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Eine wahre Geschichte - The Straight Story (1999)

Originaltitel: The Straight Story
Eine wahre Geschichte - The Straight Story Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (2)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 0

Filmhandlung und Hintergrund

Eine wahre Geschichte - The Straight Story: Faszinierendes Roadmovie der etwas anderen Art, in der sich ein 73jähriger Mann auf seinem Rasenmäher auf eine sechswöchige Reise begibt.

Als der 73jährige Alvin Straight erfährt, daß sein Bruder, mit dem er seit zehn Jahren kein Wort geredet hat, im 500 Kilometer entfernten Wisconsin einen Schlaganfall erlitten hat, macht sich der gebrechliche Mann auf seinem Rasenmäher auf die Reise. Unterwegs begegnet er zahlreichen ungewöhnlichen Menschen, und Alvin erzählt von seiner Familie und dem Älterwerden.

Auf einem sich schier endlos hinziehenden Teerband kriecht ein kleiner Rasenmäher mit einem ungewöhnlichen, selbstgebauten Anhänger im Schlepptau dahin. Gesteuert wird das Gefährt von einem alten Mann, in seinem Heimatort in Iowa als Sturschädel Alvin Straight bekannt. Sein Ziel: Ein Hunderte von Meilen entferntes Nest in Wisconsin, wo sein kranker Bruder lebt, mit dem er sich endlich auszusöhnen gedenkt. Ein grotesker Plan mit ehrenwertem Ziel, geboren aus Finanznot, Stolz und dem Starrsinn, das Unmögliche wahr machen zu wollen.

Sturkopf Alvin Straight fährt auf seinem Rasenmäher Hunderte von Meilen durch die USA, um sich mit seinem kranken Bruder auszusöhnen. Ungewöhnlich leise Töne von Kult-Regisseur David Lynch, dessen Hauptdarsteller Richard Farnsworth für den Oscar nominiert wurde.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • David Lynch hat seine Drohung wahrgemacht: In der wahren Odyssee des 73jährigen Alvin Straight, der auf seinem Rasenmäher eine sechswöchige Reise antritt, um seinen 500 Kilometer entfernt wohnenden Bruder zu besuchen, erzählt der Meister des Abseitigen tatsächlich eine straight story, eine schnurgerade, bestechend simple Geschichte. Zwar setzt Lynch all seine bekannten Stilmittel ein, doch hier zieht er dem neugierigen Blick hinter die weißen Zäune amerikanischer Familien, den gewohnten bizarren Figuren und dem sublimen Maschinengrollen des Soundtracks die Zähne, wurden in diesem “Mild At Heart” Bedrohung, Aggression und sexuelle Abgründe mit Langsamkeit, Demut und einer seltenen Reife im Geschichtenerzählen ersetzt.

    Einst war dieser Alvin Straight sicherlich “Wild at Heart”, ein Treibauf wie Nicolas Cages Sailor in Lynchs bekanntestem Film. Doch das Alter hat seinen Tribut gefordert, vom jugendlichen Übermut ist nur noch die Erinnerung geblieben, und Gebrechlichkeit bestimmt den Alltagsrhythmus im bescheidenen Heim in Laurens, Iowa, das sich Alvin mit seiner ältesten Tochter, der “langsamen” Rose (Sissy Spacek), teilt. Die alte Rastlosigkeit wird geweckt, als Alvin erfährt, daß sein Bruder im 500 Kilometer entfernten Mt. Zion in Wisconsin einen Schlaganfall erlitten hat. Seit einem Streit vor zehn Jahren haben die beiden kein Wort mehr gesprochen. Alvin will die Sache bereinigen, und begibt sich nach einem Fehlstart auf seinem Rasenmäher der Marke John Deere, Baujahr 1966, auf die Reise durchs amerikanische Heartland und, wie es sich für ein Roadmovie der etwas anderen Art gehört, zu sich selbst.

    Zur stimmigen Countrymusik von Angelo Badalamenti fährt er auf dem lost highway, vorbei an Maisfeldern und Kornfeldern, Ortschaften und Fabriken, und wenn die Kamera sich den Luxus leistet, in den Himmel zu schwenken, ein paar Momente in den Wolken zu verharren und wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurückzukehren, dann hat Alvins Rasenmäher nur wenige Meter mehr zurückgelegt. Das ist komisch, zutiefst anrührend und gehorcht einer ganz eigenen Poesie, in der das Gewöhnliche plötzlich ungeahnte Bedeutung gewinnt. Wenn Alvin von einem Lastwagen überholt und sein Hut weggefegt wird, ist das schon ein richtiges Abenteuer. Wenn ihn Hunderte von Rennradlern passieren, macht Lynch ein surreales, desorientierendes Erlebnis daraus. Eines Abends gesellt sich eine Ausreißerin an Alvins Lagerfeuer, und er erzählt von seiner Familie, so wie er später vom Älterwerden und von seinen Kriegserlebnissen berichten wird. Eine Autofahrerin überfährt vor seinen Augen auf offener Strecke ein Reh – und gesteht aufgelöst, daß ihr das seit Wochen täglich passiert. Als Alvin bei einer Abfahrt die Bremsen versagen und der Rasenmäher auf Tempo 50 beschleunigt, ist das eine Action-Sensation, als würde Michael Bay gleich zehn todbringende Asteroiden auf die Erde schleudern. Nach der Reparatur – ein komischer Höhepunkt – stehen dem Ziel seiner Reise nur noch die Überquerung des Mississippi und die zwei bewegendsten Begegnungen des Filmes im Weg. Zusammengehalten werden die Episoden von bisweilen minutenlangen Kameraschwenks über die Kornkammer Amerikas. Doch “The Straight Story” ist nicht “Der Pferdeflüsterer” und der Effekt nicht romantisierend oder verklärend. Dafür sorgen nicht zuletzt die zahllosen Zitate aus verstörenderen Lynch-Filmen: die brennende Hütte und Kamerafahrt über den Highway-Mittelstreifen aus “Lost Highway”, der Autounfall aus “Wild at Heart”, die weißen Zäune aus “Blue Velvet”, die konstanten Hintergrundgeräusche aus “Eraserhead” – ganz als wollte der Regisseur seine Motive rückwirkend dem Reich des Fantastischen entreißen und in einem wahrhaftigen Kontext ansiedeln, die für ein angenehmes Brodeln unter der versöhnlichen Oberfläche des Films sorgen: Die Welt seiner Alptraumbildern ist real, sagt Lynch, aber es ist auch eine Welt, in der Platz ist für Figuren wie Alvin Straight, einen echten amerikanischen Helden, von Richard Farnsworth in seiner besten Rolle seit “Eine Farm in Montana” ohne Hast und darstellerische Gimmicks auf den Punkt gebracht wird: Sein faltiges, müdes, gescheites Gesicht ist die wahre Attraktion von David Lynchs bestem, kommerziellsten Film, seit er Willem Dafoe die Schädeldecke wegblies: Es ist unmöglich, nicht von dieser geradlinigen, aber niemals glatten Ode an Langsamkeit und Demut ergriffen zu sein. ts.

Darsteller und Crew

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