Kopfüber (2013)

Kopfüber Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Kopfüber: Drama über einen Zehnjährigen, der auf die Förderschule muss, und bei dem ADHS diagnostiziert wird.

Eigentlich ist Sascha ein Kind wie jedes andere. Am liebsten erkundet der Zehnjährige mit Freundin Elli die Gegend, zeichnet mit dem Recorder seltsame Geräusche auf oder sucht Zubehör für sein Fahrrad. Trotzdem hat Sascha ein Problem. Er kann sich nicht konzentrieren, neigt zu unkontrollierten Gefühlsausbrüchen. Sascha hat ADHS. Um die überforderte Mutter zu entlasten, bekommt der Junge einen Erziehungsbeistand. Das läuft ganz gut. Dann muss Sascha Medikamente nehmen. Jetzt hat er ADHS im Griff, aber er ist nicht mehr er selbst.

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit dokumentarischen Mitteln höchst glaubwürdig erzähltes Drama über einen unter ADHS leidenden Jungen, in dem das Für und Wider einer Behandlung durch Retalin zur Diskussion gestellt wird.

    Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung kurz ADHS ist eine jener neuen Zivilisationskrankheiten, die gerne vorschnell mit dem Medikament Retalin bekämpft wird. Bernd Sahling, der 2004 für “Blindgänger” den Bundesfilmpreis für den besten Kinderfilm erhielt, stellt in “Kopfüber” zur Diskussion, ob Kinder, die an dieser Störung leiden, Tabletten nehmen sollten oder nicht. Dabei nähert sich der Regisseur dem Thema auf dokumentarische Weise, schildert den Alltag von Sascha, der nicht lesen und schreiben kann, dafür aber klaut, manchmal herumbrüllt und zuweilen unvermittelt einen Tobsuchtsanfall bekommt. Gespielt wird Sascha von dem Laiendarsteller Marcel Hoffmann, der im wirklichen Leben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat wie die Hauptfigur.

    Weil Marcel sich im Prinzip selbst spielt, erreicht Sahling ein Höchstmaß an Authentizität. Und auch die Geschichte, die er erzählt, beruht auf Erfahrungen, die der Filmemacher gemacht hat, als er selbst als Familienhelfer im Potsdamer Jugendamt gearbeitet hat. Wichtig ist es Sahling, den Unterschied herauszuarbeiten, wie sich Sascha mit bzw. ohne Medikamente verhält. Dabei greift er zu relativ plakativen Mitteln. So kann der Junge mehr oder weniger von einer Szene auf die andere plötzlich lesen und schreiben, bekommt gute Noten, ist höflich und zuvorkommend, hat aber plötzlich keine Lust mehr, etwa seiner Lieblingsbeschäftigung, mit Freundin Elli seltsame Geräusche auf dem Recorder aufzuzeichnen, nachzugehen. Und das Schlimmste: er hat auch noch sein Lachen verloren.

    Das wirkt zwar auf den ersten Blick wenig nachvollziehbar, macht aber dafür in kürzester Zeit das Für und Wider von Retalin plausibel. Dabei verzichtet Sahling darauf zu urteilen, er will nicht werten, lediglich zur Diskussion stellen, auf ein gesellschaftliches Problem aufmerksam machen. Unterstützt wird er bei seiner Mission von einer hervorragenden Inka Friedrich, bekannt aus Andreas Dresens “Sommer vorm Balkon” und “Halt auf freier Strecke”, als überforderte alleinerziehende Mutter und Newcomer Claudius von Stolzmann als hilfsbereiter wie auch hilfloser Erziehungsbeistand Frank, den Sascha spöttisch seinen Bodyguard nennt und der als Sahlings Alter Ego fungiert. Auch wenn “Kopfüber” ein Film mit Kindern und für Kinder ist, sollten sich vor allem Eltern und Lehrer diese einfühlsame Studie über einen unter ADHS leidenden Jungen ansehen. lasso.

Darsteller und Crew

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