Jump (2007)

Jump Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Jump: An Fakten orientiertes Drama über einen österreichischen Justizskandal der Zwanzigerjahre, der einen später berühmten Fotografen ein Leben lang belastete.

Im Tiroler Zillertal ereignet sich 1928 ein Unfall, der Aufsehen erregt: Als der jüdische Zahnarzt Morduch Halsman (Heinz Hoenig) mit seinem 22-jährigen Sohn Philipp (Ben Silverstone) eine Bergtour unternimmt, überlebt er diese nicht. In einem spektakulären Indizienprozess, der weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt wird, lautet die Anklage Vatermord. Der Sohn spricht von einem Absturz. Sein Anwalt (Patrick Swayze) hofft auf prominente Fürsprecher.

Basierend auf den aktenkundigen Erlebnissen des jungen Philippe Halsman – später ein weltberühmter Fotograf für das LIFE Magazin – erzählt Joshua Sinclair ein spannendes Drama im Österreich der 30er Jahre, wo Gerechtigkeit über eine rassistisch voreingenommene Justiz triumphiert.

1954, beim Shooting mit Marilyn Monroe, wird Philippe Halsman, Starfotograf des “Life Magazine”, von einer Journalistin um biografische Einblicke gebeten. Seine Schwester enthüllt schließlich sein Trauma. 1928 soll er bei einem Ausflug in den Bergen seinen Vater ermordet haben. Halsman beteuert seine Unschuld, doch Gerechtigkeit wird von fragwürdigen Indizien und antisemitischer Stimmung behindert.

1954, beim Shooting mit Marilyn Monroe, wird Philippe Halsman, legendärer Starfotograf des “Life Magazine”, von einer Journalistin um biografische Einblicke gebeten. Seine Schwester enthüllt schließlich sein Trauma. 1928 soll er bei einem Ausflug in den Bergen seinen Vater ermordet haben, den er nach eigenen Aussagen abgöttisch geliebt haben will. Halsman beteuert seine Unschuld und holt sich einen jüdischen Staranwalt als Verteidiger, doch die Gerechtigkeit wird von fragwürdigen Indizien und antisemitischer Stimmung behindert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Spielfilm von Regisseur und Drehbuchautor Joshua Sinclair will Licht in das Dunkel eines antisemitischen Schauprozesses bringen, der Philippe Halsmans Leben überschattete. Eingebettet wird das auf Gerichtsprotokollen, Artikeln und Aussagen von Zeitzeugen basierende Drama in eine Rahmenhandlung, die in New York mit Aufnahmen zur Jump-Serie beginnt. Eine Journalistin will die Geschichte hören, wie Philippes Vater ums Leben kam, und die Schwester des Fotografen, Liuba Halsman, beginnt zu erzählen.

    Dann geht die Handlung zurück ins Jahr 1928 nach Österreich. Die jüdische Familie Halsman leidet unter dem herrschsüchtigen Vater Morduch, der seinen Sohn als Schwächling verachtet. Dennoch brechen Vater und Sohn zu einer mehrtägigen Bergwanderung in Tirol auf, wobei der Sohn auch den Rucksack des herzkranken Vaters tragen muss. Es kommt zu heftigen Streitigkeiten. Dann stürzt der erschöpfte Vater, der zu stolz war, um seine Pillen zu nehmen, einen Abgrund hinunter in einen Bach. Philippe holt Hilfe, kann sich aber an die Abfolge des traumatischen Geschehens später nur unvollständig erinnern.

    Schwester Liuba und Mutter Ita Halsman engagieren den renommierten Rechtsanwalt Richard Pressburger, der Philippe beim Prozess in Innsbruck verteidigen soll. Während draußen in den Straßen bereits gestiefelte Männer mit Hakenkreuzbinden marschieren, schlägt dem jüdischen Angeklagten und seiner Familie im Gerichtssaal unverhohlene Feindseligkeit entgegen. Pressburger versucht zunehmend verzweifelt, gegen die Voreingenommenheit der Geschworenen anzukämpfen. Der demütigende Prozess, bei dem sogar der Kopf des toten Vaters in den Gerichtssaal zur Begutachtung gebracht wird, lässt jedoch über den Ausgang kaum einen Zweifel.

    In Rückblenden erinnert sich der junge Philippe zunehmend an weitere Einzelheiten, wie an die Gegenwart eines weiteren Mannes am Unfallort. Auch Pressburger ist der Ansicht, dass die tödliche Wunde, die dem alten Halsman am Kopf beigebracht wurde, von einem unbekannten Dieb stammte, der das Opfer ausraubte, als Philippe auf der Suche nach Helfern wegrannte. Der bedrückende Antisemitismus, der den Halsmans und ihrem Anwalt in Österreich entgegenschlug, wird in vielen zeittypischen Details eingefangen. Zunehmend verlagert sich der Prozess vom individuellen Fall hin zum Ausdruck kollektiver Feindseligkeit. Das ist für Philippe Halsmans Verteidigung umso tragischer, als der junge Mann tatsächlich unter Schuldgefühlen dem verhassten Vater gegenüber leidet.

    Während der Bergwanderung haben Ben Silverstone als Philippe Halsman und Heinz Hoenig als sein Vater noch Gelegenheit zu einem spannenden Psychoduell. Die emotionale Bandbreite von Silverstones Schauspiel aber ist im anschließenden Prozessgeschehen kaum mehr gefragt. Der Film konzentriert sich zu sehr auf das schreiende Unrecht der Verhandlung und vernachlässigt die Charaktere. Auch Patrick Swayze als Verteidiger Pressburger bleibt nur schwach konturiert außerhalb seines beruflichen Engagements. So werden leider ein paar dramaturgische Möglichkeiten verschenkt und eine ernste Geschichte mit oft zu groben Pinselstrichen ausgemalt.

    Fazit: Bemühtes, manchmal recht grob skizziertes Drama über den antisemitischen Schauprozess von 1928 in Österreich gegen den späteren Starfotografen Philippe Halsman.
  • Auf Tatsachen beruhendes Drama über einen Justizskandal der Zwanzigerjahre, der einen später weltberühmten Fotografen fast das Leben kostete.

    Philippe Halsman hat Hitchcock mit Zigarre und Vogel, die Monroe und andere VIPs als in die Luft springende Gelegenheitsakrobaten posen lassen. Diese “Jump”-Fotografien, in Halsmans Hausmagazin “Life” und 1959 auch als Buch veröffentlicht, stehen für Facetten, die hinter Fassaden durch Konzentration auf die Bewegung sichtbar werden. 1928 war Halsman selbst Mittelpunkt einer Dynamik zwischen Schein und Sein, stand in Österreich vor Gericht, weil er bei einer Bergwanderung den Vater ermordet haben soll. Vor der Fassade, Recht zu sprechen, wurde dieses tatsächlich gebeugt, weil Antisemitismus und fragwürdige Indizien einen fairen Prozess unmöglich machten. Diese Tragödie eines Mannes, die jene Europas vorwegnimmt, war Gegenstand mehrerer Bücher, blieb der breiten Öffentlichkeit aber weitgehend unbekannt. Somit leistet das Kinoregiedebüt von Joshua Sinclair, der als Mediziner, Darsteller, Produzent und Autor (“Der Fall Lucona”) selbst eine erstaunliche Vita vorweisen kann, populäre Aufklärungsarbeit. Die an österreichischen Schauplätzen in englischer Sprache gedrehte Produktion beginnt und endet 1954 in Manhattan mit Halsmans Monroe-Shooting, das so artifiziell wirkt wie gelegentlich auch der Film. Eingeklammert davon sind farbveränderte Rückblicke auf den Vater-Sohn-Ausflug und den Prozess, in dem Halsman (Ben Silverstone) von einem jüdischen Staranwalt (Patrick Swayze) verteidigt wird. Sinclair versucht das Mysterium zu wahren, inwieweit der sanfte Sohn in den Tod des Despoten (Heinz Hoenig) involviert war, deutet durch die Blicke dubioser Berggesellen aber Raubmord als alternative Interpretation der Ereignisse an. Das Vater-Sohn-Verhältnis bleibt ähnlich verschwommen, weil für die behauptete Zuneigung, die es wirklich komplex machen würde, kaum Bilder geliefert werden. Auch wenn Dialoge und Dramaturgie den Sprung in diese im Grunde spannende Story manchmal erschweren, macht sich “Jump” als Mahnung verdient. So kann ein in bewegten Bildern noch nie thematisierter Skandal nicht in Vergessenheit geraten, zumal man sich auch an die Besetzung, die Patrick Swayze und Wolfgang Fiereck zusammenführt, immer erinnern wird. kob.

Darsteller und Crew

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