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Juha (1998) Film merken

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Filmhandlung und Hintergrund

Juha: Finnische Dreiecksgeschichte als Stummfilmexperiment von Aki Kaurismäki.

Der ältere Juha und Marja sind ein an sich glückliches Paar. Da dringt der aufschneidende Charmeur und Casanova Shemeikka – samt Sportwagen, in die traute Zweisamkeit ein. Marja läßt sich ein wenig einwickeln, ihr Mann reagiert äußerst eifersüchtig.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Einer der Höhepunkte der diesjährigen Berlinale war die Uraufführung von Aki Kaurismäkis Stummfilm “Juha” – mit Filmorchester, das die musikalische Live-Begleitung lieferte. In den Kinos wird natürlich die Kopie mit der Musik auf der Tonspur gezeigt. Einen Stummfilm zu drehen, ist so etwas wie die äußerste Form von Minimalismus, für die der große Klare aus dem Norden berühmt geworden ist. Mit der ihm eigenen Lakonik erklärt der Finne vorab, er habe den Film stumm gedreht, um sich dafür zu bestrafen, daß er zuviel rede. “Juha” ist also ein Werk ohne Sprache, mit wenigen Zwischentiteln, Musik und einigen Geräuschen zur Verstärkung einzelner Szenen.

    Als solcher funktioniert er ausgezeichnet und beweist, wie sehr Film von Bildern und Bewegungen abhängt. Die Geschichte selbst, nach einem in Finnland berühmten Roman von 1911, ist ein tragisches Melodram, das Kaurismäki durch wenige Modernisierungen in die schwarz-weißen 50er versetzt hat. Der bullige Bauer Juha (Sakari Kuosmanen) hat seine Pflegetochter Marja (Kati Outinen, bereits neunmal in Kaurismäki-Filmen aufgetreten) geheiratet und verliert sie an den Nachtclubbesitzer Shemeikka (André Wilms). Dieser nimmt die schüchterne Landpomeranze mit in die Großstadt, wo sie in einem seiner Bordelle arbeiten soll. Fast zu spät – Marja ist inzwischen Mutter geworden – rafft sich Juha mit Axt und Ränzlein auf und fährt in die Stadt zur großen Abrechnung.

    Kaurismäkis typische Stilmittel der Reduktion feiern auch in “Juha” Triumphe. Ob es die verlorene geglaubte “Reinheit des Geschichtenerzählens” ist, die sparsame Mimik seiner Akteure oder der trockene Humor: Jedes Bild sitzt. Kaurismäki hat sich überdies den Spaß geleistet, seine 78 Lieblingsfilme und Autoren unterzubringen, so daß von Griffith und Dowshenko über Renoir und Sirk, bis zu Fuller und Buñuel unvermutet für Cineasten Markierungen der Filmgeschichte aufblitzen. Ein starkes Stück Ironie, das dem Finnen über seine Gemeinde hinaus neue Freunde bringen sollte. ger.

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