Hol Dir jetzt die neue kino.de App   Deutschland geht ins kino.de

Karol Wojtyla - Geheimnisse eines Papstes (2006)

Karol Wojtyla - Geheimnisse eines Papstes Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (0)
  1. Ø 0
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 0

Filmhandlung und Hintergrund

Karol Wojtyla - Geheimnisse eines Papstes: Dokudrama anlässlich des ersten Todestages von Papst Johannes Paul II., das die Spielhandlung mit den Erinnerungen seiner Wegbegleiter verzahnt.

27 Jahre lang war Karol Wojtyla als Papst Johannes Paul II. das Oberhaupt der katholischen Kirche. Anlässlich seines ersten Todestages zeichnet das Dokudrama wichtige Ereignisse aus seinem Leben nach. Regisseur Gero von Boehm schlägt den Bogen vom Zweiten Weltkrieg in Polen, wo der junge Wojtyla als Widerstandskämpfer agierte, bis hin zu seiner Rolle als politischer Papst in der heißen Phase des Niedergangs der kommunistischen Systeme.

Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Das Leben des Papstes in nur einer Stunde erzählen zu wollen, scheint eine unlösbare Aufgabe. Regisseur Gero von Boehm setzt sich mit seinem Dokudrama gar nicht erst dem Versuch einer kompletten Biografie aus. Bewusst hat er besondere Ereignisse und Wendepunkte aus dem Leben Johannes Paul II. ausgewählt, die den Rahmen seiner stringenten, durchaus spannenden Filmerzählung bieten. Ausgangspunkt von “Karol Wojtyla – Geheimnisse eines Papstes” ist das Attentat auf das katholische Kirchenoberhaupt im Jahr 1981, dessen genaue Hintergründe bis heute ungeklärt sind. Von Boehm, der zusammen mit Jürgen Büscher auch das Drehbuch geschrieben hat, legt in der Folgezeit den Schwerpunkt auf das politische Wirken des Papstes, angefangen mit einer Rückblende ins Polen des Jahres 1939, wo sich der junge Wojtyla als Widerstandskämpfer betätigt. Mangels Dokumentaraufnahmen stehen hier die Spielszenen im Vordergrund. Dabei ist Boehm und seinem Team vor allem mit der Besetzung von Devid Striesow ein echter Coup gelungen. Er sieht dem jungen Karol Wojtyla verblüffend ähnlich. Mit der Papstwahl 1978, die in einer Mischung aus Dokumentarmaterial und inszenierter Darstellung der Stimmenauszählung gezeigt wird, übernimmt der gewohnt souveräne Michael Mendl die Hauptrolle. Das Dokudrama fokussiert sich ab diesem Punkt auf die Rolle des Papstes beim Niedergang der kommunistischen Systeme in den 80er Jahren. Unter anderem unterstützte Johannes Paul II. das Wirken der unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc in seinem Heimatland Polen, auch im Zusammenspiel mit der US-Regierung und deren Geheimdienst CIA. In dieser Phase beeindruckt von Boehms Film vor allem durch die Prominenz der Interviewpartner, die sich vor der Kamera äußern. Helmut Kohl und Michail Gorbatschow berichten ebenso über die damaligen Ereignisse wie der damalige polnische Ministerpräsident Wojciech Jaruzelski, der dort nach den Arbeiteraufständen 1981 das Kriegsrecht verhängt hatte. In einer beeindruckenden Sequenz räumt Jaruzelski ein, dass ihm vor einem späteren Treffen mit dem Papst “die Knie gezittert” hätten. Während der Haupt-Handlungsstrang Johannes Paul II. als selbstbewusstes, politisches Kirchenoberhaupt darstellt, hat von Boehm einen Kunstgrifft gewählt, um auch auf andere Aspekte seines Denkens und Handelns einzugehen. Immer wieder sucht der Filmpapst das Gespräch mit seinem Gärtner Peppino Mancuso, einer erfundenen Figur, die von Mario Adorf dargestellt wird. Themen wie Sexualität, Abtreibung oder künstliche Befruchtung werden hier angerissen, ebenso die oft kritisierte streng konservative Position des Papstes hierzu. Allerdings bleiben die Wortwechsel doch zu sehr an der Oberfläche, die Adorf-Figur wirkt oftmals wie ein Zugeständnis an das eher Unterhaltungs-orientierte Publikum. Neben kleineren inszenatorischen Schwächen – so wirken die Darstellungen der Krisensitzungen der kommunistischen Regierungen in ihrer Klischeehaftigkeit wie aus einem 60er Jahre-Agentenfilm – ist dies jedoch der einzige Kritikpunkt an “Karol Wojtyla – Geheimnisse eines Papstes”. Gero von Boehms Film bietet einen interessanten, kurzweiligen Einblick in das Leben und Wirken des Papstes. Man darf auf seine weiteren Arbeiten über Einstein, Beethoven und von Humboldt gespannt sein. jl.

Darsteller und Crew

Kommentare