Im Sog der Nacht (2009)

Im Sog der Nacht Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Im Sog der Nacht: Verfilmung des gleichnamigen Thrillers von Fredrik Skagen über einen missglückten Bankraub.

Der 25-jährige Roger (Nils Althaus) ist lebensmüde. Doch die teilnahmsvolle Lisa (Lena Dörrie) und ihr vitaler Freund Chris (Stipe Erceg) verhindern seinen Suizidversuch in letzter Sekunde. Sie überreden ihn zu einem todsicheren Banküberfall, bei dem allerdings die Ehefrau des Bankdirektors (Nina Hesse) verletzt wird und stirbt. Kopflos fliehen sie aus ihrem perfekten Versteck und verlieren immer mehr die Kontrolle über ihr Tun.

Lebenshunger und Todessehnsucht setzen eine schwindelerregende Spirale in Gang, die ein haltloses Renegaten-Trio in Markus Welters Roadmovie-Thriller in den Abgrund schlittern lässt. Dramatisch und nervenaufreibend zerplatzen exzessive Träume an der nüchternen Realität.

Der deprimierte Roger will sich erschießen, doch trifft er nur sein Ohr. Das Pärchen Chris und Lisa, aufgeschreckt von dem Schuss, eilt zu ihm und versorgt ihn. Sie überreden Roger, bei einem vielversprechenden Coup als Fahrer mit zu machen. Angeblich hätten sie den perfekten Bankraub geplant. Doch mit der Anwesenheit der Familie des Filialleiters haben sie nicht gerechnet. In einer Kurzschlussreaktion tötet Chris die Ehefrau, und das Trio flüchtet kopfüber in die Nacht.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Im Sog der Nacht“ ist eine gelungene Mischung aus Thriller und Psychodrama und basiert auf dem gleichnamigen Roman des Norwegers Fredrik Skagen. Für sein Regiedebüt bei einem Spielfilm konzentrierte sich der in der Schweiz lebende, in Bonn geborene Markus Welter auf einen Teil der im Buch erzählten Ereignisse, um mehr Raum für die Beziehungskonflikte von Chris, Roger und Lisa zu haben. Mit einem guten Soundtrack unterlegt und einem sicheren Gespür für Spannung gefilmt, überzeugt das Crime-Drama auch wegen Stipe Erceg als zynischem Outlawcharakter Chris.

    Die schweizerisch-deutsche Koproduktion beweist ihre dramaturgische Qualität schon in der Einführungsszene. Der junge Schweizer Roger, gespielt von Nils Althaus, kauert in seiner Wohnung, seine unsichtbare Freundin hämmert schimpfend an die Tür, von Schnitt zu Schnitt baut sich atemlose Spannung auf. Während sich der verlassene Roger die Flinte an den Kopf setzt, liebt sich in der Nachbarwohnung ein gleichaltriges Pärchen. In wenigen Bildern wird eine Atmosphäre der Isolation gezeichnet, die sich durch den ganzen Film zieht und doch auch Hoffnung oder Ungewissheit hereinlässt.

    Roger lernt das deutsche Pärchen Lisa und Chris kennen, die wiederum erst seit kurzem zusammen sind. Chris wundert sich ungerührt, wie Roger seinen eigenen Kopf verfehlen konnte, während Lisa, gespielt von Lena Dörrie in ihrer ersten großen Kinorolle, sich mütterlich um Roger kümmert. Lisa wird bis zum Schluss eine etwas undefinierte Persönlichkeit bleiben, wie sie die Gangsterbraut von Chris mehr aus einer Existenzkrise heraus als aus Überzeugung wird. Roger fühlt sich zunehmend zu Lisa hingezogen und von Chris’ Gewalttaten abgestoßen.

    Und doch ist es dieser Chris, der sich als Engel und Teufel bezeichnet, der die Reise ins Ungewisse steuert und nicht nur unberechenbar ist, sondern auch weiß, wie man ein Fluchtfahrzeug versteckt. Das zynische Gebaren von Chris und seine Sprunghaftigkeit, auch hin zum herzlichen Kumpel, passen gut in das schauspielerische Repertoire von Stipe Erceg. Hier zeigt er erneut seine enorme Leinwandpräsenz und sein Talent für zwiespältige, energiegeladene Figuren. Chris hat ein besonderes Motiv für seinen skrupellosen Raubzug, das aber im Grunde das Dämonische dieses Charakters auch nicht ausreichend erklärt.

    Die Stärken des zunehmend verzweifelten Roadtrips liegen weniger in der Geschichte – ein junges Trio, das nicht weiß wohin, während die Zahl der Opfer steigt, ist an sich keine neue Idee. Und auch das Beziehungsdrama zwischen Chris, Roger und Lisa hat seine Schwachstellen, die Charaktere bleiben lückenhaft und können sich wenig entfalten. Vielmehr überzeugt die düstere, spannungsgeladene Orientierungslosigkeit, die von der Musik verstärkt wird und in den meisten Bildern aufscheint. Sie zeigen jeweils einen zu schmalen Ausschnitt, als dass sie einem Sicherheit geben können. So wie Roger sich auf dem beschlagenen Badspiegel ein Fleckchen frei wischt und hineinspäht, als gelte es, die Zukunft zu erkennen.

    Fazit: Drei junge Leute rauben eine Million Schweizer Franken, doch dann wird es schwierig: Spannungsgeladenes, gut inszeniertes Crime-Drama.
  • Frei nach Fredrik Skagens gleichnamigem Thriller läuft ein Bankraub schief, und die kopflose Flucht des jungen Trios gerät zum Schlamassel ohne Ausweg.

    Die schweizerisch-deutsche Koproduktion markiert das Spielfilmdebüt des Werbeclipregisseurs Markus Welter, der sich mit einigen künstlerischen Freiheiten auf die Vorlage des Norwegers Fredrik Skagen beruft, einen der populärsten skandinavischen Thrillerautoren. Dessen gehörige Gewaltspirale entschärft das Drehbuch von Moritz Gerber und Michael Sauter (“Achtung, fertig, Charlie!”), stellt aber ebenso die menschliche Psyche in den Vordergrund, wenn es von naiven Träumen erzählt, die in der Realität wie Seifenblasen zerplatzen. Im Spannungsfeld von Todessehnsucht und Lebenshunger bewegt sich ein junges Trio; besonders der abgebrannte Roger (Nils Althaus), der sich zu Beginn den Kopf wegschießen will, aber nur sein Ohr zerfetzt. Von dem Schuss aufgeschreckt, versorgt ihn das Pärchen Chris (überzeugt als Outlaw: Stipe Erceg, “Der Baader Meinhof Komplex”) und Lisa (Lena Dörrie, “Ladykracher”). Beide planen einen Bankraub und suchen noch einen geeigneten Fluchtwagenfahrer. Zwar zeichnet sich ab, wie gefährlich seine neuen Freunde sind, dennoch macht Roger mit beim angeblich todsicheren Coup, der in einer kleinen Züricher Regionalbank in tiefer Nacht steigen soll. Im Affekt schlägt Chris die zufällig anwesende Frau des Bankdirektors nieder, die an ihren Verletzungen stirbt, wie sie in der Berghütte erfahren, wo sie sich anschließend verschanzen. Chris gehen die Nerven durch, und eine panische Fahrt ins Nirgendwo nimmt ihren Lauf. Weitere Leichen pflastern ihren Fluchtweg.

    Im Bewusstsein des eigenen Verderbens taumeln sie kopflos in einen endlosen Abgrund. Das klingt pathetischer, als der Film ist, der optisch reizvoll zwischen Thriller und Psychogramm pendelt. Welter gelingt ein elegisches Nocturno über eine verlorene Jugend, die sich aneinander festzuhalten versucht, weil sie sonst niemanden hat. Von “Bonnie & Clyde”-Romantik ist dabei keine Spur. Verschiedene Genres werden gestreift, darunter Heist- und Roadmovie, das im ewigen Dunkel wie ein klaustrophobisches Kammerspiel anmutet und vom Suspense eines nervenaufreibenden Dreiecksverhältnisses angetrieben wird. Angetrieben wird die Handlung auch von Chris’ unberechenbarem Charakter. Er verliert immer mehr die Kontrolle und fordert mit Waffengewalt das Schicksal heraus – aus gutem Grund, wie die stimmungsvolle Odyssee ans Ende der Nacht enthüllt.

    tk.

Darsteller und Crew

News und Stories

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