Für Elise (2011)

Nicht mehr im Kino.
Userwertung (0)
  1. Ø 0

Filmhandlung und Hintergrund

Für Elise: Subtiles Mutter-Tochter-Drama, das konsequent eine problembeladene Beziehung zur ungleichen offenen Rivalität steigert.

Seit dem Unfalltod ihres Vaters wächst die 15-jährige Elise allein bei ihrer verantwortungslosen Mutter Betty auf, die ihre Trauer im Alkohol ertränkt. Nicht nur muss Elise den Haushalt regeln, sondern die prinzipienlose Krankenschwester, die sich gehen lässt, quasi mitversorgen. Elises weit in die Ferne gerückter Berufstraum Pianistin erhält schlagartig Perspektive, als sich Betty dem Musikjournalisten Ludwig an den Hals wirft. Der lebt in Scheidung und interessiert sich bald mehr für die Tochter als die Mutter, die Elise nun auch als Konkurrentin betrachtet und anbiestert.

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Subtiles Mutter-Tochter-Drama, das konsequent eine problembeladene Beziehung zur ungleichen offenen Rivalität steigert.

    Wer ist Kind, wer erwachsen? In der ersten Kinoarbeit von Wolfgang Dinslage (“Zurück zum Glück”) haben die 15-jährige Elise (Jasna Fritzi Bauer aus Petzolds “Barbara” empfiehlt sich abermals) und ihre Mutter Betty (selten im Kino: Christina Große überzeugt als lächerlich-liederliches Weib) die Rollen weitgehend getauscht. Das Coming-of-Age-Drama ähnelt damit den jüngst angelaufenen “Einer wie Bruno” und “Fliegende Fische müssen ins Meer”, nur ist es fern von deren tragikomischen Anwandlungen im freudlosen Alltag angesiedelt.

    Der sensiblen Teenagerin, die ihren Berufstraum Pianistin auf Eis gelegt hat und in ihrer Entwicklung leidet, weil sie daheim die Last der Verantwortung trägt, steht ein nur scheinbar liebevolles, tatsächlich prinzipienloses Partyluder gegenüber, das jeden, allen voran die eigene Tochter schamlos egoistisch manipuliert. Ihre Alkoholsucht und Feierwut betäubt die Trauer um den vor zwei Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Mann nur mangelhaft. Als sie sich dem bodenständigen Klassikjournalisten Ludwig (Hendrik Duryn als durchsetzungsschwacher Schlaffi) an den Hals wirft, interessiert sich der mehr für Elise. Es entsteht ein unglückseliges Dreiecksverhältnis, das den lange auf kleiner Flamme köchelnden Konflikt katalysiert, der nun offen ausbricht.

    Anstatt sich mit dramatischen Wendungen auszutoben, erkundet Dinslage beharrlich die stillen Seelenqualen der Tochter und das emotionale Elend ihrer Mutter. Entschlossen unauffällig breitet sich eine mitunter banale Lebenswirklichkeit aus, in der eine Erziehungsberechtigte unter Vernachlässigung sämtlicher Elternpflichten mit psychischen Gemeinheiten ihre Tochter erniedrigt, die sich nicht zu wehren weiß und von der Wodkaleiche ein ums andere mal bloßgestellt und gequält wird.

    Einerseits mag das oft brav und kraftlos wirken, andererseits gelingt “Für Elise” eine leise und subtile, erschreckend gut beobachtete Chronik eines verstockten, verklemmten, betretenen Miteinanders, das sich zum Gegeneinander entwickelt, in dem alle drei Charaktere zu schwer verzeihlichen Fehlern hingerissen werden. Das zieht auch den Zuschauer seelisch gnadenlos auf das Niveau dieser Auseinandersetzung herunter, aber vor allem dank der konzentrierten Darsteller auch in eine Erzählung hinein, die sehr viel näher an der Realität ist, als es manchem lieb sein kann, auch wenn am Ende ein breiter Hoffnungsschimmer manches relativiert.

    tk.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kommentare