Lügen und andere Wahrheiten (2014)

Lügen und andere Wahrheiten Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Lügen und andere Wahrheiten: Charmanter und humorvoller Beziehungsreigen um Lügen und unbequeme Wahrheiten von einem prominenten Ensemble gekonnt improvisiert.

Worum geht es eigentlich in „Lügen und andere Wahrheiten“? Es fällt nicht ganz leicht, bei einem derart bunten Ensemble, das sich in diesem deutschen Episodenfilm von Vanessa Jopp versammelt hat, den Überblick über die wild wuchernde Handlung zu behalten.

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sind Coco (Meret Becker) und ihre Freundin Patti (Jeanette Hain), aber da wären auch noch Andi (Florian David Fitz), sowie die etwas instabile Cindy (Lilith Stangenberg) und nicht zu vergessen der etwas undurchsichtige Carlos (Thomas Heinze), der wiederum Cocos zukünftiger Ehemann ist. Oder besser: Werden soll. Denn darin liegt eines der vielen Probleme in Cocos Leben.

Zusammengehalten werden diese sehr unterschiedlichen Figuren von einem wöchentlich stattfindenden Yoga-Kurs in der Hansestadt Bremen. Diese besuchen nämlich alle Akteure.  Doch natürlich geht es in „Lügen und andere Wahrheiten“ nicht um Yoga, sondern um die Beziehungen und ihre Probleme. Und um Wahrhaftigkeit. Oder sagen wir besser Vertrauen. Man merkt schon, so ganz einfach ist es nicht, „Lügen und andere Wahrheiten“ auf den Punkt zu bringen. Das sollte aber auf keinen Fall als Kritik verstanden werden. Immerhin ist es deutlich schwerer das Leben und das Liebesleben auf den Punkt zu bringen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass „Lügen und andere Wahrheiten“ recht nah am Leben dran ist.

Das liegt vor allem an den kleinen Nebenschauplätzen der Geschichte um die ewig angespannte Zahnärztin Coco, die sich zum Beispiel mit der „Kunst“ ihrer besten Freundin auseinandersetzen muss. Pattis Bilder sollen in Cocos Praxis ausgestellt werden, was erst einmal kein Problem sein muss. Wenn alle Bilder überlebensgroße Vulvas darstellen, ergibt sich daraus jedoch schnell mal eine neurotische Gemengelage, die zwischen alltäglichem Abgrund und einem verkniffenen Lachen liegt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Semi-improvisierter Ensemblefilm über die Lust an der Lüge und die Last der alltäglichen Wahrheit

    Wie schon bei ihrem Sehnsuchtsreigen “Komm näher” über das Suchen und Finden von Großstadtsingles hält Vanessa Jopp wenig von bis ins Detail ausformulierten Dialogen, im Gegenteil, es existierte zwar ein Drehbuch als Gerüst, allerdings ohne Dialoge. Die Schauspieler erwartete jeden Tag eine neue Überraschung, erfuhren sie doch erst am Set vom jeweiligen Ende ihrer Szenen. In denen kommen sich die handelnden Personen meistens nicht wirklich näher.

    Der finanziell klamme Immobilienmakler Carlos und seine Verlobte Coco, eine dominante Zahnärztin, deren beste Freundin, die ihr die Affäre mit dem allseits beliebten Yoga-Lehrer verschweigt, der sich sanft gibt, aber seine Aggressionen kaum beherrschen kann und die aus Russland stammende Zahnarzthelferin, deren eigene Familie an ihr Geld will – sie alle lügen sich und andere in die Tasche aus ganz unterschiedlichen Gründen. So kann sich auch der Zuschauer mehr oder minder in jedem Protagonisten und seinen (Selbst)Täuschungen ein bisschen wiederfinden. Bis die nie wirklich unsympathischen Alltagshelden beginnen, über ihr Leben neu nachzudenken und versuchen, es in neue Bahnen zu lenken, gibt es beim Hindernisschaulaufen einige Umwege. Meret Becker, die schon bei “Komm näher” dabei war, spielt die taffe Medizinerin, die kurz vor der Hochzeit merkt, dass ihre Vorstellung von Glück auf tönernen Füßen ruht, während der zukünftige Gatte (Thomas Heinze)sich vor lauter Angst in ein Lügengebäude verkriecht. Überzeugend ist Florian David Fitz, der auf der Yogamatte seine dunklen Seiten hinter meditativer Fassade verbirgt.

    Die mit den Schauspielern erarbeiteten Figurenkonstellationen und Improvisationen sowie die von Drehbuchautor Stefan Schneider entwickelten Plots von Menschen, die sich in ihrer grundlegenden Verunsicherung ins Abseits manövrieren, sind weitgehend in sich schlüssig, auch wenn, wie beim Bäumchen-wechsel-dich-Spiel sich der Fokus schnell ändert und die Figuren gerade in dem Moment auseinanderdriften, in dem man neugierig geworden gerne mehr von ihnen erfahren hätte. Dem Ad-hoc-Weiterspinnen von Handlungsfäden mag es an durchgehender Klarheit und Stringenz fehlen, aber keines falls an Charme und Humor. mk.

Darsteller und Crew

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