Kind 44 (2014)

Originaltitel: Child 44
Kind 44 Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (11)
  1. Ø 3
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 2.3

Filmhandlung und Hintergrund

Kind 44: Verfilmung des in der Sowjetzeit angesiedelten Krimibestsellers "Kind 44" von Tom Rob Smith, über einen KGB-Agenten, der eine Mordserie an Kindern untersucht.

Waisenkind Leo Demidow hat es weit gebracht, ist 1953 ein mächtiger Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Doch als seine Frau als Verräterin denunziert wird, bekennt er sich zu ihr, fällt damit tief. In eine Industriestadt deportiert, muss der Geheimpolizist erkennen, dass Liebe nicht die Basis seiner Ehe ist. Aufgewühlt und von seinen Feinden beobachtet, entdeckt er mit der Leiche eines brutal misshandelten Jungen die Spur eines Serienmörders. Doch Verbrechen darf es im stalinistischen Regime offiziell nicht geben. Waisenkind Leo Demidow hat es weit gebracht, ist 1953 ein mächtiger Mitarbeiter des sowjetischen Ministeriums für Staatssicherheit. Als seine Frau als Verräterin denunziert wird, bekennt er sich zu ihr, fällt damit tief. In eine Industriestadt deportiert, muss der Geheimpolizist erkennen, dass Liebe nicht die Basis seiner Ehe ist. Aufgewühlt und von seinen Feinden beobachtet, entdeckt er mit der Leiche eines brutal misshandelten Jungen die Spur eines Serienmörders. Doch Verbrechen darf es im stalinistischen Regime offiziell nicht geben. Ein in eine einsame Provinz versetzter KGB-Agent untersucht eine Mordserie an Kindern. Stark besetzte Verfilmung eines in der Sowjetzeit angesiedelten Krimibestsellers von Tom Rob Smith.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In Russland wurde der Start der Romanverfilmung „Kind 44“ noch vor dem offiziellen Release-Datum gecancelt. Der offizielle Grund: Angeblich würden historische Fakten innerhalb des Kriegsdramas nicht korrekt wiedergegeben, um Russland absichtlich in ein falsches Licht zu rücken. Romanautor Tom Rob Smith steht diesem krassen Schritt mit Unverständnis gegenüber. Die Verfilmung der Geschichte, in der ein Geheimdienstoffizier in Russland hinter die Serienmorde von insgesamt 44 Kindern zu kommen versucht, orientiert sich stark an der Buchvorlage und ist alles, außer bewusst provokant. „Safe House“-Regisseur Daniel Espinosa inszeniert einen Kriminalfall innerhalb eines traurigen Kapitels der russischen Geschichte und widmet sich mit viel Fingerspitzengefühl den davon beeinflussten Seelen. Effekthascherei oder Sensationsgier auf Kosten reeller Ereignisse? Fehlanzeige! Geschickt verwebt das von Ridley Scott („Exodus“) mitproduzierte Kriegsdrama eine fiktive, in einem solchen Umfeld jedoch durchaus erdenkliche Geschichte mit der authentischen Kulisse der frühen Fünfzigerjahre.

    Ganz in ihrem Dienst agieren auch die Darsteller: Tom Hardy („Mad Max: Fury Road“) und Noomi Rapace („The Drop“) spielen in ihren Hauptrollen auf höchstem Niveau und geben „Kind 44“ eine starke, wenn auch vom Schicksal gezeichnete Seele. Daniel Espinosa ist sicher nicht daran gelegen, mit seiner neuesten Produktion einen Beitrag zum Feelgood-Kino abzuliefern, doch gerade die Authentizität der Darstellerinteraktion sorgt für eine beachtliche Nachwirkung beim Zuschauer. Espinosa lässt die Stärke und Geschliffenheit einer detaillierten, fiktionalen Geschichte mit der Atmosphäre einer Dekade verschmelzen, die ob ihrer unterkühlten Raffinesse gerade im Thrillergenre immer wieder gern als Kulisse genommen wird. Doch „Kind 44“ ist genau genommen keiner dieser typischen Kalter-Krieg-Storys. Die Inszenierungsweise von Espinosa macht deutlich, dass sich der Filmemacher ganz bewusst von den Mechanismen eines adrenalingeladenen Suspensestückes loslöst, um sich vielmehr auf der Dramaebene zu entfalten. Das ist bisweilen träge, wenn man als Zuschauer einen Film erwartet, der sich aus den üblichen Thriller-Versatzstücken zusammensetzt, doch lässt man sich auf das brodelnd-unheilvolle Flair von „Kind 44“ ein, wird man schnell herausfinden, dass das sukzessive Anziehen der Spannungsschraube wesentlich lauter nachhallt als oberflächlicher Nervenkitzel.

    Dennoch ist nicht zu leugnen, dass Drehbuchautor Richard Price („The Wire“) den vielen Erzählsträngen nicht immer ganz Herr wird. Obwohl im Mittelpunkt von „Kind 44“ die titelgebenden Kindsmorde stehen, verschwendet er viel Zeit für die Hintergründe sämtlicher Figuren und das Formen der äußeren Umstände. Per se ist dieser Gedankengang nicht falsch, immerhin trägt er doch einen Großteil zu beißenden Stimmung des Filmes bei. Doch die Charaktere bleiben dem Publikum ob ihrer unnahbaren Zeichnung seltsam fern und der eigentliche Plotfokus gerät über die detaillierte Auseinandersetzung mit der russischen Nachkriegszeit immer wieder zu weit in den Hintergrund. Die ausladende Spielzeit von rund zweieinhalb Stunden lässt „Kind 44“ mancherorts zerfahren wirken. Eine Straffung um eine halbe Stunde scheint hier der Schlüssel zum Erfolg, denn so hätten sich alle Beteiligten auf das essentiell Wichtige konzentrieren und den interessanten roten Faden deutlicher betonen können.

    Fazit: „Kind 44“ ist ein hochanspruchsvoller und toll gespielter Thriller für Zuschauer, die Spannung abseits üblicher Thrillerkost suchen und für eine mitreißende Atmosphäre auch die eine oder andere Länge in Kauf nehmen.
  • In der Verfilmung des ersten Buchs von Tom Rob Smiths Bestsellertrilogie ist die stalinistische Sowjetunion Jagdgebiet eines Serienmörders.

    “Es gibt kein Verbrechen im Paradies”, propagiert die Partei, während in Stalins Diktatur millionenfach gefoltert, interniert oder hingerichtet wird. Diese zynische Propaganda-Maxime macht die Ermittlungen bei der Aufklärung von 44 Kindermorden systemgefährdend, während das düstere Porträt eines Landes gezeichnet wird, das angesichts des Ukraine-Konflikts aktuelle Brisanz erhält.

    Die Ukraine spielt auch eine tragende Rolle für die erzählte Geschichte. Denn in den Hungersnöten der frühen 1930er Jahre, die das Sowjet-Regime zur Brechung ukrainischen Widerstands forcierte, liegt die Keimzelle für zwei ruinierte Leben – für die Geburt eines Triebtäters und eines linientreuen Offiziers. Leo Demidow (Tom Hardy), ein ukrainisches Waisenkind, hat sich 1953 zu einem mächtigen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit empor gedient. Doch seine Unantastbarkeit ist so illusionär wie seine Ehe mit Raissa (Noomi Rapace), deren Glücksfassade schnell aufgebrochen wird. Die Hintergründe werden im Verlauf der Handlung enthüllt, die mit der Verhaftung eines vermeintlichen Verräters eine tragische Wende erfährt. Als der Mann unter Folter Raissa als Spionin denunziert und Leo sich zu ihr bekennt, wird das Paar in eine von industrieller Tristesse dominierte Provinzstadt deportiert. Hier wird die Leiche eines grausam misshandelten Jungen gefunden, hier stellt der degradierte Geheimpolizist die Bezüge zu 43 anderen Todesfällen her, die Unschuldigen in die Schuhe geschoben oder als Unfälle deklariert wurden.

    Die Ermittlung des Täters und die ebenso etwas holprige Jagd auf ihn, die im nicht ausgereiften Finale für Spannung sorgt, ist ein wichtiger, aber nicht der zentrale Aspekt in dieser Ridley-Scott-Produktion. Der Fokus liegt in der Zeichnung eines oppressiven Systems, in dem Angst das Leben lähmt. Mit düsteren Bildern und klaustrophobischen Perspektiven, den wilden menschlichen Tieren, die die Protagonisten attackieren, der Brutalität eines Massenmörders, die der des Regimes, verdichtet in einer Hassfigur (Joel Kinnaman), gegenübergestellt wird, ist dieser Thriller-Drama-Mix von Daniel Espinosa (“Safe House”) keine leichte, aber lohnende Kost. Den Himmel muss man suchen, doch am Ende kann man ihn finden. Wenn eine Liebe, die bisher nur Behauptung war, und mit ihr eine Familie berührend geboren werden. kob.
  • Die Zutaten stimmen, doch am Ende kommt trotzdem ein zähes bis tristes Möchtegern-Epos heraus.
  • Kind 44 hätte ein in der Sowjetunion angesiedelter Who-Done-It-Thriller werden können, der mit einem (mittlerweile wieder) unverbrauchten Look begeistert, doch der Film verzettelt sich ungemein in seiner Geschichte, findet nie das richtige Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Handlungssträngen und lässt Spannung und einen roten Faden vermissen. Hier wollte man mehr erzählen, als es dem Film gut tut. Das können auch die hervorragenden Darsteller rund um Tom Hardy nicht retten. Schade.
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