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Fish Tank (2009)

Fish Tank Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Fish Tank: Bewegendes Drama der Regisseurin von "Red Road" über eine unangepasste 15-Jährige, deren Leben auf den Kopf gestellt, als ihre Mutter einen neuen Liebhaber mit nach Hause bringt.

Die 15-jährige Mia steckt unentwegt in Schwierigkeiten, wurde von ihrer Schule verwiesen und wird mittlerweile auch von ihren Freunden geschnitten. In diesem brütend heißen Sommer wird die Monotonie unterbrochen, als Mias Mutter unerwartet einen gut aussehenden Mann mit nach Hause bringt: Der Fremde nennt sich Connor und verspricht, dass sich alles ändern und das Leben der Familie mit Liebe erfüllt werden wird.

Die 15-jährige Mia ist sich in ihrem Wohnsilo selbst überlassen. Die Mutter treibt sich besoffen mit Männern rum, ihre kleine Schwester gefällt sich in aufmüpfigen Posen. Inneren Frieden findet Mia nur beim Einüben von Hiphop-Choreographien. Die Monotonie wird unterbrochen, als Mias Mutter unerwartet einen gut aussehenden Mann mit nach Hause bringt: Der Fremde nennt sich Connor und versteht sich auf Anhieb auch mit den Mädchen prächtig. Vor allem Mia scheint ihm ausnehmend gut zu gefallen.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit ihren bisherigen Arbeiten offenbarte sich Andrea Arnold als Ausnahmetalent des britischen Kinos, die einen ungeschönten, unsentimentalen Blick auf den Arbeiteralltag zwischen Müllhalden, Sozialwohnungen und unwirtlichen Betonblocks wirft. Nach ihrem Oscar-prämierten halbstündigen Kurzfilm „Wasp“ überzeugte das intensive Thrillerdrama „Red Road“ mit Fragen nach Schuld und Sühne, das Großbritannien als beängstigenden Überwachungsstaat zeichnet. Noch steigern kann sie ihre inszenatorische Brillanz mit dem Coming-Of-Age-Drama „Fish Tank“, welches die logischen Brüche des Vorgängers vermeidet und ein authentisches Bild der englischen Provinz bietet.

    Die Handkamera bleibt der jungen Protagonistin Mia, gespielt von Arnolds Entdeckung Katie Jarvis, eng an den Fersen, wenn sie sich mit der blonden gleichgültigen Mutter, der nervigen kleinen Schwester und den gleichaltrigen Nachbarsmädchen im Dauerclinch liegt. In ihrer Wut auf die Welt kanonisieren sich allerdings auch Verzweiflung und Frustration, da kein Ausweg aus der sozialen Sackgasse zu führen scheint. Hier baut Arnold eine einfühlsame Beziehung zur durchaus ambivalent gezeichneten Mia auf, zu ihren Gefühlen, Wünschen und Sehnsüchten. Streckenweise bewegt sich die Filmemacherin auf Ken Loachs cineastischem Terrain, wobei es sicherlich keine Zufall ist, dass sie für die Rolle der Männer verschleißenden Mutter Kierston Wareing wählte, die in Loachs „It s a free world“ eine ähnliche Figur verkörperte.

    In Mias Begeisterung für Hip Hop-Beats mit eigener Choreografie mögen Andrea Arnolds Erfahrungen als Ex-Tänzerin eingeflossen sein. Ohnehin spielt Musik eine wichtige dramaturgische Rolle, da Songs die Handlung komplementieren und kommentieren – „California Dreamin“ steht gewissermaßen „Life s A Bitch“ gegenüber. Bei Musik und Tanz finden die fluchende Mia und ihre verhasste, oft betrunkene Mutter gemeinsame Momente der Intimität und unausgesprochenen Kommunikation. Ähnlich doppeldeutig erweist sich die Figur des attraktiven Conner, dem Michael Fassbender eine charismatische Präsenz verleiht. Lange scheint es, als könne er dem Mädchen Halt verleihen und mehr als nur Freundschaft bieten, doch er besitzt ebenso seine Schattenseiten.

    Zunächst muss sich Mia ihre Hörner an der bitteren Wirklichkeit abstoßen, um zu sich selbst zu finden, was Arnold mit geschickt aufgebauter Spannung, exakt beobachteten Details und dichten emotionalen Momenten verfolgt. Ihr zweiter Spielfilm gehört zu den stärksten Jugenddramen, zumal sie ihre Charaktere ernst nimmt, durchaus vorhandene Klischees sowie Sentimentalitäten umschifft und ein glaubwürdiges Porträt eines Mädchens auf dem schwierigen Weg zur Adoleszenz liefert. Am authentischsten wirken die Dialoge natürlich im Original, aber aufgrund des gewohnt rauen Dialekts sind Untertitel durchaus von Nöten.

    Fazit: Meisterhaft inszeniertes, hervorragend gespieltes Jugenddrama um Selbstbestimmung, erste Liebe und enttäuschte Hoffnungen.
  • Mit der aufrüttelnden Geschichte einer 15-Jährigen, die der häuslichen Tristesse im provinziellen Essex entkommen will, beweist Andrea Arnold erneut ihr Händchen für emotionale Realdramen.

    Wie für ihr beeindruckendes Regiedebüt “Red Road” 2006 gewann sie auch in diesem Jahr in Cannes den Jurypreis, wohl nicht zuletzt durch die überragende Performance der Newcomerin Katie Jarvis, die zufällig am Bahnhof des Drehorts entdeckt wurde und die Handlung kraftvoll trägt. Rau und roh bewegt sie sich im Nirwana zwischen Jugend und Erwachsensein, verleiht dem Drama verstörende Authentizität, spielt sich selbst in der Rolle eines sich nach Liebe sehnenden Teenagers, der allerdings jede Annäherung hart zurückweist und zerschlagenes Gefühlsporzellan hinter sich lässt und mit dem Rest der Welt permanent auf Kriegsfuß steht.

    Mia ist ein Mädchen, das aggressiv und gewalttätig auf alle(s) reagiert, sich mit Gleichaltrigen anlegt, ständig Streit mit ihrer Mutter und der kleinen Schwester sucht, mit dem Kopf gegen die Wand rennt. Sie will raus aus den grauen und lauten Wohnwaben ohne Intimität, ein Hip-Hop-Wettbewerb eröffnet ihr die große Chance – glaubt sie wenigstens. Connor (verführerisch: Michael Fassbender), der neue Liebhaber der polygamen Mutter, kümmert sich rührend um die beiden Töchter, organisiert gemeinsame Ausflüge, bestärkt Mia bei ihren Tanzversuchen und sorgt für Selbstbewusstsein, bietet eine starke Schulter. Nächtlicher Sex auf dem Wohnzimmer-Sofa während Muttern ihren Rausch ausschläft, bringt das fragile Familiengefüge vollends in Gefahr und das trotz aller Coolness in Liebesdingen unerfahrene Mädchen in eine zusätzliche Krise.

    Britisches Proletarierelend ist hier kein Grund zu larmoyanter Sozialkritik und mitleidsvollem Blick auf ein dem Mittelschichtspublikum fremdes Universum, sondern Eintauchen in einen Strudel unkontrollierter Gefühle. In bester Ken-Loach- und Mike-Leigh-Tradition erzählt Arnold von sogenannten kleinen Leuten und ihren kleinen Kämpfen um das kleine Glück, vom alltäglichen zähen Ringen um Selbstachtung und Selbstbehauptung. Am Ende lässt sie einen Hauch von Hoffnung – auf ein Stück Identität, ein bisschen Leben und Lieben. Mehr als nur für den Moment. mk.

Darsteller und Crew

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