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Louder Than Bombs (2015)

Louder Than Bombs Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (5)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 2.9

Filmhandlung und Hintergrund

Louder Than Bombs: Drama um Vater und Sohn, die den mysteriösen Tod der Frau und Mutter, die Kriegsreporterin war, erforschen.

Drei Jahre nach dem plötzlichen und unerwarteten Unfalltod der gefeierten Kriegsfotografin Isabelle Reed (Isabelle Huppert) soll ihr zu Ehren eine große Retrospektive in New York stattfinden. Da ihre Hinterbliebenen die Ausstellung als Kuratoren betreuen sollen, sieht sich ihr ältester Sohn Jonah (Jesse Eisenberg), der gerade erst Vater geworden ist, gezwungen, nach langer Zeit in sein Familienheim zurückzukehren. Jonah, das akademische Wunderkind der Familie und sein jüngerer Bruder Conrad (Devin Druid), der noch mitten in der Pubertät steckt, haben kein gutes Verhältnis zu ihrem Vater Gene (Gabriel Byrne). Dieser hat den Tod seiner Frau immer noch nicht verarbeitet und gerade erst damit begonnen, die Reste seines Lebens wieder einzusammeln. Während die drei Männer unter einem Dach sind, versucht Gene verzweifelt die Familie wieder zusammenzubringen. Mit der Zeit dringen dabei immer mehr unterdrückte Erinnerungen an die Oberfläche und sie stellen fest, dass sich ihr Bild von der Verstorbenen kaum mit ihren Gefühlen vereinen lässt. Bei den Vorbereitungen für die Ausstellung stoßen Gene und seine Söhne schließlich auf ein düsteres Familiengeheimnis: War der Tod von Isabelle in Wahrheit ein Selbstmord?

Mit dem „Louder Than Bombs“ bringt der norwegische Regisseur Joachim Trier nach „Auf Anfang“ und „Oslo, 31. August“ seinen dritten Spielfilm in die Kinos. Dabei handelt es sich zum ersten Mal um eine englischsprachige Produktion mit, für die er bekannte Hollywood-Schauspieler wie Jesse Eisenberg („Batman v Superman“), Gabriel Byrne („Die üblichen Verdächtigen“) und David Strathairn („Das Bourne Ultimatum“) gewinnen konnte. Das Familiendrama feierte seine Premiere im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes im Jahr 2015.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Es gibt Dinge, die wir fast nie aussprechen: Unsere Sehnsüchte, unsere Enttäuschungen, unsere Trauer. Joachim Triers Louder Than Bombs handelt davon. Der Däne hat sich in Europa einen guten Namen gemacht; Louder Than Bombs ist sein US Debüt. Er zeichnet das Bild einer Familie, die vom Selbstmord der Mutter auseinander getrieben wurde. Gabriel Byrne spielt den Vater, der nun die Entfremdung zu seinen Söhnen überwinden will. Ein Leitmotiv von Louder Than Bombs sind die Geheimnisse, die Menschen auch in intimen Beziehungen bewahren. Gleich anfangs werden wir Zeuge davon: Jonah (Jesse Eisenberg) hält im Krankenhaus ein Baby in die Höhe. Ein vermeintlches Bild von Familien Idylle, denn es gehört seiner Ex-Freundin und später wird Jonah seine Frau darüber belügen. Die Handlung setzt drei Jahre nach dem Selbstmord der Kriegsfotografin Isabelle Reed (Isabelle Huppert) ein. Ihr Mann Gene (Gabriel Byrne) und die Söhne Jonah (Eisenberg) und Conrad (Devin Druid) sind Einzelgänger. Sie bilden keine Gemeinschaft. Nun versucht sich jeder in eine Parallelwelt zu flüchten, ob nun mittels einer Affäre oder durch Videogames. Trier kennt sich mit Krisen, Depressionen und Suchtverhalten, denn daraus formt er seine Filme. Stilistisch möchte ich Trier als Avantgardist bezeichnen (selbst wenn dieses Wort ungeheuer unangenehm klingt!). Bei ihm verschmelzen Wirklichkeit und Fantasie, Gegenwart und Vergangenheit. Zum Glück aber erscheint bei Trier das Artifizielle ganz selbstverständlich und ungekünstelt! Gabriel Byrne als Vater strahlt Warmherzigkeit und Humor aus, ist aber auch ratlos angesichts der Situation. Isabelle Huppert als Mutter tritt in Rückblenden auf und strahlt eine gespenstische Ruhe aus. Jesse Eisenberg wirkt bis zur Hysterie ehrgeizig, während Devin Druid als Aussenseiter abtaucht in seine Fantasiewelten. Nur die neue Freundin des Vaters, Hannah (Amy Ryan) scheint in ihrem Leben da zu stehen, wo sie hin will. Doch im Zweifelsfall wird auch sie zur Lüge greifen... mehr auf cinegeek.de
  • Eindringliches Drama um einen Vater und seine beiden Söhne, die den mysteriösen Tod der Mutter, eine berühmte Kriegsfotografin, verarbeiten müssen.

    Um eine komplexe Beziehungsdynamik geht es im dritten Film des jungen Dänen Joachim Trier, der nach seinen rein norwegischen Produktionen “Auf Anfang” und “Oslo, 31. August” nun auf einer deutlich größeren Leinwand malt. Gespannt durfte man sein, ob es Trier mit seinem ersten englischsprachigen, mit Namen wie Jesse Eisenberg, Gabriel Byrne und Isabelle Huppert durchaus hochkarätig besetzten Film möglich sein würde, seine schon jetzt unverkennbare künstlerische Stimme auch in einem solchen Zusammenhang bewahren zu können. Die Antwort lautet Ja.

    “Louder Than Bombs” ist ein etwas sperriger, trotz großer Emotionen eher kopflastiger, nein, genau überlegter und durchdachter und deshalb zwangsläufig wohl auch steifer Film, der von einer Familie erzählt, die zwei Jahre nach dem Tod der Mutter, einer weltberühmten Kriegsfotografin, immer noch mit dem Verlust ringt. Zwischen dem Vater und seinen beiden Söhnen herrscht Sprachlosigkeit. Der ältere ist selber gerade Vater geworden, schiebt aber Panik wegen der übergroßen Verantwortung. Der jüngere hat sich in seine eigene Welt zurückgezogen, spielt Videogames und versteckt sich hinter großen Kopfhörern: Er versucht sich durchs Leben zu tasten und einen Sinn zu suchen. Der Vater indes beginnt eine Affäre mit einer Lehrerin des Sohnes und gibt seine Einwilligung für einen großen Artikel in der Times über seine verstorbene Frau. Darin soll offenbart werden, dass es sich bei ihrem Tod nicht um einen Unfall, sondern einen Selbstmord gehandelt hat. Damit verdichten sich alle aufgeschobenen Konflikte und Probleme, und alle Beteiligten müssen ihre Gefühle, Gedanken und Erinnerungen konfrontieren.

    Ein schöner und auf seine Weise auch unverkennbarer Film, wenn man sich denn auf den reduzierten und unaufgeregten Stil, der bisweilen an Gus Van Sant erinnert, einlässt – mit einem Gabriel Byrne, den man in dieser herausragenden Form gerne öfter sehen würde. Und einer sagenhaften langen und regungslosen Einstellung vom Gesicht Hupperts, ziemlich am Ende des Films, die an einen ähnlichen Moment mit Ingrid Thulin in Bergmans “Winterlicht” erinnert und einem kalte Schauer den Rücken herunter laufen lässt. ts.
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