Le Weekend (2013)

Originaltitel: Le Week-End
Le Weekend Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3

Filmhandlung und Hintergrund

Le Weekend: Melancholische Tragikomödie um ein britisches Ehepaar, das Jahrzehnte nach seiner Hochzeitsreise nach Paris für ein Wochenende dorthin zurückkehrt.

Eine britisches Ehepaar Ende fünfzig reist nach Paris, um nach 30 Jahren Ehe der Liebe neuen Schwung zu geben. Der Weekend-Trip verläuft anders als geplant. Das Hotel aus den Flitterwochen ist eine Bruchbude, die neue Luxusbleibe eigentlich unerschwinglich. Man zankt sich. Als dann noch Jeffs Freund aus Cambridge-Tagen auftaucht, spitzt sich die emotionale Lage zu, wird die sowieso schon fragile Beziehung auf eine schwere Probe gestellt.

Ein britisches Ehepaar kehrt Jahrzehnte nach seiner Hochzeitsreise nach Paris für ein Wochenende in die Stadt zurück. Melancholische Tragikomödie und Hommage an das französische Kino mit Jim Broadbent und Lindsay Duncan.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ist es eine gute Idee, den 30. Hochzeitstag in Paris, der Stadt der Liebe, zu feiern? Die bittersüße Komödie "Le Weekend" bejaht die Frage nur sehr eingeschränkt. Die Konfrontation eines Ehepaars Ende 50 mit dem wenigen, was von seinen Träumen übrigblieb, kann in Paris noch heftiger als anderswo ausfallen. Regisseur Roger Michell ("Notting Hill", "Morning Glory") und Drehbuchautor Hanif Kureishi ("Mein wunderbarer Waschsalon", "Venus") mischen konflikthaftes Bilanzdrama mit bekömmlicher Mainstream-Unterhaltung.

    Sie sind nach Paris gekommen, um sich wieder jung zu fühlen. Nick gibt sich im Hotelzimmer ganz dem alten Bob-Dylan-Song „Like a Rolling Stone" hin, kommt in Fahrt, surft auf dem emotionalen Aufschrei des Textes: „How does it feel, to be on your own, to be without a home, like a complete unknown?" Noch während diese Zeilen aus dem Ohrhörer erklingen, verändert sich Nicks Gesichtsausdruck: Er, der vielversprechende Intellektuelle von einst, spielt jetzt im akademischen Leben keine Rolle mehr. Nick und Meg sind in einem Alter angekommen, in dem sie Inventur machen müssen. Vor allem der großartige Jim Broadbent schafft es, den aufreibenden Wechsel der Stimmungen zu zeigen, den Kampf um die Deutung, ob das Glas noch halb voll, oder doch eher schon halb leer ist.

    Nick und Meg haben etwas Trotziges, wenn sie ihr Jungsein verteidigen, oder besser gesagt, ihr Recht auf Lebenslust. Das gibt der Komödie eine sehr authentische, unmittelbare Atmosphäre. Sie zeigt, wie interessant die Konflikte dieser Generation sind und dass sie ein Terrain für filmische Entdeckungen abgeben. Man findet hier starke Szenen, wie eine Tischrede im wahrhaftigen, wütenden Geist der 70er Jahre. Allerdings ist das Paar auch überfordert mit der Vielzahl von Problemen, die ihnen der Film aufbürdet. Die Reibungsflächen mäandern bis ins Alberne und die Auseinandersetzung wird für Zuschauer immer wieder rätselhaft. Das Unvollkommene aber gehört zum Experimentalcharakter dieser ungewöhnlichen Komödie.

    Fazit: Die bittersüße Beziehungskomödie "Le Weekend" und ihr großartiger Hauptdarsteller Jim Broadbent machen aus der Bilanz eines Ehepaars zum 30. Hochzeitstag einen aufregenden emotionalen Balanceakt.
  • 30 Jahre nach dem Honeymoon kehrt ein britisches Paar nach Paris zurück und versucht ein Flitterwochen-Revival.

    Wenn sich zwei wie Erfolgsautor Hanif Kureishi (“Mein wunderbarer Waschsalon“) und Roger Michell, unvergesslich seit “Notting Hill“, zusammen tun, dann muss das Ergebnis super sein. Ist es auch. Auf Paris als Stadt der Liebe in rotem Zuckerguss und die alt bekannten Klischees oder auf Woody Allens Postkartenbilder verzichtet Michell großzügig. Die Metropole offenbart sich aus der Perspektive englischer Touristen als Gewirr von Straßen und Menschen. Er lässt Nick und Meg in die französische Hauptstadt reisen, die ihrer Ehe nach 30 Jahren neuen Schwung geben möchten und ein Flitterwochen-Revival versuchen. Der Start ist holprig. Das einst romantische Hotel ist inzwischen eine Bruchbude, die Suite im Hotel viel zu teuer, sodass Megs Kreditkarte am Ende streikt und die Luxus-Bleibe durch den Hintereingang verlassen werden muss. Dazwischen liegt ein Wochenende voller Erinnerungen, ziemlich viel Zoff und eine emotionale Auffrischung mit Tücken. Man liegt sich in den Haaren und in den Armen.

    Die dritte Zusammenarbeit zwischen Kureishi und Michell nach “Venus” und “The Buddha of Suburbia” über das Suchen und Wiederfinden der Liebe wärmt das Herz wie ein guter alter Cognac. Die Stärke in diesem sowieso starken Werk liegt in dem imponierenden Aufgebot an Schauspielern. Wenn Oscarpreisträger Jim Broadbent mit Charakterdarstellerin Lindsay Duncan alle Höhen und Tiefen durchleben, dann ist man mittendrin im Gefühlschaos, bibbert um ein Happy End. Wie Hefe im Teig wirkt der weltmännische und sehr amerikanische Jeff Goldblum als Nicks Freund aus Cambridge-Tagen. Seine Figur provoziert die Katharsis der Endfünfziger in dieser tragikomischen und streckenweise sehr melancholischen Geschichte. Die Musik ist – wie der ganze Film – eine kleine Hommage an das französische Kino. So verwendet Komponist Jeremy Sams schon zu Beginn auf der Zugreise Musik von Miles Davis aus Louis MallesFahrstuhl zum Schafott“, auch eine doppeldeutige Interpretation der folgenden Handlung. Im Fahrwasser eines pointierten Drehbuchs mit brillanten Dialogen und anrührenden Momenten, nimmt dieses Filmjuwel Kurs auf einen unvergesslichen Weekend-Trip, bei dem die Protagonisten ihre Lust an der Anarchie, auf das Leben und die Liebe wieder entdecken – und das alles mit britischem Humor und Understatement. mk.

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