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Filmhandlung und Hintergrund

Gold: Spätwestern um eine Gruppe deutscher Auswanderer, die sich auf den beschwerlichen Trek quer durch Kanada machen, um am Klondike als Goldsucher ihr Glück zu machen.

Eine Handvoll deutscher Einwanderer macht sich im Sommer 1898 mit Planwagen auf den Weg in den hohen Norden Amerikas. Im kanadischen Ashcroft, der letzten Bahnstation, brechen die sieben Teilnehmer auf. Unter Führung des angeberischen Geschäftsmannes Wilhelm Laser hoffen sie auf den neu entdeckten Goldfeldern von Dawson ihr Glück zu finden. Doch der Weg dorthin ist lang und gefährlich. 2500 Kilometer gilt es zu bewältigen. Die Anstrengungen zerren an den Nerven der Gemeinschaft und schon bald kommt es zu ernsten Konflikten.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Irgendwo in der Pampa hält ein Zug und eine Frau steigt aus – und sofort hat man Meryl Streep vor Augen, wie sie vor Jahren auch aus einem Zug stieg, mit ihrem lächerlichen Windhund und ihrem sündhaft teuren Porzellan, und eine Stimme aus dem Off sagt: "Ich hatte ein Farm in Afrika - am Fuße der Ngong-Berge." Aber der Zug hält nicht in Afrika, sondern in Kanada und aus dem Zug steigt Nina Hoss. Mit einer gestärkten Bluse, zugeknöpft bis oben hin, adrett sitzendem Hut und die Haare zu einem strengen Knoten gebunden. Sie hat auch nicht kistenweise Porzellan im Gepäck, sondern trägt lediglich Koffer und Reisetasche.

    Regisseur Thomas Arslan hat einen Westen gemacht. Die Handlung von "Gold" ist schnell erzählt. Trotzdem fühlen sich die knappen zwei Stunden mehr wie vier Stunden an und am Ende spürt man auch als Zuschauer, dass einem die vier Buchstaben vom Sitzen ähnliche Schmerzen bereiten müssen, wie den Figuren in Kanada vom tagelangen Reiten. Aber so macht Western gucken keinen Spaß. Nina Hoss verliert zuerst ihren Hut, dann verliert ihre Bluse die Stärke, wird immer dreckiger und schließlich rutschen im Laufe des Films immer mehr Haarsträhnen aus dem streng geknoteten Dutt. Oft glaubt man, die Regieanweisungen förmlich hören zu können, die die Schauspieler perfekt im Bild arrangieren. Der gesamte Film arbeitet eine Liste mit Punkten ab, die in keinem Western fehlen dürfen: Das gebrochene Rad am Planwagen, das Pferd mit dem gebrochenen Vorderlauf, der geläuterte Gesetzlose, ein paar (nette) Indianer, die Bärenfalle und die damit verbundene Amputation eines Beins, der hängende Tote am Wegesrand, wenigstens ein Saloonbesuch, der Show-Down am Ende und eine kleine Liebelei.

    Das Drehbuch holpert wie der Planwagen von Standardsituation zur nächsten Standardsituation. Die rauen Gitarrenriffs, die anfangs das ganze angenehm auflockern und an Jim Jarmuschs "Dead Man" erinnern, sind nach der x-ten Wiederholung nur noch nervig und erinnern daran, dass die Goldsuchenden immer noch nicht am Ziel sind. Während sich nebenbei bemerkt die Reihen der deutschen Auswanderer lichten, scheint sich die Zahl der Pferde auf unerklärliche Weise zu vermehren.

    Lars Rudolph ist übrigens nicht unbedingt die richtige Wahl, um einen pflichtbewussten mehrfachen Familienvater auf der Suche nach dem großen Geld zu verkörpern, aber um den einzigen launigen Spruch zu bringen dafür umso mehr: "Es ist schon ein verfluchtes Pech, in einem so riesigen Land in eine Bärenfalle zu treten!"

    Fazit: Regisseur Thomas Arslan ist mit seinem Western "Gold" über eine Gruppe deutscher Auswanderer unterwegs die Luft ausgegangen.
  • Thomas Arslans Wettbewerbsbeitrag der 63. Berlinale ist ein formal strenger und filmisch beeindruckender Spätwestern, der eine zutiefst deutsche Geschichte in der Ferne erzählt.

    Als deutscher Western wurde “Gold”, der deutsche Beitrag im Wettbewerb der 63. Berlinale, angekündigt. Und tatsächlich hat Thomas Arslans Film mehr mit dem uramerikanischen Genre gemeinsam als nur den Schauplatz. Doch lässt “Gold” weniger an Klassiker wie “High Noon” oder “Der große Treck” denken .Vielmehr scheinen Filme wie Jim Jarmuschs “Dead Man” und allen voran Kelly Reichardt “Meek’s Cutoff” Arslan als Inspiration gedient zu haben. Wie in Reichardts postfeministischem Meisterwerk folgt Arslan einem kleinen Treck durch die Wildnis, lässt die Gruppe, aufgrund eines ebenso unfähigen wie selbstbezogenen Anführers sich verirren und wie bei “Meek’s Cutoff” Michelle Williams als starke Frau zunächst im Hintergrund steht, um schließlich dem Schicksal Paroli zu bieten, ist es bei Arslan Nina Hoss, die diesen Part übernimmt. Sie ist Emily Meyer, die aus Chicago mit dem Zug kommend sich im Westen Kanadas 1898 einer Gruppe deutscher Auswanderer anschließt, um im entlegenen Dawson ihr Glück als Goldsucher zu finden.

    In “The Necessary Death of Charlie Countryman”, Frederik Bonds Wettbewerbsbeitrag der diesjährigen Berliner Filmfestspiele, heißt es zu Beginn, dass jede gute Geschichte, die es wert ist erzählt zu werden, mit einem “Lebewohl” beginnt. Und so hat auch hier jeder der Treck-Teilnehmer ein Leben zurückgelassen, von dem man erst im Laufe des Films sporadische Andeutungen erhält. Der Aufbruch ist immer mit der Sehnsucht nach einer besseren Zukunft verbunden, doch Arslan lässt keinen Zweifel daran, dass er nicht für jeden die richtige Wahl war. Schon bald geht die Gruppe in der Wildnis verloren und es wird klar, dass sie mit dem Anführer Wilhelm Laser (Peter Kurth) einem Scharlatan auf den Leim gegangen sind. Die Einöde und die Entbehrungen fordern erbarmungslos ihren Tribut – bei Körper und Geist.

    Die Eintönigkeit der Reise ist es, die Arslan, der sich für seine Geschichte bei Briefen und Aufzeichnungen aus jener Zeit Anregungen holte, interessiert. So haben die Bilder, die Kameramann Patrick Orth einfing, auch nichts von der pathetischen Erhabenheit der Natur, in der beispielsweise “Into the Wild” schwelgte. Die Weite wirkt vielmehr beklemmend, fast klaustrophobisch. Dennoch ist “Gold” einer der bestfotografierten deutschen Filme der letzten Zeit. Und nicht nur seinen Treckteilnehmern, auch dem Publikum verlangt Arslan Einiges ab. Wer keinen Zugang in diese formal streng quadrierte Welt findet, dürfte die Reise auch im Kinosessel als beschwerlich empfinden. Wer sich aber darauf einlässt, wird mit einem grandiosen Parforceritt des deutschen Arthouse-Kinos belohnt, wobei Arslan die Strenge an einigen Punkten auch aufbricht und trockenen Galgenhumor zulässt, der zu keinem Zeitpunkt etwas Unfreiwilliges hat. Letztlich ist es bei aller Western-Thematik eine durch und durch deutsche Geschichte, die er erzählt. In Zeiten der anhaltenden Migrationsdebatten lässt der Satz “Wir Deutschen müssen hier in der Fremde zusammen halten”, wie er zu Beginn des Films fällt, aufhorchen. mahe.

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