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Love & Friendship (2016)

Love & Friendship Poster
Userwertung (5)
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Filmhandlung und Hintergrund

Love & Friendship: Historische Gesellschaftskomödie, nach dem Briefroman "Lady Susan" von Jane Austen.

Die schöne und listige Witwe Lady Susan Vernon (Kate Beckinsale) hat nur ein Ziel: Sich selbst und ihre schüchterne und sanfte Tochter Frederica (Morfydd Clark) so reich wie möglich zu verheiraten. Als Gerüchte über Ladys Susans Affäre mit dem verheirateten Lord Manwaring (Lochlann O’Mearáin) die Runde machen, zieht sie zu ihrem Schwager Charles Vernon (Justin Edwards), der alles andere als begeistert von der dominanten Dame ist. Schon bald stellt Lady Susan das friedliche Leben der Familie komplett auf den Kopf. Die egozentrische Verführerin fasst gleich zwei Objekte der Begierde ins Auge: Den adretten und um Jahre jüngeren Reginald DeCourcy (Xavier Samuel), der jüngere Bruder von Susans Schwägerin Catherine (Emma Greenwell). Und den dümmlichen aber stinkreichen Sir James Martin (Tom Bennett), den sie für ihre Tochter Frederica vorgesehen hat. Frederica sträubt sich jedoch gegen die lieblose Verbindung, da sie ausgerechnet Gefühle für Reginald entwickelt hat. Doch ihre hinterhältige Mutter  hat den jungen Reginald schon bald bezirzt und tut auch ansonsten alles, um ihren Willen durchzusetzen.

Love & Friendship – Hintergrund

Der Kostümfilm basiert auf Jane Austens vergleichsweise  unbekannten Briefroman „Lady Susan“, den sie mit nur 19 Jahren verfasst hat. Austens Geschichten gehören zu den Klassikern der Weltliteratur und wurden in zahllosen Filmen und TV-Serien neu interpretiert:. “Stolz & Vorurteil“, “Emma” oder “Sinn und Sinnlichkeit” sind nur einige Beispiele. In ihren Romanen geht es oft darum, wie zwei Liebende trotz zahlreicher Widerstände zusammen finden. “Lady Susan” ist insofern einzigartig, da die Antiheldin, charmant und beeindruckend gespielt von Kate Beckinsale, von Grund auf unmoralisch und grausam handelt. Daher ist die Geschichte im Vergleich zu Austens späteren Werken von einem bissigen Humor und der tiefen Kritik an der britischen Adelsgesellschaft geprägt, die Frauen nur begrenzten Spielraum für die persönliche Entfaltung gab. Das bissige und urkomische Kostümdrama wurde von White Stillmann inszeniert, der bereits in seiner Society-Satire “Metropolitan” der nicht immer vornehmen manhattener Elite den Spiegel vorhielt.

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Kritiken und Bewertungen

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    Es ist eine weithin anerkannte Tatsache, dass man sich als alleinstehende Frau im England des späten 18. Jahrhunderts genau überlegen sollte, mit wem man verkehrt - und vor allem wessen Gastfreundschaft man annehmen sollte. Lady Susan, hübsch, schlau, verwitwet und mit einer heranwachsenden jungen Tochter gesegnet, weiß dies nur zu genau. Also reist sie in das Haus ihres Schwagers und ihrer Schwägerin, wo sie herzlich aufgenommen wird. Zunächst. Denn Lady Susan hat nicht wirklich einen guten Ruf in der Gesellschaft. Angeblich hat sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Dass sie dann nun auch noch dem Bruder der Schwägerin schöne Augen macht, ist ja wohl der Gipfel. Viel besser für ihn geeignet wäre doch Lady Susans Tochter. Aber die "besorgte" Mutter hat für ihren Spross ganz andere Pläne. Und die beinhalten viel Geld. Basierend auf dem Briefroman "Lady Susan" von Jane Austen erzählt Regisseur Whit Stillman in LOVE & FRIENDSHIP vom verarmten Landadel im georgianischen England. Frauen waren der lächelnde Anhang der Männer, durften ihr Geld nicht selbst verdienen und waren gänzlich mittellos, wenn die Unterstützung durch einen gönnerhaften Verwandten entfiel. Diese Missstände in einer luftig leichten Komödie aufzugreifen, ist nicht einfach - und doch eine Kunst, die Jane Austen stets bewies und die Stillman durch herrlich spitze und scheinbar ruhelos oberflächliche Dialoge klar macht. Wie verbales Ping Pong fliegen die Worte und damit auch die geschickt inszenierten Blicke zwischen den Protagonisten. Das Ensemble ist stimmig zusammengesetzt, dabei erfüllt jeder gekonnt seinen Part. Doch am Ende sind sie alle nur unter der Kontrolle der Puppenspielerin Lady Susan, die Kate Beckinsale mit Verve, Raffinesse und Bauernschläue verkörpert. Die Enge des Settings, die bestens aufeinander abgestimmten Kostüme und die immer wieder als Akttrenner eingesetzte zeitgenössische Musik machen LOVE & FRIENDSHIP zu einem stimmigen und doch mit großem Witz auf die Spitze getriebenen Porträt einer Gesellschaft, in der Frauen nicht die Hauptrolle spielen durften. Und doch die Bühne beherrschten.

    Jurybegründung:

    Gut zehn Jahre nach "Stolz und Vorurteil" kommt mit LOVE & FRIENDSHIP wieder eine Jane Austen Verfilmung in die Kinos, die den Anhängern geschliffener Dialoge und prächtiger Kostüme gefallen wird. Im Zentrum steht die schöne Witwe Lady Susan Vernon, die sich auf das ländliche Anwesen ihrer Verwandten zurückzieht, um dort die in der gehobenen Gesellschaft kursierenden Gerüchte über ihre Liebschaften auszusitzen. Da sie ohne Vermögen dasteht, muss sie dringend passende Ehemänner für sich und ihre heiratsfähige, aber unwillige Tochter Frederica finden. Am Ende gibt es für Lady Susan ein vortreffliches Arrangement mit Ehemann und Liebhaber und auch Frederica wird standesgemäß verheiratet.

    Die Vorlage für LOVE & FRIENDSHIP war der Briefroman "Lady Susan" den Jane Austen als 19jährige verfasst hat. Der genaue Blick, mit dem sie die Zwänge der Adelsgesellschaft im England des 18. Jahrhunderts, beschreibt, trägt auch den Film mit seinen virtuosen Dialogen und einem erquickend bissigen Humor. Kate Beckinsale glänzt in der Rolle der Lady Susan, die scharfzüngig-amüsant redet und dabei berechnend agiert. Man kann es ihr nicht übelnehmen, muss sie sich doch als alleinstehende Frau in einer Gesellschaft behaupten, in der die Männer die alleinige Macht haben. Alle Charaktere sind bis in die kleinste Nebenrolle wunderbar besetzt. Mit großer Spielfreude agieren die Schauspielerinnen und Schauspieler in dieser Gesellschaftsposse "over the top". Opulente Kostüme, eine prachtvolle Ausstattung und Musik, die treffsicher und nicht überbordend eingesetzt ist, sind weitere Pluspunkte des Films. Nicht ganz überzeugen konnte die Jury das Kamerakonzept, das große Kinobilder und interessante Perspektiven ein wenig vermissen lässt.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Darsteller und Crew

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