House of Boys (2009)

Filmhandlung und Hintergrund

Gefühlsgeladenes Schwulen-Drama mit Stephen Fry und Udo Kier um einen enthemmten Strip-Club in den Achtzigern und den Beginn von Aids.

Frank (vielversprechendes Talent: Layke Anderson) ist 18, homosexuell und König der Tanzfläche. Im miefigen Luxemburg von 1984 macht das den lebenshungrigen Jungen zum Außenseiter, so verlässt er Freunde und das spießige Elternhaus, um in Amsterdam richtig was zu erleben. Nämlich tanzen, trinken, Drogen und viel Sex. Weil das kein nachhaltiger Lebensentwurf ist, sucht er bald abgebrannt Zuflucht im Strip-Schuppen “House of Boys”, geleitet von der strengen Madame (Kultmime Udo Kier in einem exzentrischen Auftritt). Unter der mütterlichen Fürsorge von Emma zieht er in eine überkandidelte Variété-Kommune und verliebt sich in den bisexuellen Jake (Benn Northover), der jedoch eine Freundin hat. Aller Eifersucht und Rivalität zum Trotz, gelingt es dem Neuzugang, als Striptänzer zu reüssieren und schließlich Jakes Herz zu erobern. Weil der auch reiche Kunden aus Übersee bedient, diagnostiziert der Arzt Dr. Marsh (der britische Charakterkopf Stephen Fry) an Jake eines Tages die kaum bekannte Immunschwächekrankheit Aids, was angesichts unausgereifter Behandlungsmethoden sein Todesurteil bedeutet.

Wie der Luxemburger Filmprofi Jean-Claude Schlim in seinem Spielfilmdebüt ein stimmungsvolles Zeit- und Sittenportrait entwirft, ist über weite Strecken klasse Arthauskino. Mit Gossencharme geerdet, geht die Geschichte vom Erwachsenwerden hemmungslos in die Vollen, vereint große Gefühle, schräges Kabarett, heiße Disco- und EBM-Musik sowie nackte Männerkörper zu einem tabulosen Bildnis einer vergangenen Parallelwelt. Auf etwaige Befindlichkeiten und Berührungsängste heterosexueller Zuschauer wird keine Rücksicht genommen. Sündige Aussichten und manierierte Tunten sind mit großer Selbstverständlichkeit mitten in einer emotionalen Achterbahnfahrt, die Schlim jedoch mit etwas Distanz inszeniert und mithin eine Soap Opera vermeidet. Ihm gelingt eine wunderschöne Ballade, aus der sich eine Liebesgeschichte schält, die den Kern der nun folgenden Elegie bildet. Denn Jake siecht so unprätentiös wie ungeschminkt, was an Drastik das Aids-Drama “Philadelphia” um einiges hinter sich lässt. An seiner Seite steht nicht nur ein ausdrucksstark und hingebungsvoll spielender Layke Anderson, sondern fast die ganze Kommune, die wie eine schrille, aber liebenswerte Familie zusammenhält. Ein trotz vereinzelter Längen herzzerreißendes Erlebnis für aufgeschlossene Kinogänger. tk.

Frank hat es als 18-jähriger, lebenshungriger Homosexueller im Luxemburg von 1984 nicht leicht. Bald verlässt er seine Freunde und das spießige Elternhaus, um im weltoffenen Amsterdam sein Glück zu versuchen. Dort lässt er es erst mal richtig krachen, bevor er im Stripladen “House of Boys” Unterschlupf findet. Unter der Fürsorge von Emma zieht er in die Variété-Kommune und verliebt sich in den bisexuellen Jake, der jedoch eine Freundin hat. Zwar kann er dennoch bald Jakes Herz erobern, doch dann erkrankt dieser an Aids.

Frank, ein junger Homosexueller im Luxemburg von 1984, verliebt sich in den bisexuellen Jake, der jedoch an Aids erkrankt. Jean-Claude Schlims Spielfilmdebüt ist ein stimmungsvoll-drastisches Zeit- und Sittenporträt.

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