Fleisch ist mein Gemüse (2008)

Fleisch ist mein Gemüse Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Fleisch ist mein Gemüse: Melancholische Coming-of-Age-Story mit skurrilen Figurenarsenal nach den Erinnerungen der Kutltfigur Heinz Strunk.

Mitte der 80er Jahre im Hamburger Stadtteil Harburg wächst der junge Heinz Strunk (Maxim Mehmet) auf. Ihn plagen fiese Hautausschläge, eine sieche Mutti (Susanne Lothar) und die instabile Nachbarin (Livia S. Reinhard). Dafür kommt er ins Show-Biz als Saxophonist einer Mugger-Kapelle, wo er auf Schützenfesten Korn, Klaus & Klaus und Koteletts kennen lernt. Mit den Sängerinnen Anja (Susanne Bormann) und Jette (Anna Fischer) versucht er daraufhin die Solo-Karriere.

Der rasch zum Kult gewordene autobiografische Roman Heinz Strunks dient als Vorlage für eine klamaukfreie Jugendkomödie, die tief ins unbekannte Milieu von Dorf-Hochzeiten, provinziellen Show-Giganten und unberechenbaren Landmusikanten eindringt.

Heinz Strunk hat eine schwerkranke, depressive Mutter und eine suizidgefährdete Nachbarin. Außerdem kämpft er mit schlimmer Akne. Doch wenigstens findet der junge Mann als talentierter Saxophonspieler bei der Tanzkapelle “Tiffanys” einen Job. Doch erst mit dem Auftauchen von Jette gerät sein Leben so richtig in Fahrt.

Heinz Strunk hat’s nicht leicht im Leben. Aufgewachsen mit einer schwerkranken Mutter im Hamburger Arbeiterviertel Harburg, muss sich der junge Mann mit einer bestialischen Akne herumplagen. Als talentierter Saxophonspieler landet er bei der Tanzkapelle “Tiffanys” und wirft fortan auf Schützenfesten und Dorfhochzeiten seine musikalischen Perlen vor die Säue. Während das Volk nach Schlager-Schmankerln lechzt, bastelt der scheue Heinz an seiner Karriere als Musikproduzent. Erfolglos. Bis die kesse Jette in sein Leben tritt.

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Kritikerrezensionen

  • „Fleisch ist mein Gemüse“, das Buch mit dem ganz willkürlichen Titel, hat sich 250.000 Mal verkauft. Eine 250seitige Beschreibung von Stillstand, von Phlegma, von Erbärmlichkeit. Heinz Strunk, Hauptfigur und Erzähler dieser quasiautobiographischen Beichte, suhlt sich zwölf Jahre lang im Sumpf von Tanzmusik. Auf Seniorentees, Karneval, Schützenfest und diversen anderen Feiern in der norddeutschen Provinz erlebt er die Essenz und das Rückgrat der deutschen Kultur, die aus dumpfem Witz und überfröhlichem Schlagerfez besteht – und gestaltet diese Niederungen musikalischen Massakers aktiv mit, als Saxophonist der Tanzband Tiffany’s.

    Zwölf Jahre Stillstand des Lebens, der persönlichen, emotionalen, intellektuellen Entwicklung: Das kann man natürlich nicht wirklich zu einem Film umgestalten, denn da muss ja etwas passieren – das ist der Grund, weshalb die Verfilmung durch Christian Görlitz seltsam überproduziert wirkt, obwohl hier nicht halb so viel geschieht wie in einem durchschnittlichen Spielfilm.

    Nicht nur, dass in manche Szenen schlicht zu viel reingepresst wurde – das telefonischen Engagement durch Tiffany’s-Bandleader Gurki ist verknüpft mit dem gleichzeitigen Zusammenbruch der psychotischen Mutter im Beisein zweier Polizisten, Heinz’ erster Auftritt verzögert sich, weil sich ein telefonischer Hilferuf der Mutter aus der Klapse dazwischendrängt. Auch emotional soll man sich einfinden in die Hauptfigur, die sich bei allem tollpatschigen Unvermögen doch zumindest bemüht, anderen beizustehen, der Mutter, der fetten, einsamen Nachbarin; schließlich gar mündet alles in der Andeutung einer Liebesgeschichte, die in der zweiten Filmhälfte zum tragenden Handlungsfaden wird. Wo der Strunk im Roman sich doch gerade dadurch auszeichnet, alle anderen zu verachten, eben weil sie genau wie er sind!

    Zudem. Die Darsteller sehen alle viel zu gut aus, trotz grotesker Körperformen – der hagere Andreas Schmidt mit krausem Haar und Schnauzer und erbarmungslosem Frohsinn, der so jovial und oberflächlich den Gurki gibt –, trotz Akne Conglobata, die Heinz verunziert. Der Grad von Ekligkeit, der im Buch ausführlich, plastisch und wortgewandt ausgeführt ist, wird nie erreicht. Und die Musik, die Tiffany’s spielen, hört sich einfach zu gut an, das merkt jeder, der schon einmal in der Wirklichkeit eines Sportfestes einen Alleinunterhalter erlebt hat…

    Freilich genau hier trifft der Film den Geist des Buches ganz genau, in der Beschreibung der Provinzvergnügungen, wo’s mit „Hello Mary Lou“, „Wenn i mit dir tanz“ in schmierigem Pseudo-Bayerndialekt oder „An der Nordseeküste“ (mit einem Cameo des echten dicken Klaus als Besoffenem) ganz höllisch zur Sache geht. Organisierte Heiterkeit, billige Witze, biedere Erotik und der langersehnte Ausbruch aus dem Alltag an dem einen, großen Festtag des dörflichen Jahresablaufs: all das wird in lebensecht choreographierten Festlichkeiten exakt beschrieben, und wehe es geht etwas schief: „Hello Dolly“ aus dem Musical „Hello Dolly“ ist halt die falsche Musik für den Schützenkönig, zuviel Afrika, zuwenig Bavaria; oder Oliver Bendt mit seinem One-Hit-Wonder „Sun of Jamaica“, der nun beim völlig ungelenken Limbo-Tanz auf offener Bühne Feuer fängt…

    Das jedenfalls ist die Ein- und Überleitung zum besten Teil des Films, zu einem Ende, das sich gewaschen hat in einer Lauge aus Ironie, Fiktion und vergeblichem Ausbruchsversuch – ein Happy End, das Heinz Strunk, den echte, einsam zurücklässt mit Bier und Zigarette, den unersetzlichen Utensilien einer Landjugend mit Musik.

    Fazit: Heinz Strunks Bestseller in einer Verfilmung, die nicht immer den jämmerlichen, verachtungsvollen, phlegmatischen Ton der Vorlage trifft – der aber die Landjugend mit ihren billigen Vergnügungen treffend beschreibt.
  • Schräge Adaption des autobiografischen Romans aus der Feder der norddeutschen Kultfigur Heinz Strunk, die nun auch den Rest der Republik zu erobern sucht.

    Komik ist universell. Wie sonst hätten es die österreichischen Kabarettisten Grissemann und Stermann einen Film lang eingesperrt in einem Auto mit ihrem norddeutschen Kollegen Heinz Strunk aushalten können? Kommerzieller Erfolg war “Immer nie am Meer” dennoch nicht beschieden. Das könnte sich bei Strunks zweitem Kinoauftritt ändern – schließlich wurden mit “Fleisch ist mein Gemüse” nun dessen ziemlich authentischen Memoiren verfilmt, die bereits in Buchform (über 250.000 verkaufte Exemplare), später als Hörbuch und als Musical der Renner waren. Besonders lustig ist das allerdings nicht, was Autor und Regisseur Christian Görlitz (Grimme-Preis für “Freier Fall”) in seiner Adaption zeigt, eher traurig, dramatisch und tragikomisch. Denn Heinz Strunk (Maxim Mehmet) hat’s wahrlich nicht leicht im Leben. Aufgewachsen ist er mit einer schwerkranken, depressiven Mutter und neben einer suizidgefährdeten, fettleibigen Nachbarin im tristen Hamburger Arbeiterviertel Harburg muss sich der junge Mann mit einer Akne herumplagen, die seinen Körper komplett mit hässlichen Eiterpusteln übersät. Doch wenigstens wurde Heinz von der Muse geküsst. Als talentierter Saxophonspieler landet er bei der Tanzkapelle “Tiffanys” und wirft fortan unter der Regie des eigensinnigen Bandleaders Gurki (Andreas Schmidt) auf Schützenfesten und Dorfhochzeiten seine musikalischen Perlen vor die Säue, sprich, vors alkoholisierte Publikum. Und während das Volk nach Schlager-Schmankerln wie “An der Nordseeküste” oder “Polonaise Blankenese” lechzt, bastelt der scheue Heinz an seiner Karriere als Musikproduzent. Erfolglos. Bis eines Tages die kesse Jette (Anna Fischer) in sein Leben tritt.

    Was den Alltag zwischen Rauchen, Saufen und Masturbieren sowie die akribische Darstellung der Akne betrifft, fühlt man sich unvermittelt an Charles Bukowski und Dominique Derudderes Erstling “Crazy Love” erinnert. Doch “Fleisch ist mein Gemüse” hat mehr zu bieten: Die erschreckend detailgetreue Schilderung von ruralen Festivitäten, eine Art Best of… abgestandener Kalauer und Biertisch-Reime im Stile von “noch ein Bierchen für die Nierchen” sowie ein herausragender Andreas Schmidt (“Sommer vorm Balkon”), der “Tiffanys”-Boss Gurki nicht nur darstellerisch, sondern auch gesangstechnisch perfekt porträtiert. Gewinnt die Story auch erst mit dem erfrischenden Auftritt von Newcomerin Anna Fischer an Fahrt, so wurde das Zeitkolorit der achtziger Jahre doch adäquat eingefangen und der sehr eigene Humor von Heinz Strunk, der in einer Rahmenhandlung sein eigenes Leben kritisch kommentiert, auf den Punkt gebracht. Und so ist dieser Film mehr melancholische Coming-of-Age-Story als Schenkelklopf-Spaß, mehr skurrile Figuren-Schau als Sketchparade. lasso.

Darsteller und Crew

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