist. Als er eines Tages in einem fensterlosen, versperrten Raum erwacht, ahnt er nicht, dass dieser für 20 Jahre sein Gefängnis werden wird. Nach dieser Zeit bekommt er seine Freiheit zurück und versucht das Phantom aufzuspüren, dem er diese grausame Bestrafung verdankt. Die Gründe dafür kennt er so wenig wie den perfiden Masterplan seines Peinigers, der längst noch kein Ende gefunden hat.

Ein Mann sucht nach den Motiven und dem Phantom, das ihm 20 Jahre seines Lebens nahm. Spike Lees gelungenes, werkgetreues US-Remake des südkoreanischen Racheklassikers von Park Chan-wook.

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (Ø 0)
    0
    0
    0
    0
    0
So werten die Kritiker (Ø 0)
    0
    0
    0
    0
    0

Cast und Crew

News und Stories

Bilder

Kommentare