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Le passé - Das Vergangene (2013)

Originaltitel: Le passé
Le passé - Das Vergangene Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Le passé - Das Vergangene: Intensives Beziehungsdrama über einen Iraner, der nach Jahren nach Frankreich zurückkehrt, um festzustellen, dass seine Frau mit einem Anderen zusammenlebt. Vom preisgekrönten iranischen Regisseur von "Nader und Simin".

Vier Jahre nach seiner überstürzten Heimkehr nach Teheran kehrt der Iraner Ahmad nach Frankreich zurück, um seiner Noch-Ehefrau Marie den Gefallen zu tun, die Scheidungspapiere zu unterzeichnen. Erst vor Ort erfährt Ahmad, dass Marie, die zwei Töchter aus erster Ehe hat, mittlerweile mit einem anderen Mann zusammenlebt: Samir ist nicht erfreut über die Ankunft des potenziellen Rivalen, zumal er ganz eigene Probleme hat: Seine Frau hat vor sechs Monaten einen Selbstmordversuch unternommen und liegt seither im Koma.

Ein Iraner kehrt nach Jahren nach Frankreich zurück, um festzustellen, dass seine Frau mit einem Anderen zusammenlebt. Intensives Beziehungsdrama vom preisgekrönten iranischen Regisseur von “Nader und Simin”.

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Kritikerrezensionen

  • Ein Mann, der zu seiner Scheidung anreist, fördert in der neuen Patchwork-Familie seiner Frau ungeahnte Probleme zutage. Der iranische Regisseur Asghar Farhadi ("Alles über Elly", "Nader und Simin – Eine Trennung") inszeniert sein Beziehungsdrama "Le Passé – Das Vergangene" spannend wie eine Detektivgeschichte. Mit genauem Blick für den Alltag und das Gesprächsverhalten in bunt zusammengewürfelten Großstadtfamilien thematisiert der bewegende Film die Unmöglichkeit, unvorbelastet in eine neue Beziehung zu starten. Auf dem Filmfestival in Cannes erhielt Bérénice Bejo 2013 den Preis für die beste Darstellerin.

    Maries und Ahmads Trennung vor vier Jahren ist mit dem Akt der Scheidung, der nur wenige Minuten dauert, noch keineswegs Geschichte. Ahmad fragt sich, warum ihn Marie nicht im Hotel, sondern bei sich einquartiert hat: Will sie ihn mit Samir und ihrer Schwangerschaft eifersüchtig machen? Auch Samir hat allen Grund, ins Grübeln zu geraten, denn Ahmad steht stärker im Zentrum seiner neuen Familie als er selbst. Sogar mit seinem eigenen kleinen Sohn versteht sich dieser besonnene Mann, der sich überall als Vermittler anbietet, wo es brennt, besser als er.

    Aber handelt Ahmad wirklich uneigennützig, wenn er Konflikte aufdeckt, oder will er verhindern, dass Marie und Samir heiraten? Der Zuschauer wird tief in ein Labyrinth der Gefühle und Kränkungen hineingezogen, in dem er mit den Protagonisten die Orientierung verliert: Was muss alles aufgearbeitet werden, damit die Zukunft eine Chance hat? Beziehungen sind gefährlich, denn sie können Herzen brechen und dazu führen, dass Menschen unbeabsichtigt oder aus Rachsucht Schuld auf sich laden. An diese Weisheit wird man eindringlich erinnert, wenn die Figuren nachzuforschen beginnen, wer Schuld am Selbstmordversuch von Samirs Frau Céline trägt. Stellenweise erzeugt der nachdenklich stimmende Film mit seinen vielen Wendungen und seinen hervorragend gespielten Charakteren eine ungeheuer intensive Spannung.

    Fazit: Asghar Farhadis intensives, fein beobachtetes Beziehungsdrama "Le Passé – Das Vergangene" schraubt sich mit der Spannung eines Krimis in die emotionalen Verletzungen einer Patchwork-Familie.
  • Intensives Beziehungsdrama über einen Iraner, der nach Jahren nach Frankreich zurückkehrt, um festzustellen, dass seine Frau mit einem Anderen zusammenlebt.

    Nach seinem Bären-Gewinner “Nader und Simin – Eine Trennung” erweist sich der iranische Filmemacher Asghar Farhadi mit seinem ersten außerhalb seiner Heimat entstandenen Film erneut als Meister moderner und komplexer Beziehungsdramen, in denen zwar nichts einfach, aber alles gerade wegen ihrer Komplexität immer packend, faszinierend und von einer ergreifenden Menschlichkeit ist. Zunächst geht es um den Iraner Ahmad, der aus Teheran nach Frankreich zurückkehrt, auf Drängen seiner Frau Marie, die er vier Jahre zuvor verlassen hatte. Er soll endlich die Scheidungspapiere unterzeichnen, erfährt aber erst vor Ort, dass Marie, die zwei Töchter aus erster Ehe hat, mittlerweile mit einem anderen Mann zusammenlebt. Die Situation ist von der ersten Minute an angespannt, die Konflikte sind vorskizziert.

    Dennoch entwickelt Farhadi die Handlung nie, wie man es erwarten würde, weil auch die Figuren sich nicht den allgemeinen Erwartungen fügen, sondern ein Eigenleben führen: Unmerklich lässt Farhadi mit großer Eleganz den Fokus von Ahmad, der als Außenstehender in eine Situation gerät, von der er nichts ahnt und in der er zunächst als umsichtiger Mediator abseits eigener Interessen agiert, zunächst zu Maries 16-jähriger Tochter und schließlich zu Marie selbst, gespielt von “The Artist”-Aktrice Bérénice Bejo, und ihrem neuen Liebhaber Samir (Tahar Rahim aus “Ein Prophet”) wandern, die ein ganz eigenes Päckchen zu tragen haben: Samirs depressive Ehefrau hatte vor Monaten versucht, sich das Leben zu nehmen und liegt seither im Koma.

    Um sie dreht sich schließlich das eigentliche Drama: Wer trägt Schuld an ihrem Selbstmordversuch? Ihr lebloser Körper, über den viel geredet wird, den man aber nie zu sehen bekommt, bis er in der allerletzten Szene eine entscheidende Rolle spielt, ein Sinnbild für alle Beteiligten, die sich in einem Limbo zu befinden scheinen, einem Zustand des absoluten Stillstands, gefangen in der Vergangenheit und im Hier und Jetzt, unfähig den nächsten Schritt zu gehen. Wie ein Hohn scheint es, dass Maries baufälliges Häuschen direkt neben einer Autobahn steht, Symbol für Bewegung.

    Farhadi lässt sich Zeit, seine Geschichte zu erzählen, doch wirkt “Le passé” nie lang oder langweilig: Der Regisseur hat absolute Kontrolle über die Szenerie, die Schauspieler und die Figuren. An Rohmer (ohne dessen Leichtigkeit) fühlt man sich erinnert, an Bresson (ohne dessen Agenda), an große Romane – ein echtes Ereignis. ts.

Darsteller und Crew

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