Halloween (2007)

Halloween Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Halloween: Remake des Horrorklassikers von 1978, in dem Regisseur Rob Zombie auch die Kindheitsgeschichte von Michael Myers nicht zu kurz kommen lässt.

Nachdem er seine ältere Schwester brutal erstochen hat, wird der zehnjährige Michael Myers (Daeg Faerch) von der Polizei aufgegriffen und in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingewiesen. 15 Jahre später gelingt dem nun erwachsenen Michael (Tyler Mane) überraschend die Flucht aus der streng bewachten Klinik. Er bricht sofort in seine Heimat Haddonfield auf, um seine jüngere Schwester Laurie (Scout Taylor-Compton) zu finden. Als Kind beschützte er sie, nun schwebt Laurie in Lebensgefahr. So wie jeder, der den Weg des irren Mörder kreuzt.

Kultregisseur und Musiker Rob Zombie (\”The Devil\’s Rejects\”) produziert und inszeniert ein fulminantes Remake von John Carpenters Klassiker. Basierend auf dessen ursprünglichem Drehbuch fokussiert Zombie mehr auf Myers Kindheit und schafft eine perfekte Schockdramaturgie.

Michael Myers führt als zehnjähriger Spross einer White-Trash-Familie eine bedauernswerte Existenz als stets gehänselter und verlachter Außenseiter – bis ihm an Halloween der Kragen platzt und er zum Massenörder wird. 17 Jahre später ist der mittlerweile zum Reisen herangewachsene Junge in der Psychiatrie von Dr. Sam Loomis zum Enigma geworden. Dann erwacht die Wut an Halloween von Neuem, und er macht sich auf den Weg, das letzte verbleibende Familienmitglied, die ahnungslose Laurie Strode, zu töten.

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Kritikerrezensionen

  • Tja. Es hat ja kommen müssen. John Carpenters „Halloween“ von 1978 ist ohne Frage einer der besten Horrorfilme der Geschichte, ein Meisterstück an Stimmung und Suspense, an Suggestionskraft und Atmosphäre. Dass man im grassierenden Remake-Wahn des Genres sich nicht schon längst daran vergangen hat, ist keine Selbstverständlichkeit, auch nicht, dass man – als es schließlich unvermeidlich wurde – mit dem Raubauz Rob Zombie ein schwer kalkulierendes Risiko darauf losließ.

    Jetzt ist er da, „Halloween“, aus dem Jahr 2007. Sollen wir nun lachen oder weinen? Zum einen ist dieser Film so nötig wie ein Kropf, und die Zeit für die langsamen Steadycam-Fahrten, das Lauern und Anti-Buh! des Originals sind heute offenbar endgültig vorbei. Andererseits tut es nun doch wieder weniger weh, als es eigentlich müsste. Tatsächlich hat man unweigerlich das Gefühl, dass der Film sogar besser geworden wäre, wenn sich Rob Zombie (der auch das Drehbuch schrieb), weit weniger an das Original und dessen Nachfolger gehalten hätte.

    Polternd, unausgegoren und verbissen biestig, zugleich bzw. gerade deshalb so frisch und originell sind Herrn Zombies ersten beiden Filme, „Haus der 1000 Leichen“ und „The Devil’s Rejects“ geraten. Jetzt „Halloween“ – und wenn schon Bock, dann gleich Gärtner. Zombie tut nicht mal so, als hätte Carpenter verstanden, im Gegenteil, aber ein bisschen imitieren, „nach-drehen“ musste wohl doch sein. Weshalb „Halloween“ nun halb Prequel, halb Remake geworden ist, eine wirre Mischung, die so leider gar nicht geht.

    Michael Myers, der stumme, gesichtslose (weil weiß-maskierte) Unhold ist zur Kultfigur neben Freddy Krueger und „Freitag der 13.“-Jason geworden, sicher auch, weil er gerade keine (oder kaum bzw. nachträgliche verordnete) Vorgeschichte hatte. Als „Schwarzer Mann“ in Reinform schlich und schlitzt er geradezu archetypisch. Wenn Zombie ihm nun eine detaillierte Herkunft verpasst, ist das aber nicht so schlimm. Wenn man denn auf der Schiene geblieben wäre.

    Dieser metzelnde Bub ist immer noch die sympathischste von allen Figuren (und mit echten Charakteren oder auch nur dem Hauch eines Innenlebens hält sich Zombie ohnehin nicht auf). Sowieso sind fast alle in dem Film die reinsten vulgären bis obszönen Schandmäuler; sogar in der braven Vorstadt – die freilich auch deutlich runtergekommener ist als dazumal. Doch in der braven Kleinstadt lässt Zombie Michael (zunächst noch pummelig und – gar nicht unoriginell – sogar anfangs ganz offen und leutselig in den Gesprächen mit Doc Loomis) genau wieder als den Boogey Man höchstpersönlich stalken und shlashen, als den ihn Carpenter erfunden hat. Inklusive eines überzogenen McDowell, der als Loomis Myers als Böse per se verkauft.

    Der zweite Teil des Films ist damit auch das Remake von „Halloween“ anno 1978, nur wird man durch dieselben Situationen und mitunter Einstellungen gehetzt und gerüpelt, in denen Zombie nun deutlich zu kauen hat an den eigenen Nachahmungs-Ambitionen. Schlichtweg weil die auf stimmungsvolle Spannung ausgerichtet sind.

    Hinzu kommt, dass die Laurie (als die Jamie Lee Curtis vor knapp dreißig Jahren bekannt wurde), hier bloß eine völlig belanglose Opferfigur wird (trotz ihrer Familienbeziehung zu Michael, die Zombie flugs aus „Halloween 2“ mit hineinholt). Ihre Freunde haben noch weniger Zeit zu vögeln und zu fluchen oder zu schauspielern, ehe sie von Michael ermordet werden. Auch das Raumkonzept, die Kleinstadt Haddonfield zerfällt irgendwie, und irgendwie sind sowieso alle Szenen und Handlungspartikel zu lange erzählt oder zu kurz ausgespielt, zu belanglos, zu wirr oder widersprüchlich.

    Und trotzdem, und trotzdem… - Zombie scheitert auf so hemmungslose, starr- und eigensinnige Art und Weise, dass er es schon wieder nicht tut. Oder jedenfalls so wie ein waschechter (welch wilder Begriff hier:) auteur. Gerade ästhetisch weiß er mehr als je zuvor, was er tut: die Steadycam ersetzt er gegen die Handkamera, und das Raue, Dahingerotzte des Drehbuches, der Figuren und ihrer Dialoge, der Zettelkasten-Handlung – alles wird über diesen Stilwillen in und mit allen Ecken und Kanten rund. Viel mehr Gore und Brutalität gibt es hier nun, doch nicht selbstzweckhaft. Vielleicht ist und war das Rohe und Unwirsche, die matten Farben und die ungewaschenen, langen Haare die da jeder auf dem Kopfe hat, die einzige, angemessene Art, sich dem Klassiker anzunehmen. Schräge E-Gitarre spielen nun das minimalistische Synthesizer-„Halloween“-Thema von einst nach; Michaels weiße, ausdruckslose Maske ist hier brüchig und verdreckt.

    Alles kein großer Wurf, und Zombies „Halloween“ hat die Welt ganz sicher nicht gebraucht. Und doch haben wir noch mal erstaunliches Glück mit ihm gehabt.

    Fazit: Sowohl Prequel zu, als auch Remake des Horror-Klassikers von John Carpenter (1978) ist Rob Zombies „Halloween“ zu einem kruden, unausgegorenen und eigensinnigen Irrlauf zwischen Neuansatz und Referenz geworden, der doch irgendwie und irgendwo in seiner rauen Wüstheit ein eigenes Plätzchen findet.
  • Michael Myers metzelt wieder – diesmal nach einer Adaption von (Ex-) Schockrocker Rob Zombie, dessen “Re-Imagination” sowohl aus Remake wie Prequel besteht.

    Schilderte der Prolog von John Carpenters Original von 1978 nur kurz den vom zehnjährigen Michael begangenen Schwestermord, ergreift Zombie, der zudem als Autor und Produzent auftritt, nun die Gelegenheit, eine ausführliche Hintergrundgeschichte von der chaotischen Kindheit der Killermaschine zu erzählen. Wie in seinen vorherigen Filmen “Haus der 1000 Leichen” und “The Devil’s Rejects” entwirft Zombie das Porträt einer völlig zerrütteten White-Trash-Familie. Der Stiefvater (William Forsythe ist nur einer von diversen Genre-Kultschauspielern, die aufmarschieren) ist ein unflätiger Alkoholiker, Michaels Mutter Deborah (Zombies Gattin Sheri Moon in ihrer bislang besten Performance) eine Stripperin mit liebevollem Herz für ihren pummeligen Sohn (klasse gestört: Daeg Faerch). In der Schule wird Michael nicht zuletzt wegen des Jobs seiner Mutter hämisch gehänselt. Seine unterdrückte Rage lässt er zunächst an Tieren aus, bis ihm an Halloween endgültig der Kragen platzt und er einen seiner Peiniger mit einem Baumast totschlägt. Im Anschluss setzt er, mit einer Clownmaske angetan, seinen brutalen Blutrausch zu Hause fort, wo er den Stiefvater, die ältere Schwester und deren Freund abschlachtet. 17 Jahre später sitzt der mittlerweile zum hünenhaften Riesen ausgewachsene Michael (Tyler Mane) immer noch unter der Aufsicht von Dr. Loomis (Malcolm McDowell) in einer Nervenheilanstalt. Als er just an Halloween verlegt werden soll, läuft der stumme Unhold Amok und begibt sich geradewegs in sein Heimatnest, um seine kleine, vor langer Zeit adoptierte Schwester Laurie Strode (Scout Taylor Compton versucht gar nicht erst, in die ihr viel zu großen Scream-Queen-Schuhe von Jamie Lee Curtis zu schlüpfen) aufzuspüren. Zunächst werden jedoch sexuell aktive Teenager und ein paar ältere Herrschaften von Michael abgestochen, bevor es im Zweidritteldunkel im ehemaligen Elternhaus zum nervenaufreibenden Finale kommt.

    Fast drängt sich der Eindruck auf, dass zwei Filme zu einem zusammengefügt worden – so unterschiedlich sind Stil und Stimmung der Kindheits- und das Erwachsenensegmente der Schreckenssaga. Dabei ist ersteres wesentlich origineller, spannungsvoller und emotionell packender ausgefallen, selbst wenn diese Humanisierung des Killers für den Rest der Story nicht so recht funktionieren will. Schließlich ist der mechanisch mordende Maskenmann traditionell eine gesichtslose Verkörperung des Bösen, die gerade durch ihre Anonymität und Unmenschlichkeit so erschreckend wirkte. Ob Zombies Remake (das auch Carpenters Kameraeinstellungen sowie seine unvergessliche Titelmelodie verwendet) mit gesteigerter Gewalttätigkeit und vulgären Dialoge mit dem superben Original mithalten kann, ist Geschmacksfrage. Kommerziell ist das Paket allemal. ara.

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