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Kaltes Land (2005)

Originaltitel: North Country
Kaltes Land Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 0
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 4.5

Filmhandlung und Hintergrund

Kaltes Land: Mit Charlize Theron perfekt besetztes Drama um amerikanische Minenarbeiterinnen, die sich gegen sexuelle Belästigung wehren.

Ende der 80er steht Josey Aimes (Charlize Theron) vor den Trümmern ihrer Ehe und muss, um sich und die beiden Kinder in ihrer Heimatstadt im Norden Minnesotas wirtschaftlich über Wasser zu halten, als einfache Arbeiterin im Bergwerk der Pearson Tacomite and Steel anheuern. Dort betrachten männliche Kollegen und Vorgesetzte die wenigen weiblichen Angestellten als Freiwild. Als Josey sich gegen die rabiaten Belästigungen schließlich juristisch zur Wehr setzt, schlägt der Konzern mit aller Härte zurück.

Whale Rider”-Regisseurin Niki Caro versammelt illustres US-Personal für dieses engagierte Blue-Collar-Drama nach einer wahren Geschichte.

Mit ihrem Job in einer Mine soll für die zweifache Mutter Josey nach gescheiterter Ehe ein neues Leben beginnen. Doch mehr als die harte Arbeit zermürben sie die sexuellen Anspielungen und Demütigungen der Männer, die sogar in körperliche Attacken münden. Geschockt zieht Josey vor Gericht, braucht aber die Solidarität ihrer Kolleginnen, um von der Verleumdungsstrategie der Verteidigung nicht überrollt zu werden.

Nach gescheiterter Ehe mit einem brutalen Trinker kehrt die Josey mit ihren beiden Kindern in ihr Elternhaus nach Minnesota zurück. Um die Familie über Wasser zu halten, nimmt sie einen Job in einer Mine an. Doch im rauen, männerdominierten Berufsalltag sind Frauen nicht gern gesehen, und so muss Josey sich jeden Tag aufs Neue den Beleidigungen, Demütigungen und Übergriffen ihrer Kollegen stellen. Nachdem selbst Beschwerden bei ihren Vorgesetzten nicht fruchten, zieht die entnervte Mutter gegen ihre Arbeitgeber vor Gericht.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Josey Aimes (Charlize Theron in einer erneut oscar-würdigen Rolle) hat es nicht leicht als Mutter von zwei Kindern, die von ihrem Mann verprügelt wird, mit Kollegen, die sie in einem "typischen Männerjob" nicht akzeptieren wollen, hängen gelassen von einer Gewerkschaft, die ihr den Rücken nicht stärkt, und mit einem Vater, der ihr in den Rücken fällt und sie verachtet. Nein, Josey hatte es nie leicht, aber sie weiß, dass sie Recht hat, und als das Maß der Demütigung selbst ihre Toleranzgrenze übersteigt, verlangt sie von ihrem Arbeitgeber und ihrem sozialen Umfeld nur eines: Akzeptanz.

    (...) Die kunstvolle Montage der unterschiedlichen Zeit- und Erzählebenen, die eindrucksvollen Aufnahmen der Natur- und Industrielandschaften, aber vor allem die herausragende Führung der Schauspieler ergeben einen Film, der in seiner Intensität überwältigend ist. So gelingt es, die Zuschauer an einer Geschichte teilhaben zu lassen, die sich jenseits der üblichen großen Hollywood-Themen bewegt.

    Trotz der Konzentration auf ein individuelles Schicksal bleibt die Geschichte von "Kaltes Land" jederzeit universell übertragbar auf die feministische Emanzipation der achtziger Jahre innerhalb der industriellen Arbeitswelt der westlichen Industriestaaten. Ja mehr noch, sie erzählt, warum und wozu die Schwachen sich wehren müssen, wenn die Mächtigen ihre Macht mißbrauchen.

    (...) Beeindruckend, wie es der Regisseurin Caro gelingt, einen Focus auf Charlize Theron zu legen und trotzdem dem weiteren, brilliant agierenden Ensemble Platz für individuelle darstellerische Höchstleistungen einzuräumen, die jenseits von großen ausgewalzten Dialogen auch durch Mimik und Gestik zu überzeugen vermögen. Sissy Spacek etwa als Mutter hat eine ziemlich stumme und zurückgenommene, aber nichts destotrotz starke Rolle. Und selbst die breite Masse der männlichen Belegschaft innerhalb der Minengesellschaft ist absolut glaubhaft besetzt und geführt.

    Empörung und Mitgefühl der Zuschauer werden nicht anhand einfacher handwerklicher Kniffe erzeugt, sondern durch eine emotionale Involvierung, die an Grenzen geht, ohne peinlich zu werden. Das Vertrauen der Regisseurin in das hohe Können von Cast und Crew führt den Film zu einer gemeinsamen, beispielhaften Meisterleistung dessen, was Hollywood jenseits industrieller Kinomassenware zu leisten im Stande ist.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Ein Film, der in leisen und ruhigen Bildern die tragische Geschichte erzählt, die wohl viele Frauen dieser Welt erzählen könnten. Eine Geschichte von stillschweigendem hinnehmen, was Männer sich aufgrund ihrer körperlichen Überlegenheit herauszunehmen wagen.

    Die Figur der Josy gab es echt, dieser Film basiert auf wahren Tatsachen und ist damit umso trauriger. Die Josy im Film muss sich durch einen Urwald an männlicher Gewalt kämpfen. Seit sie erste Anzeichen machte, zu einer Frau zu werden, wurde sie immer wieder belästigt.

    Im Alter von sechzehn wurde sie von ihrem Lehrer vergewaltigt, ihr Ehemann hat sie geschlagen und in der Mine wo sie ihr erstes Stück Freiheit durch harte Arbeit erkaufen will wird sie und auch ihre Arbeitskolleginnen von jeder nur möglichen Seite belästigt.

    Die Männer kommen in diesem Film nicht gut weg. Eine große Masse wird als triebhafte und rücksichtslose Gruppe dargestellt. Es sind nur wenige Männer, die an ihre Würde als Teil der Menschheit appellieren und an die Verantwortung darin.

    Der Regisseur lässt den Bildern des alltäglichen Lebens und den dazugehörigen Geräuschen Raum. So entsteht ein realistisches Abbild, das die Protagonistin mit ihren Nöten und ihrer Einsamkeit in einer bigotten Gesellschaft umso näher ans Herz wachsen lässt.

    Das Rauschen der Kohle auf dem Förderband und der unerbittliche Fortlauf lassen die Härte eines alltäglichen Arbeiterlebens erahnen und spürbar werden. Doch für Josy gibt es einen zarten Hoffnungsschimmer am Horizont.

    Fazit: In eiskalten Bildern erzählter, wunderschön photographierter Film der von einer unglaublichen Brutalität erzählt, die kaum zu ertragen ist, wäre da nicht das Gesicht von Charlize Theron. Ein Film, der wirklichen Grund zu Tränen im Kino gibt.
  • Das US-Debüt von Niki Caro zeigt die Qualitäten, die schon “Whale Rider” nicht nur zu einem Neuseelandhit machten: Ein starkes Ensemble, naturalistische Bilder und die packende Geschichte einer Frau, die sich in der Welt der Männer behaupten muss.

    “Inspiriert von einer wahren Geschichte” signalisiert zu Beginn, dass der Film den authentischen Fall der ersten Sammelklage wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz nur als Richtschnur benutzt. Die von einer Anwältin und einer Journalistin verfasste Vorlage “Class Action” widmet sich detailliert auch dem juristischen Behauptungskampf der Protagonistin. Caro reduziert diese Schlacht in “Troja”-Manier von 14 Jahren auf wenige Wochen, konzentriert sich auf die Ereignisse, die zur Klage führten und auf die Veränderung einer Frau, die ihr Leben erstmals selbst in die Hand nimmt. Josey, von Charlize Theron verletzlich, aber nicht passiv angelegt, zieht nach gescheiterter Ehe mit zwei Kindern in das kalte Minnesota. Als sie auf Anraten einer Freundin (Frances McDormand) im Bergwerk zu arbeiten beginnt, bläst ihr der eisige Wind der Männer entgegen, die ihr angestammtes Territorium verteidigen. Wie schon die anderen Frauen in der Mine erwartet Josey eine Tour der Demütigungen: die Zwangsuntersuchung beim Gynäkologen, die billigen Zoten, die verbalen und körperlichen Annäherungen, bei denen es vordergründig um Sex, tatsächlich um Dominanz und Rollenverhalten geht. Wie auch im Fall Lois Jensons, dem realen Vorbild, potenziert sich der Druck auf Josey, weil sie attraktiv, am Arbeitsplatz reserviert, privat aber keine Frustfee ist. Frauen, die viele Männer hatten oder haben könnten, werden als Bedrohung erlebt, als Freiwild betrachtet. Gerade diesen Punkt arbeitet Caro gut heraus, bietet mit McDormands Mann und auch Therons späterem Anwalt positive Figuren als Gegengewicht zu den Minenmännern an. Man kann sich fragen, ob Caros Expedition ins Revier von “Harlan County, USA” oder “Matewan” einen romantischen Sideplot, die Krankheit McDormands, die übereilte Läuterung eines distanzierten Vaters, vor allem aber den Vorfall in der Schulzeit der Protagonistin wirklich braucht, der das Motiv für die Klage noch verstärken soll. Man kann all das für überflüssig halten und trotzdem resümieren, dass “Kaltes Land” in den Bildern von Veteran Chris Menges Milieu und Klima (nicht nur meteorologisch) perfekt spiegelt und zuschauerfreundlich Qualitätsunterhaltung mit Anspruch bietet. kob.

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