In the Land of Blood and Honey (2011)

In the Land of Blood and Honey Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

In the Land of Blood and Honey: Das Regiedebüt von Angelina Jolie: Drama um einen Soldaten und eine Frau, die sich auf gegnerischen Seiten im Bosnienkrieg wiederfinden.

Der Serbe Danijel und die Bosnierin Ajla verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer, der jugoslawische Bürgerkrieg bricht aus. Er wird Soldat, sie landet in einem Internierungslager. Danijel versucht sie zu schützen, so gut er kann. Doch die Leidenschaft, die die beiden verbindet, wird von ihnen bald auch als Machtinstrument eingesetzt. Ajla nutzt sein Begehren aus, um anderen bosnischen Frauen zu helfen, Danijel kehrt den Macho heraus, um vor seinem islamfeindlichen Vater nicht das Gesicht zu verlieren.

Der Serbe Danijel und die Bosnierin Ajla verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer, denn der jugoslawische Bürgerkrieg kommt dazwischen. Er wird Soldat, sie landet in einem Konzentrationslager, wo die Frauen Massenvergewaltigungen ausgesetzt sind. Danijel versucht, Ajla zu schützen, doch wird die Leidenschaft, die beide verbindet, bald auch als Machtinstrument eingesetzt. Ajla nutzt sein Begehren, um anderen Frauen zu helfen, er ihres, um vor seinem Vater nicht das Gesicht zu verlieren.

Als der jugoslawische Bürgerkrieg ausbricht, findet sich ein bosnisch-serbisches Liebespaar auf feindlichen Seiten wieder. Fesselndes, um authentische Milieuzeichnung bemühtes Kriegs- und Liebesdrama, das Regiedebüt von Angelina Jolie.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Kraftvoller und roher Film, der kein Vergnügen darstellt, aber dafür umso wichtiger ist. Chapeau, Ms. Jolie.
  • In ihrem ebenso aufrechten wie erschütternden Regiedebüt erzählt Angelina Jolie von Liebe in Zeiten des Kriegen – zwischen einer bosnischen Muslima und einem serbischen Soldaten.

    Es beginnt wie ein Liebesfilm. Eine Frau richtet sich zum Ausgehen her, prüft die Frisur, zieht die Lippen nach. In einem Lokal trifft sie sich mit einem uniformierten Mann. Sie beginnen zu tanzen, die Bosnierin Ajla und der Serbe Danijel. Ein Bombenanschlag beendet jäh den Abend. 1992, der Bürgerkrieg in Jugoslawien tobt. Die Frau wird in ein Internierungslager gebracht, in dem Vergewaltigungen und Folter zum Alltag gehören. Im Lager trifft die junge Malerin wieder auf Danijel, der eine serbische Einheit kommandiert. Um die Muslima vor den anderen Soldaten zu schützen, erklärt er sie zu seinem Eigentum.

    “In the Land of Blood and Honey” nennt Angelina Jolie ihr Regiedebüt, das schon im Vorfeld zur Aufführung auf der Berlinale für reichlich Aufregung sorgte. Anti-serbische Propaganda wurde von der Belgrader Zeitung “Politika” vermutet, obwohl noch niemand den Film gesehen hatte. Emir Kusturica schaltete sich ein, sprach von der “Lügenfabrik Hollywood” und drohte sich nach Südamerika abzusetzen, sollte die Filmemacherin ihr Werk in Belgrad vorstellen. Diese Vorwürfe erweisen sich als haltlos. Jolie setzt auf einen beobachtenden, gleichsam dokumentarischen Stil, erzählt ihr Drama, zu dem sie auch das Drehbuch geschrieben hat, aus weiblichem Blickwinkel, aus der Perspektive der Opfer.

    Im ersten Akt wird der Horror bebildert: Erschießungen, Deportationen, sexuelle und physische Gewalt. Dann kommen die Protagonisten, glaubwürdig verkörpert von Zana Marjanovic und Goran Kostic, zusammen. Liebe in Zeiten des Krieges – wobei die Tiefe der Gefühle füreinander weitgehend Behauptung bleibt, sich nie wirklich erschließt. Die Regisseurin reduziert ihre Figuren generell auf Stereotypen, Danijels Vater ist ein unerbittlicher General (erschreckend überzeugend: Rade Serbedzija), das Baby von Ajlas Schwester (Vanessa Glodjo) wird ermordet usw. Das gängige Stilmittel lässt Jolies Arbeit streckenweise zum Genrefilm werden.

    Doch dies nimmt dem Film weder Wucht noch Intensität. Der Jugoslawien-Krieg bekommt eine Geschichte und Gesichter. Zur Authentizität trägt bei, dass sämtliche Rollen mit Serben, Bosniern und Kroaten besetzt und in bosnischer Sprache gedreht wurde. 50.000 Frauen wurden im Bosnienkrieg vergewaltigt, die Hälfte der bosnischen Bevölkerung aus ihrer Heimat vertrieben. Der Westen hat lange einfach zugesehen und letztendlich versagt. Darauf wollte UN-Flüchtlingsbotschafterin Angelina Jolie mit ihrem zum großen Teil in Ungarn gedrehten Zehn-Millionen-Dollar-Film hinweisen – das ist ihr nachhaltig gelungen. geh.
  • „In the Land of Blood and Honey“ hat einen starken Beginn: das romantische Rendezvous von Ajila und Danijel in einer Bar, die von einem Bombenattentat getroffen wird - der bosnische Bürgerkrieg hat das Pärchen erreicht, bevor sich ihre Liebe erfüllen konnte. Nun sind sie Feinde - sie bosnische Muslimin, er serbischer Polizist, sie Gefangene in einem Vergewaltigungslager, er Kommandeur der Militäreinheit und Sohn des serbischen Generals.

    Angelina Jolie erzählt in ihrem Regiedebüt von der Liebe in Zeiten des Krieges, der ethnischen Säuberungen und der willkürlichen Gewalt. Es ist ihr ein Anliegen, von den Grausamkeiten und von den unschuldigen Opfern zu sprechen, die so schlimm betroffen sind: Vergewaltigungen und Massaker sind Alltag und werden ausgiebigst in dem Film gezeigt. Wie Soldaten Zivilisten für Zielübungen und Frauen als menschliche Schutzschilde benutzen, wie sie killen und das Killen genießen. Kopfschüsse fallen wie in "Schindlers Liste", ein Baby wird ermordet und immer wieder werden die Frauen im Lager für Vergewaltigungen und sadistische Demütigungen benutzt.

    Im Umschnitt: Eine Liebesszene, zärtlich auf weißen Laken, zwischen der Muslimin und dem Serben und spätestens das ist der Moment, an dem der Film seine Risse bekommt, die er nicht mehr kitten kann. Die Rendezvousszene in der Bar: sie ist stark, aber nicht stark genug, um den Gedanken der Liebe durch den Film zu tragen. Denn diese Liebe unter Feinden soll den Film durchdringen, doch die Gewalt, der böse Krieg, die Grausamkeit der Serben erdrücken das Pflänzchen Zärtlichkeit. Zumal Jolie diese Liebe in ihrem Wesen allzu lange offen lässt: ist sie opportunistische Strategie zum Überleben, oder ist sie echt (und damit als Täter-Opfer-Liebe recht pervers)? Während Jolie stilsicher und durchaus wirkungsvoll die Gewalttaten, das Unrecht wider jede Menschlichkeit ins Bild rückt - und nur manchmal übertreibt: ein Babymord! - versickert die Liebesgeschichte mal in Sentimentalität, mal in der allzu losen Dramaturgie und mal in der Unsicherheit ihrer Ambivalenz.

    Und langsam stellt sich nicht nur die Frage ein, wie die Figur der Alija all dies durchmachen kann - das Leiden ansehen und dann mit dem serbischen Verantwortlichen ins Bett zu gehen -, oder die Frage nach einigen holprigen Zufällen, sondern auch die, warum sich Jolie mehr und mehr abwendet von den vielen Opfern, die wegen Religion, Ethnie, Geschlecht leiden müssen, und sich so sehr auf das Liebespaar beschränkt.

    Angelina Jolie, einer der größten Stars in Hollywood, will mit diesem Film ihr Engagement für das UN-Flüchtlingshilfwerk ausdrücken und tut dies mit aller Macht. Inszenatorisch geht sie mit hohen production values und auch recht radikal vor: Lokale Schauspieler stehen vor der Kamera, gedreht wurde in der Landessprache. Doch das Plädoyer wider die Grausamkeiten des Krieges, für die unschuldigen Opfer, durchaus auch für ein frühzeitiges Einschreiten des konfliktregulierenden – sprich: die Bösen bombardierenden – Auslandes geht unter im prätentiös erscheinenden Mischmasch aus Krieg und Melodram; und es trägt unwillentlich allzu schwarzweiß gezeichnete antiserbische Untertöne, die auch durch alibihafte Exkurse in die leidvolle serbische Geschichte des letzten halben Jahrtausends nicht gemildert werden. Das Thema der Liebe ist das erste Opfer dieses Films vom Krieg – und bei der Nähe von Zärtlichkeit und Grausamkeit in "In the Land of Blood and Honey" rückt man bald innerlich, emotional weit ab von den Gewalttaten im Beosnienkrieg, die zu zeigen Jolie ein solches Anliegen ist.

    Fazit: Hohe Produktionswerte, gute Schauspieler und ein radikaler Blick auf die Grausamkeiten des Krieges schützen den Film "In the Land of Blood and Honey" nicht vor fehlender emotionaler Wirkung, holpriger Dramaturgie und (unwillentlicher) fragwürdiger antiserbischer Propaganda. Ein hochengagierter Film - der aber doch zu sehr im Gutgemeinten feststeckt.
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