Mitten im Sturm (2009)

Originaltitel: Within the Whirlwind
Mitten im Sturm Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Mitten im Sturm: Berührende Schicksalsgeschichte der Schriftstellerin Eugenia Ginzburg, die Stalins barbarischen Gulag in Sibirien durch die Kraft der Poesie überlebte.

Die Professorin für russische Literatur Eugenia Ginzburg genießt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen die Privilegien kommunistischer Apparatschiks, bis sie 1937 in die Mühlen stalinistischen Terrors gerät. Sie widerspricht dem Vorwurf, eine Trotzkistin zu sein, und weigert sich, Freunde und Kollegen zu denunzieren. Sie kommt in Einzelhaft und wird zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. In verschiedenen Lagern durchlebt sie die Hölle, verliert durch den Tod eines ihrer Kinder den Lebensmut und findet neue Hoffnung durch eine zarte Liebe zum wolgadeutschen Lagerarzt.

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Kritikerrezensionen

  • Berührende Schicksalsgeschichte der Schriftstellerin Eugenia Ginzburg, die Stalins barbarischen Gulag in Sibirien durch die Kraft der Poesie überlebte.

    Ein Filmstoff par excellence: Verwunderlich ist nur, dass diese Erinnerungen, die 1989 bzw. 1991 in Deutschland unter den Titeln “Marschroute meines Lebens” und “Gratwanderung” erschienen, nicht schon früher realisiert wurden. Marleen Gorris, Expertin in Frauenthemen (“Antonias Welt”, “Mrs. Dalloway”), erzählt nach der Vorlage von Eugenia Ginzburg vom Leben der Professorin für russische Literatur, die mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen die Privilegien kommunistischer Apparatchiks weit weg von der Hauptstadt in der sowjetischen Republik Tatarstan genießt und wie viele der Parteigenossen 1937 plötzlich in die Mühle stalinistischen Terrors gerät, sie widerspricht dem Vorwurf, eine Trotzkistin zu sein und weigert sich, Freunde und Kollegen zu denunzieren, kommt in Einzelhaft und wird zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. In verschiedenen Lagern durchlebt sie die Hölle, verliert durch den Tod eines ihrer Kinder den Lebensmut und findet doch neue Hoffnung durch eine zarte Liebe zum wolgadeutschen Lagerarzt.

    Die holländische Regisseurin findet ein Gleichgewicht zwischen den Elementen Politik und Horror, Liebesgeschichte und lebenserhaltende Lyrik. Geschickt visualisiert das Drama den Schnitt zwischen vorher und nachher, das bürgerliche Leben vor der Verhaftung in warmen Brauntönen und variantenreichen Lichtspiel, in Sibirien die düsteren mit kriminellen und politischen Gefangenen überfüllten Baracken. Als Kontrast dazu wirkt als Sehnsuchtschiffre der weiße und glitzernde Schnee in einer weiten Landschaft, die im Gegensatz zur Enge des Lagers wie ein Versprechen scheint. Durch den Verzicht auf explizite Gewaltszenen gewinnt der in englisch gedrehte Film an Glaubwürdigkeit, es reicht der Blick auf die Zeiger einer Uhr, um die Willkür zu verstehen, in der in einer sechsminütigen Verhandlung ein Urteil gefällt wird. Es genügen Bilder von einer Frau, die sich bewusst als Fliehende am Zaun erschießen lässt oder vom verzweifelte Selbstmord einer andern, oder die Aufnahme einer Dorfbewohnerin, die den Insassinnen des Todeszugs heimlich etwas Essbares zusteckt. Atemberaubend ist die Leistung der Hauptdarsteller. Emily Watson, die nach “Lushins Verteidigung” zum zweiten Mal mit Gorris zusammen arbeitet, ist mit ihrem offenem Gesicht und fragilen Schutzlosigkeit eine schauspielerische Offenbarung, virtuos verkörpert Ulrich Tukur den Mediziner, der trotz aller Erbarmungswürdigkeit für ein Stück Menschenwürde sorgt. Er kann einfach alles spielen. mk.

Darsteller und Crew

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