Ludwig II. (2012)

Ludwig II. Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Ludwig II.: Opulentes Biopic des bayerischen Märchenkönigs, das ihn als Visionär und tragische Gestalt beschreibt.

Ludwig ist erst 18 Jahre alt, als er zum bayerischen König ausgerufen wird. Der kunstsinnige junge Mann ist voller Idealismus, statt in Kriege will er in Kultur investieren. Als großer Fan seiner Opern, beruft er Richard Wagner an seinen Hof, lässt Schlösser bauen, doch Kriege kann er nicht vermeiden, Bayern erleidet Schlappen in den Auseinandersetzungen mit Preußen und Frankreich. Ludwig zieht sich aus dem öffentlichen Leben zurück, flüchtet sich immer mehr in Traumwelten, während seine Gegner an Macht gewinnen.

Mit 18 wird Ludwig zum bayerischen König, scheitert jedoch mit seinem Kunstsinn, weil die Politik auch vor ihm nicht Halt macht. Opulentes Biopic des Märchenkönigs, das ihn als Visionär und tragische Gestalt beschreibt.

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Kritikerrezensionen

  • Um den bayerischen "Märchenkönig" ranken sich Legenden und Verschwörungstheorien. Warum mied der Monarch viele Jahre die Gesellschaft anderer Menschen? War er wirklich geisteskrank, wie das psychiatrische Gutachten behauptete, das zu seiner Entmachtung führte? War sein Tod 1886 im Starnberger See ein politisches Komplott? Die Regisseure und Drehbuchautoren Peter Sehr und Marie Noëlle (“Die Frau des Anarchisten“, “Obsession“) beschränken sich in ihrem bewegenden Porträt "Ludwig II." einerseits auf die nachweisbaren Fakten. Auf der anderen Seite warten sie jedoch auch mit interessanten psychologischen Interpretationen auf.

    Schon als frischgebackener König zeigt Ludwig II. hier extreme Reaktionen: Er kauert angstvoll auf dem Boden, betrachtet sich entzückt im Spiegel. Der Bühnenschauspieler Sabin Tambrea schenkt dem Wagner-Fan ein seliges Lächeln, als er sich in die Aufgabe stürzt, das Volk mit der Kunst – vor allem Wagners Opern – in eine bessere Zukunft zu führen. Die Regisseure betonen, wie sehr sich Ludwig II. mit der Opernfigur Lohengrin identifiziert. Manche Szenen legen eine starke Selbstverliebtheit nahe: Die musikalische und architektonische Pracht, die er dem Volk schenken will, ist zunächst vor allem zum eigenen Genuss bestimmt.

    An Originalschauplätzen wie dem Schloss Neuschwanstein gedreht, entwickelt der Kostümfilm eine unwiderstehliche Atmosphäre. Das ausdrucksstarke Spiel Tambreas wird von vielen namhaften Darstellern flankiert. Während manche Figuren nur der historischen Vollständigkeit halber aufzutreten scheinen, wie Kaiserin Elisabeth (Hannah Herzsprung) oder Ludwigs Bruder Otto (Tom Schilling), übernehmen andere wie der junge Stallmeister Richard Hornig (Friedrich Mücke), der zu Ludwigs engem Vertrauten aufsteigt, dramaturgisch wichtige Rollen.

    Während der Umgang des Königs mit seinen Krisen viele Fragen offen lässt, zeichnet sich eine weitere interessante Konfliktebene ab: Für einen Monarchen mit seiner Machtfülle sind die Tage gezählt. Mit seinem Hunger nach romantischer Pracht verkörpert Ludwig II. nur umso konsequenter die Idee des Königtums. Das hat eine bittere, aberwitzige Logik.

    Fazit: Der glanzvolle Kostümfilm "Ludwig II." liefert ein bewegendes Porträt des Romantikers auf dem bayerischen Thron.
  • Opulentes Werk über den bayerischen “Märchenkönig”, der als Idealist und Weltverbesserer an der Politik leidet.

    Er ist und bleibt eine rätselhafte Figur. Selbst 125 Jahre nach seinem tragischen Tod 1866 im Starnberger See gilt Ludwig II. als Mysterium. Genau dieser Mythos brachte Regiegrößen wie Helmut Käutner, Hans- Jürgen Syberberg und natürlich Luchino Visconti dazu, dem bayerischen König ein filmisches Denkmal zu setzen. Peter Sehr und Marie Noëlle gehen bei der Annäherung einen neuen Weg, verleihen dem Charakter neue Facetten und stützen sich auf erst jetzt verfügbare direkte Quellen wie Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Augenzeugenberichte. Für sie ist dieser Mann, der mit 18 Jahren den Thron besteigen muss, kein schillernder Egozentriker, sondern einer, der die Schönheit liebt und die Welt verbessern möchte. Kein Machtmensch, sondern ein Idealist, der von Frieden, Glück und Gerechtigkeit für das Volk träumt und Richard Wagner und seine Musik verehrt. Zwar gelingt es dem jungen König, nach und nach einige wichtige Posten mit Vertrauten zu besetzen, aber im Hintergrund spinnen seine Feinde Intrigen. Bayern wird in Kriege gegen Preußen und das geliebte Frankreich verwickelt und erleidet schwere Verluste. Desillusioniert zieht sich Ludwig II. in die Einsamkeit seiner Schlösser zurück. Ein Mensch mit politischem Willen, der am Machtapparat scheitert und an der Politik leidet. Eine gebrochene Figur, die seine homosexuellen Neigungen verdrängt und vergeblich nach Liebe sucht. Bei der prachtvollen Ausstattung gab es keine Kompromisse, es wurde geklotzt und nicht gekleckert.

    Szenenbildner Christoph Kanter und der für die Kostüme verantwortliche Gerhard Gollnhofer sorgen für den prunkvollen Schliff, die Besetzung mit Sebastian Schipper, Hannah Herzsprung, Edgar Selge, Justus von Dohnányi, Tom Schilling und vielen anderen liest sich wie das Who’s Who des deutschen Films. Ein absoluter Glücksgriff bei diesem aufwändigen Projekt ist Sabin Tambrea als junger Ludwig, ein totaler Gegensatz zu Viscontis exzessivem Helmut Berger. Sein zartes Lächeln spiegelt Unschuld und Ungeduld wieder, sein feines Gesicht die inneren Kämpfe, den Mut und die Verzweiflung, seine zusammen gezogenen Schultern die frühe Last des hohen Amtes. Diese Rolle sollte für den gebürtigen Rumänen den Durchbruch bedeuten. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Bei den Dreharbeiten zu "Ludwig II."

    Peter Sehr und Marie Noëlle inszenieren mit "Ludwig II." ein Traumprojekt. Es ist nach "Buddenbrooks" der Mittelteil einer Trilogie, die mit "Wagner" enden wird.

  • Kinofilm über "Ludwig II." mit Sabin Tambrea

    Bavaria Pictures entwickelt derzeit passend zum 125. Todestag einen Kinofilm namens “Ludwig II.” über den König von Bayern. In der Hauptrolle wird der junge rumänische Schauspieler Sabin Tambrea vor der Kamera stehen. Weitere Rollen sind mit Hannah Herzsprung als Sissi, Samuel Finzi als Lakai Mayr, Edgar Selge als Richard Wagner sowie Justus von Dohnányi als Johann von Lutz hochkarätigen besetzt. Regie führen die...

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