I Phone You (2011)

Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie über eine Chinesin auf der Suche nach dem falschen Freund in Berlin und die Tücken der Liebe via iPhone.

Aus einem One-Night-Stand kann vielleicht mehr werden, hofft die hübsche Ling in der 32-Millionenstadt Chongqing, obwohl sie allein in der Suite eines Luxushotels aufwacht. Die Zimmermädchen räumen rüde die Champagnergläser weg und entsorgen die Blumen im Müll, bevor das Girl auf High-Heels im Versacekleid davon stöckelt und kurz darauf mit dem Moped zu ihrem Job als Blumenclown aufbricht, Gebinde und fröhlicher Gesang für Geburtstage, Hochzeiten oder verlassene Frauen. Wie romantisch, dass der Geschäftsreisende Yu ihr ein iPhone geschenkt hat, sie schmerzlich vermisst und Liebesgrüße aus Berlin schickt. Unromantisch wird es, als sie in der Hauptstadt überraschend auftaucht und statt dem heißen Lover dessen cooler Bodyguard Marco am Flughafen steht. Sein Job ist es, sie so bald wie möglich ins nächste Flugzeug retour zu befördern.

Nach Wolfgang Kohlhaases gefühlvoll-witzigem Drehbuch schickt Dan Tang, Absolventin der HFF Konrad Wolf, ihre Heldin auf eine verrückte Odyssee und nutzt die Stadt als Folie für die turbulente Handlung, vom schäbigen Hotel bis zum Brandenburger Tor, von der Eckkneipe mit deutschem Bier bis zur Polizeistation, vom Obdachlosenheim bis zur schicken Schöner-Wohnen-Bleibe. Dazwischen klingelt das iPhone, werden falsche Versprechungen gemacht (I phone you), und gibt es Lügen, Missverständnisse und Verständnislosigkeit.

Wie Kohlhaases “Solo Sunny” oder die Mädels aus “Sommer vorm Balkon” beweist Ling Zähigkeit und lässt sich trotz emotionalem Fast-K.O., Kidnapping und geklautem Pass nicht unterkriegen, findet in einem Hund einen treuen Begleiter und nach einer Begegnung mit dem Objekt der Begierde neues Selbstbewusstsein und durch Marco zur philosophische Einsicht “Die Welt ist bunt, aber unfair”. Zielgenaue Wortwechsel in deutsch und schlechtem englisch entwickeln zwischen der verführerischen Jiang Yiyan und dem trocken-komischen Florian Lukas ein ganz spezielles Flair, Berlin in einer Mischung von Postkartenbildern und Alltagsabnutzung, bevölkert von chinesischen Touristen, türkischen Taxifahrern, polnischen Handwerkern, schüchternen Musikern und grimmigen Parkwächtern strahlt einen brüchigen Charme aus und der Soundtrack des malischen Erfolgstrios Smod unterstreicht die melancholische Leichtigkeit dieses charmanten Films mit großem Herz. mk.

Aus einem One-Night-Stand kann vielleicht mehr werden, hofft die hübsche Ling in Chongqing. Der Geschäftsmann Yu hat ihr zumindest ein iPhone hinterlassen und schickt ihr Liebesgrüße aus Berlin. Als sie kurz entschlossen nach Berlin aufbricht, steht aber nicht ihr Lover am Flughafen, um sie in die Arme zu schließen, sondern dessen Bodyguard – mit dem Auftrag, sie möglichst schnell zurückzuschicken. Doch so leicht gibt Lin nicht auf.

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