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Miss Kicki (2009)

Miss Kicki Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Miss Kicki: Drama über eine schwedische Mutter, die mit ihrem 16-jährigen Sohn nach Taiwan fährt, um ihre Beziehung zu verbessern.

Kicki ist schon fast fünfzig, doch anstatt im Leben angekommen zu sein, wirkt die Weltenbummlerin und Single-Frau noch immer verträumt-naiv, stets auf der Suche nach ihrem Traumprinzen. Gerade nach Schweden zurückgekehrt, um sich ihrem Sohn Viktor anzunähern, der bei seiner Großmutter aufgewachsen ist, lernt sie übers Internet den attraktiven Mr. Chang aus Taipeh kennen. Sie beschließt, Viktor zu einer Reise nach Taiwan einzuladen. Dieser lernt in Taipeh den gleichaltrigen Didi kennen, zu dem er sofort eine Verbindung spürt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In seinem subtilen Regiedebüt "Miss Kicki" kombiniert Hakon Liu einen Mutter-Sohn-Konflikt mit ihrem schwierigen Selbstfindungsprozess und Culture-Clash. Auf der Suche nach Nähe unternimmt Miss Kicki eine weite Reise, wobei sich ihr Trip nach Taipeh gleichsam zur Reise ins eigene Ich entwickelt, während sie zuvor die Nähe zum eigenen Nachwuchs reichlich vernachlässigt. Vordergründig soll die Erkundung einer fremden Stadt der erneuten Kontaktaufnahme dienen, da Kicki den Jungen im Alter von vier Jahren ihrer Mutter überließ, doch viel wichtiger erscheint ihr die Begegnung mit einer Internet-Bekanntschaft. Von Beginn an setzt Liu trotz des getragenen Tempos auf eine elliptische Inszenierung, um die innere Unruhe der einsamen Frau zu unterstreichen, über deren Biografie man wenig erfährt. Ihren Geburtstag feiert sie allein mit einer Flasche Rotwein. Am nächsten Tag tauchen lediglich Viktor und ihre Mutter auf, wobei die improvisierte Feier eher unbeholfen wirkt.

    Mit zumeist symmetrisch komponierten Kameraeinstellungen beobachtet Liu die langsame Erkundung des exotischen Reiseziels. Den urbanen Neonfarben von Kickis Hotelzimmerbeleuchtung steht die kalte Architektur von Mr. Changs Bürokomplex gegenüber. Auch deshalb wagt die eingeschüchterte, liebeshungrige Touristin nicht, ihren fernen Verehrer direkt anzusprechen, sondern beobachtet ihn lieber aus der Ferne. Eher öffnet sie sich gegenüber ihrem zutraulichen Vermieter beim Bier als gegenüber ihrem Sohn. Für ihre Naivität erhält Miss Kicki jedoch später noch die Quittung. Spätestens jetzt muss sie sich ihrer Mutterrolle gewahr werden und Verantwortungsbewusstsein für andere entwickeln.

    Schauspielerin Pernilla August legt den Titelpart überzeugend zwischen Unsicherheit, Verletzlichkeit und Trotz an, während Ludwig Palmell als Viktor ebenso selbstbestimmend wie misstrauisch tastend auf seine Umwelt reagiert. Der homosexuelle Unterton in seiner Freundschaft zu Didi bleibt ebenso dezent angedeutet wie die Auseinandersetzung zwischen Mutter und Sohn. Einzig die Konfrontation mit chinesischen Gangstern im Finale wirkt forciert und aufgesetzt, selbst wenn die Plotwendung dazu dient, dass sich die Charaktere letztlich nähern

    Dabei verzichtet Hakon Liu in seinem atmosphärisch dichtem Film auf lautere, drastischere Töne und setzt eher auf beiläufig geführte Alltagsdialoge, die in der Synchronisation reichlich gestelzt wirken. Bei mehrsprachigen Filmen, in denen Verständigungsschwierigkeiten als Handlungselement eingeflochten werden, hinterlässt die Synchronisation einer oder mehrerer Sprachen (hier schwedisch und englisch) einen künstlichen Nachgeschmack. Glücklicherweise werden jedoch einige wenige untertitelte Sequenzen angeboten.

    Fazit: Das einfühlsam gespielte Drama „Miss Kicki“ verbindet Selbstbetrug und Verantwortungsanspruch seiner Protagonistin mit einem dezent entwickelten Generationskonflikt.
  • Während man in dem bewundernswerten Regiedebüt von Håkon Liu zunächst der fast unerträglichen Einsamkeit Kickis beiwohnen darf, die noch dazu ein ernsthaftes Alkoholproblem hat, entspinnt sich in Taipeh eine Art Parallelhandlung über Viktor, die sich gänzlich autonom entfaltet. In gemäßigtem Erzählfluss werden zwei vom Leben enttäuschte Menschen vorgestellt, die dank großer schauspielerischer Leistung glaubwürdig wirken und deren individuelle Hoffnungen schließlich doch in gegenseitiger Annäherung kulminieren. 2009 mit dem Rainer Werner Fassbinder-Preis ausgezeichnet.

Darsteller und Crew

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