Entgleist (2005)

Originaltitel: Derailed
Entgleist Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Entgleist: Gut geölter Hochspannungsthriller über einen Anzeigen-Manager, dessen Leben nach einem Seitensprung von einem ruchlosen Verbrecher zur Hölle gemacht wird.

Mehr schlecht als recht leben Charles und Deanne Schine (Clive Owen und Melissa George) eigentlich nur noch deshalb wie richtige Eheleute nebeneinander her, um der gemeinsamen, schwerkranken Tochter nicht das Herz zu brechen. Als Charles ein wenig erotische Ablenkung sucht und bei der geheimnisumwitterten Lucinda (Jennifer Aniston) auch findet, erscheint plötzlich ein Gangster auf der Bildfläche, vergewaltigt Lucinda und weicht dem entsetzten Charles von nun an nicht mehr von der Pelle.

Bilderbuch-Unhold Vincent Cassel stiehlt die Show als charismatischer Wüstling im Noir-Thriller und Hollywood-Debüt des Schweden Mikael Hafström (“Evil”) frei nach einem Bestseller von James Siegel.

Auf dem Weg zur Arbeit nimmt Anzeigen-Agent Charles Schine Blickkontakt mit der verführerischen Lucinda auf. Kurz darauf haben die beiden Sex in einem Hotel in Manhattan – und werden dabei von einem Verbrecher überrascht, der Charles zusammenschlägt, Lucinda vergewaltigt und beide daraufhin erpresst. Weil beide verheiratet sind, ist es ihnen unmöglich, zur Polizei zu gehen. Startschuss für ein Katz-und-Mausspiel, das Charles’ ganze Existenz bedroht.

Eines Tages lernt der brave Familienvater Charles Schine im Zug auf dem Weg zur Arbeit die ebenfalls verheiratete Lucinda kennen. Nach einigen heimlichen Treffen laden die beiden in einem schäbigen Hotelzimmer. Doch kaum haben sie sich die Kleider vom Leib gerissen, platzt plötzlich ein Krimineller herein. Der schlägt Charles brutal zusammen und vergewaltigt Lucinda vor seinen Augen. Wenig später meldet sich der Gangster wieder und verlangt Schweigegeld. Andernfalls würde er Charles’ Familie von dessen Seitensprung berichten.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Einmal dem Fehlläuten der Nachtglocke gefolgt – es ist nicht gutzumachen“ heißt es im alptraumwandlerischen „Landarzt“, aber es ist natürlich vollkommen abwegig, bei einem Film wie diesem Kafka zu zitieren.

    Einmal den Zug verpasst, einmal der falschen Frau gefolgt, einmal den rechten Weg verlassen: und schon steckt man im Schlamassel mit Lüge und Erpressung und Mord. Das ist klassischer Film Noir-Stoff, der ganz normale kleine Mann, der von seinem Gleis abkommt und in den Malstrom von Verführung und Verbrechen gerät. Sogar eine Art Rückblendenstruktur weist der Film auf, ganz dem klassischen Noir-Film verpflichtet. Die bläulich-monochromen, verwaschenen Bilder verweisen auf die Brüchigkeit der Welt, auf die Verunsicherung, in die Charles Schine gerät, als er Lucinda folgt.

    Zwei Themen des amerikanischen Kinos kreuzen sich: Die zunächst nicht ungerechtfertigt erscheinende Strafe für die Unmoral des Ehebruchs schlägt mit brutaler Gewalt ein; und Charles, der Gepeinigte, schlägt zurück; als die Strafe zu heftig wirt, verteidigt er Heim und Familie und darf dabei auch ganz legitim Selbstjustiz anwenden.

    Doch der Film will nicht gelingen, ist als Thriller zu lahm und als Drama zu zahm. Während des Films schon, in Echtzeit sozusagen, werden die Lücken und Fehler des Plots deutlich, das Unwahrscheinliche und das Unplausible: Das fängt damit an, dass der erpresste Ehemann einfach mal 100.000 Dollar vom gemeinsamen Sparkonto abheben kann, ohne dass die Frau es merkt; der Erpresser erschießt auf offener Straße – wenn auch in den Chicagoer Slums – einen Mann, obwohl Diskretion und Deckung die eigentlichen Mittel von Erpressung sind; und Jennifer Aniston ist einfach nicht die Frau, der gegenüber man als Mann alle Selbstkontrolle verliert, einfach weil ihr das Charisma des Verführerischen fehlt.

    Zu Beginn des Films hilft Charles seiner Tochter bei den Hausaufgaben und diktiert in ihr Aufsatzheft: „Der Autor zieht den Leser derart in die Geschichte, dass man nie weiß, was als nächstes geschieht.“ Das ist das Selbstverständnis von Drehbuchautor Stuart Beattie und Regisseur Mikael Håfström für ihren Film; ein Anspruch, den sie nie erreichen.

    Fazit: Lahmer Versuch eines moralischen Thrillers, der nicht funktioniert. Nicht zuletzt deshalb, weil die „überraschende“ Auflösung einem vollkommen egal ist.
  • Ihre erste Verbeugung im Business macht die neu gegründete Weinstein Company mit einem psychologischen Thriller mit Clive Owen und Jennifer Aniston. Als untreue Ehepartner geben sie sich einer verhängnisvollen Affäre hin, die zur Entgleisung ihrer Leben führt.

    Vor und hinter der Kamera wurden für den teils etwas übereifrig geschüttelten cineastischen Cocktail aus Film Noir und Pulp Fiction vielseitiges und internationales Talent versammelt. Als Regisseur tritt der Schwede Mikael Hafstrom (“Evil”) auf, der damit sein Hollywooddebüt absolviert. Er verfilmt die Romanadaption von “Collateral”-Skripter Stuart Beattie, in der sich alle klassischen Noir-Eckpfeiler finden: eine Amour Fou zwischen einer undurchsichtigen Femme Fatale und einem unbedarftem Familienvater, Erpressung durch einen skrupellosen Gangster, ein moralisches Dilemma, Mord, ein hartnäckiger Cop auf Spurensuche und nicht zuletzt viel Regen – passend zur düsteren Atmosphäre. Die optische Tristesse wird in der gedeckten Farbpalette mit schmutzigen Erdtönen fortgesetzt. Kein Wunder, dass auch das Leben des Protagonisten Charles Schine freudlos erscheint: seine Frau und er leben gereizt nebeneinander her, bemüht, für ihre nierenkranke kleine Tochter eine positive Fassade aufrecht zu erhalten. Willkommene Abwechslung ist für Werbefachmann Charles die Zufallsbekanntschaft mit der attraktiven, ebenfalls verheirateten Finanzberaterin Lucinda Harris, die er im Zug zur Arbeit kennen lernt. Nach mehreren Treffen landen sie in einem schäbigen Hotel, doch bevor sie sich “versündigen” können, platzt ein Gangster zur Tür herein, schlägt Charles nieder und vergewaltigt Lucinda. Sie will daraufhin partout nicht zur Polizei gehen, da ihr Mann ihr sonst ihre Tochter wegnehmen könnte. Es kommt noch dicker: Der Gangster (elektrisierend over-the-top: Vincent Cassel) erpresst Charles. Als der sich endlich gegen seinen fiesen Peiniger wehrt, gibt es das kathartische emotionale Pay-Off. Allerdings werden die ohnehin bereits arg strapazierten Gesetze der Glaubwürdigkeit endgültig gebrochen.

    Beide Hauptdarsteller erweisen sich nicht als Optimalbesetzung: “König Arthur” Owen wirkt als Waschlappen-Typ zu farblos und “Good Girl” Aniston mangelt es an Leinwandcharisma. Darunter leidet auch die Chemie zwischen den beiden. Da macht es mehr Spaß, dem cool chargierenden Cassel zuzusehen, wie er sein Opfer mit unglaublicher Dreistigkeit drangsaliert. In Nebenrollen finden sich die Rapper RZA und Xzibit, womit sich die HipHop-Nummern im Soundtrack erklären. Trotz Schwächen wird diese gute alte Moralfabel um die bitteren Konsequenzen von Ehebruch die erhoffen soliden Zahlen einfahren. ara.

Darsteller und Crew

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