Lost River (2014)

Lost River Poster
Userwertung (5)
  1. Ø 2.6
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 3.3

Filmhandlung und Hintergrund

Lost River: Düsteres Märchen über einen jungen Mann, der den Fluch, der über seiner vom Verfall gezeichneten Heimatstadt liegen soll, brechen will, mit dem Ryan Gosling sein Regiedebüt gibt.

Lost River, eine einst blühende Stadt, ist von Verfall gezeichnet und von den meisten Bewohnern verlassen. Billy aber will ihr Haus nicht aufgeben, obwohl sie es an die Bank zu verlieren droht. Um Geld zu verdienen, nimmt die allein erziehende Mutter einen Job in einem Nachtclub an, in dem Schauriges für eine unheimliche Klientel geboten wird. Als ihr älterer Sohn davon erfährt, ist er entschlossen, das Grauen aus Lost River zu vertreiben und den Fluch, der nach dem Bau eines Staudamms über das Stadt zu liegen scheint, zu brechen.

Ein junger Mann will den Fluch brechen, der über seiner vom Verfall gezeichneten Heimatstadt liegen soll. Düsteres Märchen mit einem Hauch von David Lynch, mit dem Superstar Ryan Gosling sein überzeugendes Regiedebüt gibt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Rezensionen zu Ryan Goslings Debüt Lost River waren so durch und durch ätzend und hasserfüllt, dass ich ein narzistisches Kabinett-Stück erwartete. Die gute Neuigkeit: Lost River ist weit davon entfernt, schrecklich zu sein, denn dafür gibt es zu viele Ideen und visuelle Kompositionen. Die schlechte Neuigkeit ist die, dass Ryan Gosling seine Ideen aber nicht durch seine Regie zu ordnen vermag. An dieser Stelle könnte man eine Reihe grosser Regisseure nennen, von denen Gosling beeinflusst wurde - ein Anfänger wie er war allerdings schlecht beraten, sich gleich beim Debüt in solche Höhen schrauben zu wollen. In Lost River wird alles nur oberflächlich zusammen gehalten. Eine Vision ist an keiner Stelle erkennbar. Der sadistische Gangster Bully (Matt Smith) fährt nachts im Cadillac durch die Strassen einer verfallenen Stadt. Bones (Iain De Caestecker), ein ärmlicher Teenie sucht nachts in den Katakomben nach Kupferdraht, um seine arbeitslose Mutter Billy (Christina Hendricks) zu unterstützen. Der Familie droht die Zwangsräumung durch die Bank. Das Territorium aber, in dem sich Bones bewegt, gehört Bully. Er fackelt das Fahrrad ab von Bones und später das Haus seiner Freundin. Auf der Flucht vor Bully entdeckt Bones eine Allee, die von der Wildnis überwuchert wurde und im Wasser endet. Währenddessen macht Dave (Ben Mendelsohn), der neue Bank-Manager der Familie das Angebot, ihr Haus doch nicht räumen zu müssen. Derselbe Dave ist nachts in einem Fetisch Club aktiv, in dem die Lust bis an die Grenze zum Mord reicht. Lost River ist einer dieser sonderbaren Filme, den einige wenige bestimmt verehren für seine Bilder und schrägen Ideen und die es nicht kümmert, ob das alles nun zusammen gehalten wird oder nicht. Ich bin gespannt auf Goslings nächsten Film, denn eines hat er nun hinter sich: Alles riskiert, nichts gewonnen.
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  • Nach 20 Jahren vor der Kamera übernimmt Ryan Gosling erstmals Verantwortung dahinter und inszeniert ein mysteriöses Schauermärchen.

    Wenn düster-tranceartige Bilder über die Leinwand ziehen, exzentrische Freaks an den unpassendsten Orten ihre Tanzimpulse ausleben und Songs im Stil einer vergangenen Ära wehmütig in die Gehörgänge kriechen, dann zieht David Lynch geisterhaft durch das Regiedebüt von Ryan Gosling. Entsprechend dem Vorbild präsentiert sich “Lost River” als großes Fragezeichen und Auslöser multipler Deutungsimpulse.

    Die Fusion von hypnotisch, verrückt und verstörend, zuletzt in “Crazy Clown Time”, Lynchs Musikclip zum gleichnamigen Song aus seinem ersten Soloalbum, nachgewiesen, scheint auch “Lost River” anzupeilen. Während bei Lynch ein Neo-Irokese sein Haar unter Feuer setzt, ein Footballer marionettenhaft im Hintergrund hüpft und passioniert geschrien und getanzt wird, brüllt bei Gosling der lokale Stadtpsychopath parolenhaft in den Nachthimmel, wird der Kopf eines versunkenen Plastikdinos bei einem nächtlichen Tauchgang geborgen und eine weibliche Nachtclubattraktion vor begeistertem Publikum blutig durchbohrt. All das passiert in “Lost River”, in einer vom Verfall gezeichneten, von den meisten Einwohnern längst verlassenen Stadt, in der Billy (Christina Hendricks) mit ihren Söhnen Franky und Bones auszuharren versucht, während um sie herum die Abrissbagger ihr Werk verrichten. Weil die besorgte Mutter mit ihren Zahlungen im Rückstand ist, droht sie ihr Haus zu verlieren. So akzeptiert sie den Vorschlag des neuen Bankmanagers (Ben Mendelsohn), in einem bizarren Nachtclub zu arbeiten, wo die lokalen Gestörten ihre tabuisierten Triebe und Sehnsüchte ausleben dürfen. In diesem Varieté fließt Blut, wenn auch nur künstliches, zeigt der Fluch, der laut Bones’ Freundin (Saoirse Ronan) nach dem Bau eines Staudamms über der Stadt liegen soll, seine hässlichste Fratze.

    “Lost River”, zu großen Teilen in verlassenen Wohn- und Industriearealen Detroits gedreht, hat seine Stärken im Visuellen, spielt mit Unschärfen, Farben, Licht und surrealen Motiven, punktet mit düsteren Bildern auch im Aufbau von Bedrohung. Wer sich hier verlieren kann, ohne nach Orientierung zu fragen, ist gut aufgehoben. Wer aber nach einer schlüssigen Geschichte und dramaturgisch-emotional ausgeloteten Figuren sucht, wird sich in “Lost River” verlassen fühlen. kob.
  • Dass Filme nicht immer zwingend eine Geschichte erzählen müssen, um als Gesamtkunstwerk anerkannt zu werden, beweist in konstanter Regelmäßigkeit das Arthouse-Kino in all seinen Facetten. Filmemacher wie Terrence Malick sind Meister auf dem Gebiet des nonlinearen Arrangements von Szenenfragmenten, die zusammengenommen zwar als Storymotiv funktionieren, allerdings in Gänze auf so etwas wie Spannungsbögen, klar definierte Höhepunkte, Pro- oder Epiloge verzichten. Was zählt, ist das ausschließlich auf die Sinne des Zuschauers abgestimmte Endergebnis. Dem Skandinavier Nicholas Winding Refn („Drive“) gelang als einem der ersten das Kunststück, den Anspruch eines solchen Erlebnisfilms mit der Konstanz eines weitestgehend normalen Plots zu kombinieren. Und weil Hollywood-Beau Ryan Gosling ("Crazy, Stupid, Love") nicht nur Refns Lieblings-Besetzungscoup darstellt, sondern obendrein auch noch ein großer Fan des Regisseurs ist, orientiert sich Gosling bei seinem Regiedebüt in Gänze an den vermeintlichen Erfolgsmechanismen seines großen Vorbilds. Dafür erntete er bei der Weltpremiere in Cannes Buhrufe, denn einen Sinn vermag man in der bedrückenden Gesellschaftsstudie „Lost River“ auch bei näherem Hinsehen kaum zu erkennen. Als visueller Sinneseindruck in Spielfilmlänge funktioniert der surrealistische Albtraum hingegen ganz vortrefflich.

    Es sind Bilder von Feuer, von Schmerz und von psychischer Qual, die „Lost River“ dominieren und dem Mysterydrama eine ganz entscheidende Richtung vorgeben. Szenen, in welchen aus dem Nichts ein flammendes Fahrrad von rechts nach links über die Leinwand fährt oder der undurchsichtige Bully mit einer Schere Nagetiere tötet, brennen sich unter die Netzhaut des Zuschauers, der sich ganz bewusst auf die surrealistische Geisterbahnfahrt „Lost River“ einlassen muss. Eine Story existiert allenfalls lose und erzählt von den Irrungen und Wirrungen innerhalb einer Familie, die am Rande des Existenzminimums vor sich hin vegetiert. Die einzelnen Szenen bauen grob aufeinander auf, doch für den Verlauf der Geschichte selbst scheint das Geschehen einzelner Szenen nie Auswirkungen zu haben. Gosling inszeniert die Bruchstücke seines Films ganz für sich und blickt dabei stur gerade aus. Am Ende sieht er das große Fragezeichen, das er sich vermutlich über sämtlichen Köpfen seiner Zuschauerschaft wünscht, denn „Lost River“ ist ein Film der Auslegung und Interpretation. Hintergründe zu Figuren, geschweige denn eine sinnige Entwicklung einzelner Charakterzüge gibt es nicht. Taten haben keine Folgen und Szenen – allen voran die in einem äußerst ominösen und stark symbolisch aufgeladenen Nachtclub – finden zu keinem Ende. Dabei ist das Drehbuch nicht inkonsistent. Gosling, der ebenjenes auch schrieb, weiß um sein unübersichtliches Tohuwabohu und hat sichtlich Spaß an der visuell berauschenden Aufbereitung seiner Momentaufnahmen, die Noir-Experte Benoit Debie („Spring Breakers“) ganz hervorragend einzufangen weiß.

    Trotz des eher untergeordneten Faktors des Geschichtenerzählens fällt den Hauptdarstellern das nicht weniger wichtige Los zu, das Publikum durch den Wust an Sinneseindrücken zu führen. Trotz fehlender Charakterisierung ist die magische Ausstrahlung von Protagonist Bones dank Newcomer Iain De Caestecker („Drecksau“) stark. Er entführt das Publikum auf eine magische Reise, der er mit seiner kantigen Art seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Auch Christina Hendricks („Drive“) überzeugt als verzweifelte Mutter mit dem unbändigen Willen, für ihre Kinder da zu sein, wohingegen Saoirse Ronan („Grand Budapest Hotel“) in ihrer kleinen Nebenrolle ebenso verschenkt ist wie Eva Mendes („The Place Beyond the Pines“) als vermeintlich undurchsichtige Cat, die vielmehr das Abziehbild einer Femme Fatale ausfüllt.

    Fazit: Verkopftes Kunstkino als Erlebnis für die Sinne: Ryan Goslings Regiedebüt ist kein Film für die Masse und widersetzt sich in Gänze den Prinzipien des modernen Geschichtenerzählens. „Lost River“ ist ein visuell herausragendes Klagelied auf die Einsamkeit – und ein Kinorausch, den man sich nicht entgehen lassen sollte.
  • Visionärer Trip, der wie ein Traum anmutet.
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