Kai Rabe gegen die Vatikankiller (1998)

Kai Rabe gegen die Vatikankiller Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Kai Rabe gegen die Vatikankiller: Spaßiges, mit Comic-Gewalt und -Humor bestückte Genre-Spiel über den Dreh eines Genre-Films.

Film ist Mord. Das bekommt Regisseur Rufus gleich bei seiner ersten Kinoproduktion “Die Vatikankiller” zu spüren. Starlet Carla, das ihrem Regisseur bereitwillig bis ins Bett folgt, wird ermordet. Das ruft Mordkommissar Bernd an den Set, der sich mit dem Star des Films, Kai Rabe, feuchfröhlich verbrüdert und mit Hauptdarstellerin Maria anbändelt statt zu ermitteln.

Drei Erzählstränge – ein Film. Story 1: Ein Regisseur möchte den Film “Die Vatikankiller” realisieren, bekommt aber seinen hochgradig alkoholkranken Hauptdarsteller Kai Rabe einfach nicht in den Griff. Story 2: Ein mysteriöser Serienkiller, der mit Vorliebe blutjungen Nachwuchsdarstellerinnen den Garaus macht, treibt hinter den Kulissen sein Unwesen. Story 3: Ein dem Hochprozentigen keineswegs abgeneigter Kommissar verliebt sich in eine überaus zickige Leinwand-Diva.

Spaßiges, mit Comic-Gewalt und -Humor bestückte Genre-Spiel über den Dreh eines Genre-Films.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der zweite Film von Regisseur Thomas Jahn ("Knockin' on Heaven's Door") ist alles andere als ein typisch deutscher Film, jedoch thematisch im gleichen Raum anzusiedeln wie Dietls "Rossini". Der Film beleuchtet satirisch das Filmgeschäft. Wo "Rossini" jedoch feinhumorig, makaber, ruhig und hintersinnig war, kommt "Kai Rabe..." doch eher mit dem Holzhammer und versucht nicht, sein Publikum zum Mitdenken anzuregen, sondern es brutal zu schocken.

    Jahn macht vor keinem Tabu Halt, splattert hier wahllos in der Gegend rum, lässt eine Handvoll Kinder ums Leben kommen (Drei werden überfahren, zwei erschossen), schafft es jedoch durch die gnadenlose Übertreibung die er hier auch in den Charakterisierungen an den Tag legt, dass sich die ganzen "Blood & Gore"-Sequenzen wunderbar ins Geschehen eingliedern. Das einzige was "Kai Rabe..." fehlt ist aber eine zusammenhängende Geschichte.

    Die Serienmördergeschichte, um die es eigentlich geht, rückt zugunsten von Filmparodien, sarkastischen Aussetzern und Schockmomenten immer weiter nach hinten und ist am Ende gar so unwichtig, dass die Auflösung nur noch aus dem Off heraus kommt. Einige Geschmacklosigkeiten haben sogar mich für einen Moment sprachlos gemacht, zum Beispiel wenn Darsteller Kai Rabe eine Rede vor dem übrigen Filmteam hält und dabei deutlich Adolf Hitler imitiert oder wenn zwei unschuldige Kai Rabe-Groupies von Salomon und Hesekiel gnadenlos über den Haufen geschossen werden.

    Diese Momente heben den Film dann aber auch wieder aus dem Gros deutscher Filmproduktionen heraus, denn in einer deutschen Großproduktion erlaubt sich eigentlich niemand solche Affronts. Und trotz seiner unkonventionellen Ader, seiner grandiosen Darsteller, denen man in jedem Moment anmerkt, wieviel Spaß sie beim Dreh hatten und einiger wirklich witziger Momente - die jedoch nur für Filmkenner wirklich witzig sind bzw. von Gaststars wie Oliver Kalkofe, der in seiner Szene als schmieriger Late Show-Moderator den Superatar Rabe vor der gesamten Nation zur Sau macht, getragen werden - gelingt es "Kai Rabe gegen die Vatikankiller" doch niemals, zu überzeugen, was an seiner Zusammenhanglosigkeit, seiner übertriebenen Amerikanisierung und seiner Unglaubwürdigkeit liegt. Der Film versucht das deutsche Filmgeschäft zu beschreiben. Aber soll das wirklich einer glauben, was hier abgeht? Der Film ist halt einfach Geschmackssache.

    Fazit: Gnadenlose Übertreibungen und brutale Schockelemente lassen den Film zu einer Geschmacksfrage werden.
  • In einem Blitzstart nach Maß legte Thomas Jahn sein Regiedebut “Knockin’ on Heaven’s Door” hin. Mit seinem zweiten Film beweist er, daß er keine Eintagsfliege ist. In einer Mischung aus Sex, Crime und schwarzem Humor decouvriert er die glamouröse Filmbranche als Hort des Bösen, in der jeder gegen jeden kämpft und im wahrsten Sinne des Wortes die Messer wetzt. Schließlich geht es nicht um das Gute im Menschen, sondern nur um Geld.

    “Film ist Krieg, mein Freund” hieß es in Helmut Dietls “Rossini”, bei Thomas Jahn geht es schon rabiater ans Eingemachte, lautet die Devise “Film ist Mord”. Im wahrsten Sinne des Wortes. Am Set von Regisseur Rufus Lindner (Stefan Jürgens) geht es zu wie im Irrenhaus. Ein deutscher Star namens Kai Rabe (“Noch”-Schimanski-Assi Steffen Wink), der mehr Jack Daniels im Blut hat als rote Blutkörperchen, bringt durch Nuschelei den Tonmann zur Verzweiflung, eine junge Nachwuchsdarstellerin wird bestialisch ermordet, Kommissar Krüger (als liebenswerter Loser Klaus J. Behrendt) führt die Ermittlungen, kann aber nicht verhindern, daß Kai Rabe vor laufender Kamera mit scharf geladener Waffe für einen zweiten Mord sorgt. Damit nicht genug, heuert der um sein Leben fürchtende Rabe zwei israelische Bodyguards an, die nichts Besseres zu tun haben, als zwei Groupies ins Jenseits zu befördern. Produzent und Sex-Maniac Lütter (Heinz Hoenig) reibt sich die Hände, Mord belebt das Geschäft, da spart man Werbung, auch wenn Rabes Agentin (Hannelore Elsner) den letzten Pfennig aus ihm herauspreßt. In diesem Sodom und Gomorrha erscheint der versoffene Kommissar Krüger, der sich mit roten Ohren und klopfenden Herzen in die Hauptdarstellerin (Sandra Speichert) verliebt, noch als hehre Lichtgestalt. Ob die Vatikankiller, die schon Marilyn Monroe, Malcom X, Jim Morrison und Janis Joplin abmurksten, ihre Hände im Spiel haben, der berühmte Gärtner, oder ein Crew-Mitglied, bleibt bis zum Ende offen.

    Thomas Jahn haut fest auf den Putz, benutzt Klischees und führt sie gleichzeitig ad absurdum, seine Typen sind Prototypen. Dabei schlachtet er genußvoll Heilige Kühe, kennt keine Tabus – vor allem nicht sprachlich. Da wimmelt es von “Kultkrähen”, “four letter words” und von Sprüchen wie “Wer was werden will, geht immer durchs Unterholz”. Besonders Heinz Hoenig läßt kein verbales Fettnäpfchen ungenutzt, kommt auch taktil schnell zur Sache. “Kai Rabe” gewinnt sicherlich keinen Preis für subtile Zwischentöne, sondern startet einen populären Angriff auf das Zwerchfell mit einer Mischung aus Klamauk und Komik, die sich teilweise zur Satire und zur zynischen Abrechnung mit dem Filmgeschäft entwickelt – außen hui, innen pfui. Hervorragend die Schauspieler: Allen voran Hannelore Elsner, die – hier mehr Beast als Beauty – alle raffiniert finanziell über den Tisch zieht, Heinz Hoenig, der als skrupelloser Produzent nur Dollarzeichen sieht und über Leichen geht, und Klaus J. Behrendt, der als ehrliche Haut aus seiner Tatort-Vergangenheit schöpft. Die Melange aus bekannten Stars und Newcomern (Sönke Wortmann hat einen Cameo-Auftritt) verleiht der kruden Komödie neben schrägen Dialogen den notwendigen Pep. Rund 50 Prozent des Stabes waren schon bei “Knockin’” mit von der Partie, auch Knockin’-Veteranen wie Thierry von Werveke, Huub Stapel oder Jan Josef Liefers geben sich ein Stelldichein. Feinsinnigen Zeitgenossen bereitet dieses 100%ige Popcorn-Movie unter dem Motto Tarantino meets Rodriguez sicherlich Qual, bei den Kids im Saturday-Night-Fever sollte es einschlagen wie eine Bombe. Lütters alias Hoenig im Film geäußerte Prognose “Die Kinokassen tanzen Tango” könnte in Erfüllung gehen. mk.

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