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Hui Buh, das Schlossgespenst (2006)

Hui Buh, das Schlossgespenst Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Hui Buh, das Schlossgespenst: Kinodebüt für Eberhard Alexander-Burghs populäres, liebenswert tolpatschiges Schlossgespenst.

500 Jahre, nachdem Ritter Balduin per Fluch in das Gespenst Hui Buh verwandelt wurde, kommt endlich wieder Leben in seine transparente Hülle. Nach Ankunft von Schlossbesitzer König Julius und seiner Verlobten versucht Hui Buh, so schrecklich wie noch nie zu sein. Doch als das Ergebnis eher komisch ausfällt und seine Spuklizenz verbrennt, findet Hui Buh einen neuen Freund, der Hilfe so nötig hat wie auch er.

Hui Buh treibt als einziges behördlich zugelassenes Gespenst sein Unwesen auf Schloss Burgeck. Leider gibt es weit und breit keinen Menschen, der sich vor ihm erschreckt, nicht einmal der alte Schlossverwalter. Dann aber taucht König Julius, der 111. auf und bringt Leben in die spinnenverwebte Bude. Hui Buh setzt natürlich alles daran, den unliebsamen Gast wieder loszuwerden – mit dem Ergebnis, dass Julius, stocksauer, Hui Buhs Spuklizenz verbrennt und damit das Gespenst erst recht in die Bredouille bringt.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine ganze Generation ist mit den Abenteuern des großmäuligen wie vom Pech verfolgten Schlossgeistes Hui Buh aufgewachsen. Die Hörspielkassetten und -schallplatten gehören zum kulturellen Inventar des deutschen Kinderzimmers wie „Die fünf Freunde“, die „Drei Fragezeichen“, „Benjamin Blümchen“ oder dem „Pumuckl“. Mit letzterem hat Hui Buh denn auch etwas Wichtiges gemein: Nicht nur, dass beide – als Gespenst und als „Nachfahre der Klabauter“ – irgendwie verwandt sind. Beide sind sie vor allem berühmt geworden durch die geniale Krächze-Stimme von Hans Clarin.

    Clarin hat nun in „Hui Buh – Das Schlossgespenst“ einen Auftritt als Kastellan. Und das ist einer der wenigen schmerzlichen Punkte des Films. Nicht weil Clarin es nicht würdig wäre, dieser kleine große Mann; seine Besetzung ist denn auch eine ernste Verbeugung vor ihm und seinem Schaffen. Doch schon zu gebrechlich und ausgemergelt ist er, schleppt sich müde, gleichwohl mit Klasse, durch die Kulisse und verleidet einem insofern den Spaß, als man immer daran denken muss, wie sehr er in Zukunft fehlen wird: Einige Monate nach den Dreharbeit zu „Hui Buh“ ist Hans Clarin im Alter von 75 Jahren verstorben.

    Währen allerdings der Pumuckl mit Clarins Stimme als konkrete gezeichnete Figur im Fernsehen mit der Bild der Kinderphantasie konkurrierte, ist es erst jetzt zu einer Filmadaption von „Hui Buh“ gekommen. Freilich ist auch hier das Künstliche ins Reale eingebettet. Doch während der freche Kobold handgemalt mit seinem Meister Eder agierte, hat man sich hier auf eine modernere Kunst verlegt: die der Computeranimation. Der hat Star-Komiker und -Regisseur Michael „Bully“ Herbig („Schuh des Manitu“) Aussehen und Stimme geliehen. Beides hat nur noch wenig gemein mit dem Geist der Platten- und Kassetten(hüllen). Statt einem leuchtenden Skelett mit Schlapphut und Feder ist der Hui Buh des Films ein drolliger wohlgenährter Kerl mit Pagenschnitt und Zickenbart. Ein bisschen schade ist das denn schon.

    Andererseits hat Regisseur Sebastian Niemann Recht, wenn er meint, auf diese Weise mehr Emotionen der Figur vermitteln zu können. Tatsächlich ist die Mimik erstaunlich nuancenreich und, noch erstaunlicher, überaus witzig geraten. Generell gilt, dass sich Niemanns Film vor allem durch überragende Effekte und Produktionswerte auszeichnet (gedreht wurde im preisgünstigen Prag). So mancher Hollywood-Familienfilm kann sich aus dem gelungenen Zusammenspiel von Bauten, CGI, Kostümen und Darstelleraktion etwas abschauen.

    Mag denn also der Kino-Hui Buh nicht der derselbe der Hörspiele (und Bücher) sein: ein schlechterer ist er nicht. Vieles von dem alten und seiner ulkigen Welt hat man liebevoll und mit Respekt hinübergerettet auf die Leinwand, und was nicht mitgenommen wurde, ist schlichtweg für eine Filmadaption ungeeignet (ausgenommen der „neumodische Fahrstuhl“ auf Schloss Burgeck). So haust Hui Buh noch immer in einer Truhe, trägt seinen Schlüsselbund und die rostige Rasselkette. Sein Kopf geht schon mal verloren, und mit seiner Stellung als „einziges behördlich zugelassenes Gespenst“ wird denn auch ausgiebig gespielt.

    Ein Highlight des Film ist Hui Buhs Besuch in der Geisterwelt, in die er seinen neuen Freund Julius, als Spukgestalt mit einem Wischmopp auf dem Kopf verkleidet, mitschleift. Hui Buhs Lizenz ist nämlich verbrannt, weshalb er die Prüfung nachmachen muss – von der Julius wiederum mehr versteht als er. Auf den Weg in die Unterwelt fahren sie prompt auch schon mal die klassische Mumie über den Haufen, Mr. Hyde läuft ihnen über den Weg, Frankensteins Monster sitzt mit ihnen im Klassenzimmer (und ertappt sie beim Schummeln). Über alledem herrscht Wolfgang Völz als preußischer General mit Pickelhaube und Loch im Bauch. Derweil sich die Fahrstuhlansage als Oliver Pocher entpuppt, der hinter der „Sprechanlage“ in der Kabinenwand kauert.

    Überhaupt wirkt alles wie das „Best of“ von Pro 7: Neben Bully irrlichtert der formidable Christoph Maria Herbst umher, der die Brücke zwischen Klamaukdepp, Kumpel und souveränem Held zu schlagen versteht. Auch Bullys Sidekick Rick Kavanian ist dabei. Dessen Rolle als eitler französelnder Stilberater und Designer ist dann allerdings doch zu albern bzw. platt geraten.

    Durchweg Spaß hingegen machen (uns und ihnen selbst) all die anderen Darsteller: Heike Makatsch als verschlagene Gräfin ist ebenso ein Genuss wie die unverbrauchte Ellenie Salvo Gonzáles als Konstanza. Deren aufgeweckter Sohn Tommy alias Martin Kurz bedient denn überdies die Kinderperspektiv. Als Halbwaise, der auf ein Zeichen von seinem – vielleicht nun geisterhaften? – Papa wartet, ist er für etwas Rührung zuständig.

    Was durchaus nicht schadet: „Hui Buh“ ist alles in allem ein überdrehter Spaß voller Irrwitz, Tempo und auch Action. Immerzu fällt etwas runter, wird umgeschmissen oder geht sonstwie zu Bruch. Doch bei allem „Tom und Jerry“-Krawall und der rasanten Story: Nie wird der Bogen überspannt, bleiben Bedrohungen als solche spannend genug – und das rechte Gespür für Timing, Schnitt und Kamera erhalten. So ist letztlich für jeden etwas dabei ist und niemand wird für dumm verkauft. Auch keine Selbstverständlichkeit im deutschen Film.

    Die Fortsetzung jedenfalls ist schon in Planung. Was ausnahmsweise eine gute Nachricht ist. Denn ein langes (wenn auch untotes) Leben auf der Leinwand sei Hui Buh nach diesem Einstand zu wünschen.

    Fazit: Die Verfilmung des Hörspielklassikers um das unglückselige Schlossgespenst ist zu einem überraschend gelungenem und technisch runden, temporeichen wie (irr)witzigen Familienfilm geworden, der respektvoll der Vorlage treu bleibt und zugleich deren eigene Ironie zu nutzen weiß.
  • Ein Geist, den man nur hören, aber nicht sehen kann, ist auf Dauer nicht tragbar. Wie gut, dass der skelettierte Star deutscher Kinderzimmer nun ein Gesicht und seinen ersten Kinoauftritt bekommt.

    Die Zeit ist reif für Eberhard Alexander-Burghs Transparentschussel, der in 23 Hörspielen und sieben Büchern über 20 Millionen Käufer erreichte. Nachdem Harry Potter und Bibi Blocksberg bereits effekt- und ertragreiche Kinderfantasien im Kino etablierten, findet dort auch das einzig behördlich zugelassene Gespenst von Schloss Burgeck eine neue Spielwiese. Mit einem Budget im Umfeld von zehn Millionen Euro in den Prager Studios gedreht, nutzt der Spuk-erfahrene Sebastian Niemann (“7 Days to Live”) die Möglichkeiten von Hui Buhs erstmals visueller Geisterstunde mit Schwerpunkten in Slapstick, Make-up und Digitaleffekten. Obwohl Eberhard Alexander-Burgh in seinen Geschichten Historie und Moderne mischte, entschieden sich die Filmemacher für eine konsequente Retroatmosphäre – ein nicht unpassendes Milieu für den Mitternachtskobold, der immerhin bereits 1399 seinen Weg in die Hüllenlosigkeit antrat.

    Exakt zu diesem Zeitpunkt steigt der Prolog ein, in dem Michael Bully Herbig den Ritter Balduin noch ganzkörperlich präsentieren traf, bevor Balduin zum ewigen Spuken in Schloss Burgeck verflucht wird. 500 Jahre später hat das im Kern liebenswerte Gespenst Hui Buh noch immer nicht sein Handwerk gelernt, erregt bei Verwalter Kastellan (Hans Clarin, die Seele des Hörspiels-Huis, in seiner letzten Rolle) eher Mitleid als Furcht. Besserung scheint in Aussicht, als sterblicher Nachschub im Schloss eintrifft und Hui Bui wieder einmal sein Bestes gibt. Aber der neue Besitzer König Julius (Christoph Maria Herbst) ist gelangweilt von der unbeholfenen Geistershow und überdies abgelenkt, weil er die Ehe mit einer aufgetakelten Gräfin zu schließen gedenkt. Die jedoch hat es nur auf seine materiellen Werte abgesehen, was der Monarch ebenso wenig ahnt wie die Katastrophe, die er mit dem Verbrennen von Hui Buhs Spuklizenz auslöst. Denn jetzt droht dem Gespenst die Auflösung in der Seelensuppe, wenn es nicht seine Spukprüfung in der Geisterstadt besteht. So weit, so kindgerecht gruselig.

    Auch wenn preussische Soldaten ein Kanonenloch im Bauch oder Mumien den Verlust einer Hand beklagen, ist Niemanns Film zielgruppenkonform heiter und nie bedrohlich. Alles, was traditionell Kinderherzen hüpfen lässt, findet sich hier. Der junge Sohn der gräflichen Zofe bekommt eine dominante Retterrolle zugewiesen, während die Erwachsenen – ob sterblich oder gespenstisch – ausrutschen, mit Wänden oder Gegenständen kollidieren, rülpsen, Grimassen schneiden und sich zum Narren machen. Natürlich bekommt auch der betrogene König, bald der Best Buddy von Hui Buh, eine romantische Alternative zu seiner arroganten Aristokratin angeboten. Mit rund 680 Effektshots beweisen die Computerzauberer Qualität – auch in der semi-transparenten, in den Gesichtszügen Bully-verwandten Titelfigur, die künstlich-realistisch in zwei Welten gefangen scheint. In Koalition mit dem gut disponierten Sprecher Bully ist Hui-Buh eine liebenswerte Mischung aus gutherziger Chaosstifter und cooler Kumpel. Klarer Kinderheld ist auch der unerfahrene Julius, mit dem Christoph Maria Herbst seinem Braunau-Butler aus “Der Wixxer” nun einen clownesken Verwandten vom Märchenkönig Ludwig folgen lässt. Generationen verbindend ist schließlich die Sequenz in der Geisterstadt, in der das Make-up-Department sich austoben darf. Hier wandelt nicht nur ein Wookie (oder war es Cousin Itt aus der “Addams Family”), sondern auch Frankensteins Monster, ja sogar “Frankensteins Braut”, an die auch musikalisch mit Spurenelementen von Franz Waxmans klassischem Thema erinnert wird. Alles in allem wird das kindliche Fazit “hui” und nicht “buh” lauten, womit nach “Bibi Blocksberg” einem weiteren Franchise die Türe geöffnet wird. kob.

Darsteller und Crew

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