Hin und weg (2014)

Hin und weg Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (14)
  1. Ø 4.7
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3

Filmhandlung und Hintergrund

Hin und weg: Tragikomödie um eine Gruppe von Freunden, der eine von ihnen sterbenskrank, die eine letzte gemeinsame Fahrradtour nach Belgien unternehmen. Vom Regisseur von "Lammbock" und "Dreiviertelmond".

Eigentlich ist Urlaub der Moment im Jahr, in dem man etwas Abstand zum Alltag bekommt und in Ruhe die Seele baumeln lassen kann, während das restliche Leben an einem vorbeizieht. Doch leider bedeutet Urlaub in der Tragikomödie „Hin und Weg“ etwas ganz anderes, denn hier ist es vielmehr ein trauriger Grund, warum sich Freunde zusammenraffen und auf eine Reise gehen. Zusammen steigen sie auf ihre Räder und machen sich auf eine Radtour durch Belgien.

Hannes (Florian David Fitz) und seine Frau Kiki (Julia Koschitz) haben ein kleines Ritual: Jedes Jahr versammeln sie ihre engsten Freunde um sich, sie schwingen sich auf die Drahtesel und machen eine Radtour. Wohin es dabei geht, wird immer wieder neu entschieden, denn jedes Jahr darf ein anderes Mitglied aus der Gruppe bestimmen, welches Land mit dem Fahrrad erobert werden soll. Da Hannes in diesem Jahr dran ist, entscheidet er sich für Belgien, was bei den anderen Trip-Teilnehmern für lange Gesichter sorgt, ist Belgien doch nicht unbedingt dafür bekannt, ein Urlaubsparadies mit Sonne, Strand und Meer zu sein.

Doch schnell arrangieren sich alle mit dem etwas eigensinnigen Ziel und freuen sich auf die große Reise. Als sie aufbrechen ist die Stimmung gelassen, doch schon bald erfahren sie den wirklichen Grund, warum Hannes unbedingt nach Belgien wollte. Hannes leidet an einer unheilbaren Nervenkrankheit und da in Belgien Sterbehilfe erlaubt ist, will er hier seinen Frieden finden. Nach anfänglicher Bestürzung, beginnen die Freunde damit, ein letztes Mal zusammen die Tage und Nächte zu genießen und keinen Gedanken an morgen zu verschwenden. Sie beginnen zu leben.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(14)
5
 
13 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
1 Stimme
So werten die Kritiker (2 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
1 Stimme
3
 
0 Stimmen
2
 
1 Stimme
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Ein junger Regisseur und ein heikles Thema. Mutig angepackt! Christian Zübert („Lammbock – Alles in Handarbeit“ 2001) Regisseur und Drehbuchautor hat sich mit dem zur Zeit vieldiskutierten Thema Sterbehilfe auseinander gesetzt. Der dabei entstandene Streifen überzeugt sowohl schauspielerisch als auch dramaturgisch.
    Hannes (Florian David Fitz) müht sich auf seinem Heimtrainer. Doch er merkt das ihn seine Kräfte immer mehr verlassen. Er leidet an ALS, eine unheilbare Nervenkrankheit des motorischen Nervensystems, die irgendwann zum Ersticken führt. Sein Vater ist an der gleichen Krankheit gestorben.
    Aber Hannes will nicht so von der Welt verabschieden. Er beschließt Sterbehilfe in Belgien in Anspruch zu nehmen. Seine Freundin Kiki (Julia Koschitz) unterstütz ihn. Seine Freunde Michael (Jürgen Vogel), Mareike (Victoria Mayer), Dominik (Johannes Allmayer) und sein Bruder Finn (Volker Bruch) starten mit ihm zu einer Radtour nach Belgien.
    Erst als sie unterwegs sind, offenbart sich Hannes über das Ziel der Reise. Seine Freunde sind geschockt und versuchen ihn von seinem Plan abzubringen. Aber Hannes ist fest entschlossen. Und dann beginnt eine einzigartige Tour. Die Freunde erkennen wie kostbar das Leben wirklich ist und begreifen, das nach dieser Reise nichts mehr so sein wird wie früher.
    Eine Geschichte die noch nie so auf der Leinwand zu sehen war. Ohne Kitsch, Klischees und Pathos schafft es der Film diese Story einer außergewöhnlichen Freundschaft zu erzählen. Dazu tragen auch die Schauspieler mit glaubwürdigen Charakteren bei. Ein Road, nein ein Radmovie als deutsche Produktion.
    93 Minuten – sehenswertes Kino mit nachdenklichem Unterhaltungswert.
  • Tragikomödie um einen totkranken Mann, der mit Frau und Freunden auf eine letzte Fahrradtour geht.

    Am Anfang machen die Freunde um das Paar Hannes und Kiki noch Scherze darüber, dass ihre alljährliche gemeinsame Radtour ausgerechnet nach Belgien führt, wo Pralinen und Jean-Claude van Damme zu den Highlights zählen. Bald sind sie geschockt, als sie den Grund für das Reiseziel erfahren. Hannes, der an einer tödlichen Erbkrankheit leidet, will dort sterben. Regisseur und Drehbuchautor Christian Zübert, vor allem für Komödien bekannt und zuletzt mit dem auch gefühlvollen “Dreiviertelmond” erfolgreich, macht aus dieser Prämisse einen um größtmögliche Leichtigkeit bemühten Film, ohne den Ernst des Themas auszublenden. Er nutzt den Rahmen des Roadmovies und erzählt anhand eines Grüppchens bunt zusammengewürfelter Charaktere, wie unterschiedlich die Menschen mit dem selbstbestimmten Sterben, bzw. – viel genereller – mit dem Sterben und Leben an sich umgehen. Ein prominentes Ensemble verleiht den mit wenigen, markanten Strichen gezeichneten Figuren Leben. Florian David Fitz’ Hannes will nicht übers Sterben reden und wie sein “Vincent” ans Meer. Der Film endet mit einer schönen Einstellung am Strand von Ostende. Julia Koschitz unterstützt ihn als seine Frau fast bis zur Selbstaufgabe bis auch sie ihren Gefühlen freien Lauf lässt. Neben der Reise durch herbstliche Landschaften, pittoreske am Flussufer, und profane Orte wie Stockbetten-Zimmer, strukturieren auch die in lustig-betrunkener Runde dem Sitznachbar in Auftrag gegebenen Mutproben den Film. Sie sorgen vor allem für Komik, wenn etwa Jürgen Vogels notorischer Frauenheld sich als Frau verkleidet, Volker Bruchs Bruder des Protagonisten zaghaft einen Zeugen Jehovas “schlägt” oder Veronika Mayers überkorrekte Zicke Jugendlichen ihr Gras abluchst. Ausgelassene Momente wie eine Schlammschlacht lassen Zübert und Drehbuchautorin Ariane Schröder auf bedrückte Stimmung folgen, als Hannes stürzt. Stimmungsvolle Popsongs von u.a. Passenger (und selbst aufgenommene Urlaubs-Tapes) und pointierte Dialoge gehören ebenfalls zum Konzept, kein Tränendrüsendrama abzuliefern. Entsprechend werden tragische Szenen mit Zurückhaltung umgesetzt, gehen dennoch ans Herz. hai.
  • Das Roadmovie "Hin und weg" schickt eine Gruppe langjähriger Freunde auf eine Radtour mit ungewöhnlichem Ziel. Denn während Pilgerfahrten und Abenteuertrips am Schluss meist nur die gewonnene Erfahrung feiern, handelt es sich hier um Sterbebegleitung für einen Freund. Mit dem Thema Abschiednehmen und Sterbehilfe liegt der Film von Regisseur Christian Zübert ("Dreiviertelmond", "Lammbock") durchaus im Kinotrend. Auch im emotional zurückgenommenen, lockeren und lebensbejahenden Tonfall sucht er den Schulterschluss mit dem Zeitgeist. Weil er aber so sehr darauf bedacht ist, alles richtig zu machen, wirkt er auch gefällig und klischeehaft.

    Das Drehbuch, das Zübert bearbeitet hat, ist die erste fiktive Kinoarbeit der jungen Autorin Ariane Schröder. Die Geschichte ist eine Art Idealvorstellung, wie man aus dem Leben scheidet, wenn es denn krankheitsbedingt so früh schon sein muss. Man schart seine besten Freunde um sich und unternimmt etwas, kifft, wälzt sich im Schlamm, hat guten Sex. Am Schluss schauen alle zu, wie der Arzt – in Belgien darf er das – die tödliche Substanz verabreicht. Der Trip hat seine Reize, nicht zuletzt auch, weil die Freunde sich gegenseitig Aufträge geben, bei denen jeder über seinen Schatten springen muss. Michael verkleidet sich als Frau für einen Discoabend. Zum Lohn gabelt er eine viel jüngere, fröhliche Frau (Miriam Stein) auf, die sich der Gruppe für eine Weile anschließt. Mareike und Dominik sind außerdem mit ihrer Ehekrise beschäftigt.

    Das Problem an dieser Geschichte ist, dass die an sich guten Darsteller so tun müssen, als würden sie das Drama wirklich durchleiden. Und zwar, ohne dass man davon viel merkt. Denn eines der schwersten Themen überhaupt wird wie eine Art Freizeit-Event abgespult. Das führt zu irritierenden Situationen, zum Beispiel mit Hannes´ Mutter Irene (Hannelore Elsner). Obwohl sie schon ihren Mann an dieselbe Krankheit verlor, muss sie den Sohn am Schluss ebenfalls begleiten. Sie macht das mit einer Ruhe und Sanftmut, als habe sie ihre Gefühle im Griff wie ein Instrument. Der Soundtrack aus Popsongs dreht dafür an jeder Ecke umso mächtiger auf.

    Fazit: "Hin und weg" erzählt von den letzten Tagen eines jung Sterbenden in Form einer unterhaltsamen Fahrradtour mit Freunden, die zwar nicht rührselig gerät, aber dem schweren Thema emotional eher ausweicht.
Alle ansehen

Darsteller und Crew

News und Stories

  • "Hin und weg": Bewegender Trailer mit Florian David Fitz

    "Dreiviertelmond"-Regisseur Christian Zübert bringt im Herbst eine bewegende Geschichte über Freundschaft und das Leben in die Kinos. Wir haben den ersten Trailer mit Florian David Fitz und Jürgen Vogel für euch.

Kommentare