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Macbeth (2015)

Macbeth Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (38)
  1. Ø 3.1
Kritikerwertung (4)
  1. Ø 3.4

Filmhandlung und Hintergrund

Macbeth: Bildgewaltige Inszenierung des dunklen Dramas von Shakespeare mit Michael Fassbender und Marion Cotillard.

Der Thane of Glamis Macbeth (Michael Fassbender) und sein Freund Banquo (Paddy Considine) begegnen nach einer Schlacht drei Hexen. Diese prophezeien Macbeth, dass er eines Tages König von Schottland werde. Banquo dagegen werde zwar nie selbst die Krone tragen, aber dafür Ahnenvater von Königen sein. Nachdem Macbeth seiner Lady (Marion Cotillard) von der Prophezeiung berichtet hat, versucht diese, ihren Mann von einem Mord an seinem Herrn zu überzeugen. Macbeth sträubt sich jedoch, den gutherzigen König Duncan (David Thewlis) zu ermorden. Der verlockende Gedanke, König von Schottland zu werden und die Bearbeitung durch Lady Macbeth tun jedoch in der Folgezeit ihr Übriges und Macbeth ermordet schließlich Duncan in dessen Bett. Die Schuld an der Tat gibt er den Wachen, die er scheinbar in seiner Wut über deren Verbrechen umbringt, in Wirklichkeit allerdings seine eigene Schuld dadurch verdecken will. Da lediglich Macduff (Sean Harris), der Thane of Fife, an der Version Macbeths zweifelt und Malcolm (Jack Reynor), der Sohn Duncans, aus Angst vor Macbeth flieht, wird der Mörder tatsächlich zum neuen König ernannt. Macbeth und seine Lady sind damit an ihrem Ziel angekommen. Allerdings zerfressen die Schuldgefühle Macbeth, der zunehmend Wahnvorstellungen hat und ein manisches Verhalten an den Tag legt. In seiner Machtgier sieht Macbeth seinen Freund Banquo als neue Bedrohung, da dieser schließlich ein Königsgeschlecht gründen werde. Eine Tragödie nimmt ihren Lauf, bei der Macbeth droht, sich selbst in den Abgrund zu stürzen. Das berühmte Stück von William Shakespeare wird diesmal vom australischen Regisseur Justin Kurzel inszeniert, der die Geschichte möglichst authentisch inszenieren wollte. Deswegen sind die Dialogzeilen in der Originalversion, es wurde an den tatsächlichen Orten des Geschehens in Schottland gedreht und Kurzels Interpretation ist um einiges gewalttätiger, da er den unzivilisierten Charakter dieser historischen Epoche einfangen wollte.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Macbeth hat die Worte der drei Hexen noch im Ohr, als er von einer erfolgreichen Schlacht zurückkehrt: Er werde König von Schottland werden und die absolute Macht erringen. Als Lady Macbeth davon erfährt, redet sie beschwörend auf ihren Mann ein, diese Prophezeiung wahr werden zu lassen. Dafür muss der momentan herrschende König sterben. Macbeth jedoch zweifelt. Denn dies ist nicht die einzige Prophezeiung, die sein Schicksal von diesem Moment an bestimmen wird. Das ewige Streben nach Macht und das Zerbrechen an den begangenen Sünden - dies sind die Themen, die William Shakespeare im Jahr 1606 in seiner Tragödie rund um den schottischen König Macbeth aufgriff. Angesiedelt ist die Geschichte im 11. Jahrhundert. Doch die Verse Shakespeares und die verhandelten Themen könnten auch heute nicht aktueller und zutreffender sein. Der australische Regisseur Justin Kurzel verwendet in seiner grandiosen und epochalen Verfilmung des Stoffes die klassische Sprache Shakespeares und kürzt den Text auf genau das richtige Maß. Als Lady Macbeth, die von Ehrgeiz und Lebensfrust zerfressene Frau, brilliert Marion Cotillard. Durch einen von Kurzel und den Autoren hinzugefügten Prolog wird die Psychologie ihrer Figur noch komplexer und ihre Motive klarer. Paddy Considine als loyaler Banquo, der sich gegen den Tyrannen auflehnt, und David Thewlis als gütiger König spielen ihre Rollen, ebenso wie der Rest des Casts, mehr als überzeugend. Für Macbeth selbst scheint es keine idealere Besetzung als Michael Fassbender zu geben. Die Wandlung vom rückratlosen Zauderer hin zum rücksichtslosen und machtbesessenen Tyrannen, der an den Konsequenzen seines Tuns zerbricht, stellt Fassbender absolut glaubhaft dar. Oftmals sind es nur Nuancen in der Mimik, die seine charakterliche Wandlung verraten. Fassbenders Spiel ist kraftvoll, intensiv und unglaublich nuanciert. Die fantastische Kamera von Adam Arkapaw geht ganz auf das Spiel der Darsteller ein, schafft beeindruckende Panoramen der mythisch aufgeladenen und nebelumrankten Highlands und kammerspielartige darstellerische Duelle im Nahen zugleich. Immer wieder greift Kurzel auf das dramaturgisch perfekt gesetzte Spiel mit Farben, Licht und Symbolen zurück. Atmosphärisch abgerundet wird die Inszenierung von einem bass- und kraftbetonten Sounddesign. Am Ende besiegelt der Film die Interpretation des Stückes mit einem Ausblick in eine Zukunft, die den ewigen Kreislauf von Machtkampf und Intrige fortsetzt. Mit MACBETH gelingt es Kurzel, die Faszination von Shakespeares Vorlage nicht nur zu vermitteln, sondern sie noch zu verstärken. Eine kraftvolle, kongeniale und beeindruckende Neuverfilmung eines ewigen Klassikers.

    Jurybegründung:

    Um Aufstieg und Fall eines von Ehrgeiz und Machthunger besessenen Herrschers geht es in William Shakespeares 1611 uraufgeführtem Drama "Macbeth", ein Stoff, der auch Filmemacher wie Orson Welles, Akira Kurosawa und Roman Polanski inspiriert hat. Zwar hat Shakespeare dieses Thema immer wieder in den Mittelpunkt seiner historischen Dramen gestellt wie in "Richard III." und "Julius Cäsar". Doch die zentrale Frage nach den seelischen Ursachen von hemmungslosem Machtstreben, nach Schuld und Sühne, der Vergänglichkeit allen menschlichen Handelns und Seins ("Leben ist nur ein wandelnd' Schattenbild... ein Märchen ist's, erzählt von einem Toren, voller Klang und Wut") und des Verhältnisses zwischen einem Mann, der an seiner eigenen Männlichkeit zweifelt, und einer Frau, die ihn zwingt, sich seinen Wünschen zu stellen und so seine Männlichkeit zu beweisen, ist gerade in diesem Drama besonders präsent. Zeitlos an der Geschichte von Macbeth ist sicherlich, dass Macht blendet und korrumpiert und die Spirale der Gewalt sich selten wieder zurück schrauben lässt. Regisseur Justin Kurzel konzentriert seinen Film dabei auf wesentliche Szenen, auf die elementaren Motive des Dramas. Vor der wilden Kulisse des schottischen Hochlands, das die emotionalen Zustände der Hauptfiguren widerspiegelt, spielt die Geschichte, die als Familiendrama beginnt, dessen Zeuginnen die "magischen Schwestern", die Hexen, sind. Macbeth und seine Frau begraben ihr einziges Kind. Im Verlust dieses Kindes liegt die Wurzel für Lady Macbeth' Bitterkeit und Absterben aller menschlichen Regungen. Die nachfolgende Schlachtszene verzichtet auf übertriebenes Waffengetümmel, zeigt vielmehr die Angst in den Gesichtern junger Krieger und die sinnlose Brutalität, fest gehalten in Slow Motion und düsteren Farben. Das mag an Filme wie 300 von Zack Snyder erinnern, ist aber längst gängige Filmsprache. In diesem MACBETH gibt es keinen Prunk, wie er in anderen Historiendramen so beliebt ist, die in kostbaren Stoffen oder gewaltigen Bauten schwelgen. Schottland im elften Jahrhundert ist ein armes, von Kriegen zerrissenes Land voller Verrat und Gewalt. Macbeth, der Than von Glamis, also eine Art Regionalfürst, haust in einem aus Zelten und Holzhütten bestehenden Dorf, und erst nach dem Mord an seinem königlichen Vetter zieht er in dessen Burg ein, die aber auch eher puritanisch karg wirkt im Vergleich zu manchem Filmschloss.
    Die auf das wesentliche reduzierte Kamera, die oft nahe an die Gesichter der Protagonisten geht und immer wieder die düstere Schönheit der zerfurchten Berge einfängt, und das klug eingesetzte Sound Design, das wichtige musikalische Akzente setzt, verleihen dem Film, selbst wenn das Original um etliche Szenen und Personen gekürzt wurde, eine intensive und bedrohliche Atmosphäre, die den wachsenden Wahnsinn des machtbesessenen Macbeth und seiner von Schuld überwältigten Frau detailliert nachvollzieht.
    Vor allem aber sind es die beeindruckenden schauspielerischen Leistungen von Michael Fassbender, Marion Cotillard, Sean Harris und allen anderen Darstellern, die die Handlung vorantreiben. In der dem Ausschuss vorgelegten Fassung sprechen fast alle Darsteller die Texte Shakespeares mit schottischem Akzent, was die Authentizität der Tragödie noch verstärkt. Die Untertitel sind in diesem Fall sehr nützlich, selbst wenn sie stellenweise etwas antiquiert wirken, da sie auf einer der alten Shakespeare-Übersetzungen basieren. Dass diese Menschen auf der Schwelle zwischen heidnischem Aberglauben und Christentum noch an Hexen, Geister und Visionen glauben, die "zwischen Himmel und Erde" angesiedelt sind, entspricht der Weltsicht Shakespeares im frühen 17. Jahrhundert, der Träume, Schlaf und Geisterwesen in alle seine Werke eingebaut hat. Und auch im heutigen Schottland sind die Geister der Vergangenheit im Volksglauben noch immer gegenwärtig.
    Das höchste Prädikat erscheint dem Hauptausschuss als die gerechtfertige Anerkennung dieser mutigen Interpretation der Tragödie um die Verkehrung aller menschlicher Ordnung in unheilvolles Chaos, wie es die Hexen formulieren: "Schön ist wüst und wüst ist schön".

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Videokritik anzeigen
  • Regisseur Justin Kurzel erschafft mit seiner Version von „Macbeth“ ein überraschendes Werk, vermeidet er doch den einfachen Weg namens Modernisierung. Er lässt die Dialoge im Original und ist auch sonst um Authentizität bemüht; die Dreharbeiten fanden beispielsweise an den tatsächlichen Drehorten in den rauen, kargen Landschaften Schottlands statt. Die Umgebung passt damit hervorragend zu dem Umstand, dass Kurzel der ohnehin schwermütigen Geschichte zusätzlich emotionalen Ballast aufgeladen hat.

    Gleich in der ersten Szene müssen Macbeth (Michael Fassbender) und seine Lady (Marion Cotillard) ihr Kind zu Grabe tragen, bevor der Zuschauer in eine Schlacht geworfen wird.  Dort nutz Kurzel das Stilmittel der Zeitlupe, um die ganze Unmenschlichkeit des Krieges einzufangen. In quälend entschleunigten Einstellungen werden Eindrücke geboten, die in der Ästhetik an brachiale, verstörende Gemälde erinnern, die direkt dieser unzivilisierten und von Gewalt dominierten Epoche zu entspringen scheinen. Der australische Regisseur schafft hier eine opulente Inszenierung, die jede Theateradaption wie den kümmerlichen Versuch einer Laientruppe wirken lässt. Der Titelheld wird in diesen Momenten als gezeichneter Mann definiert, der in der Folge vom Trauma des Krieges bestimmt wird. Immer wieder verfolgen ihn im weiteren Verlauf die Toten dieser Schlacht, was merklich an seiner Psyche nagt.

    Dieser frische Wind – aus Macbeth einen Kriegsveteranen mit posttraumatischer Belastungsstörung zu machen – sorgt allerdings dafür, dass die Beziehung zwischen ihm und seiner Frau nicht so stark ausgeprägt ist, wie in anderen Versionen. Von Beginn an befindet Macbeth sich ohnehin in einem Schwebezustand und droht von alleine in Richtung Wahn zu kippen. Seine Frau gibt ihm lediglich den letzten Schubs, anstatt den Verfall ihres Gatten auszulösen. Die beiden Eheleute wirken auch in der Eskalation selbst nicht wie ein verschworenes Duo, was vor allem an der überraschend blassen Darstellung von Marion Cotillard liegt.

    Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass sie gegen einen Michael Fassbender in Höchstform bestehen muss. Eine Szene reicht dem Charakterdarsteller, um all den Schmerz, die Selbstverachtung und den Wahn seiner Figur auf nachhaltige Art zu vermitteln. Fassbender reißt den Film nach kurzer Zeit an sich und gibt ihn nicht wieder her. Auch nicht an Sean Harris, der als Macduff eine hingebungsvolle Performance vorzeigen kann. Letztlich sind es aber die Szenen mit dem Hauptdarsteller, die sich ins Gedächtnis brennen.

    Zum Ende hin ist es wiederum die Inszenierung von Kurzel, die solch eine Bildgewalt aufbaut, dass manche Einstellungen noch lange nachhallen. Vor der entscheidenden Schlacht wird der Wald vor der Festung Macbeths entzündet und bildet somit ein Flammeninferno, das das Fegefeuer selbst zur Kulisse werden lässt. Und unter dem Strich muss auch festgehalten werden, dass selbst der anfangs sperrige Originaltext eine enorme Wirkung haben kann. Denn selbst nach 400 Jahren haben die Zeilen dieser Zeit noch eine einnehmende Kraft, die so mancher Szene die richtige Note hinzufügt.

     
  • Ein fordernder Ausdauertest, wunderschön furchtbar.
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