Eine dunkle Begierde (2011)

Originaltitel: A Dangerous Method
Eine dunkle Begierde Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Eine dunkle Begierde: Keira Knightley geht als schwer gestörte Frau ein Liebesdreieck mit den Psychoanalyse-Pionieren Sigmund Freud (Viggo Mortensen) und C.G. Jung (Michael Fassbender) ein. Thriller-Drama mit SM-Szenen!

Carl Gustav Jung, Leiter einer psychiatrischen Klinik, wendet Sigmund Freuds Psychoanalyse bei seiner Patientin Sabina Spielrein an. Die Frau – schön, aggressiv und gebildet – leidet unter hysterischen Anfällen. Der verheiratete Wissenschaftler verliebt sich in sie und beginnt 1906 aufgrund dieser “therapeutischen Grenzverletzung” mit Freud zu korrespondieren. Die Analyse Spielreins endet, als ihre Beziehung bekannt zu werden droht. Jung lässt die Frau fallen, die daraufhin bei Freud vorspricht, um nun selbst Psychiaterin zu werden.

C.G. Jung verliebt sich in eine seiner Patientinnen und nimmt wegen diese Grenzverletzung Kontakt zu Sigmund Freud auf. Mit bestechend scharfen Bildern fotografiertes Drama von David Cronenberg über die wechselhafte Beziehung zwischen Sigmund Freud und C.G. Jung.

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Kritikerrezensionen

  • Mit einem Film dieser Thematik dürfte man wohl kaum ausgerechnet Regie-Provokateur David Cronenberg in Verbindung bringen, ist man doch vom Meister des Body-Horrors ganz andere Bilder gewohnt. Tatsächlich aber besinnt sich Cronenberg mit „Eine dunkle Begierde“ auf seine Ursprünge, denn schon sein erster Kurzfilm „Transfer“ handelte von einem Psychoanalytiker und seinem Patienten.

    Der oscar-prämierte Drehbuchautor Christopher Hampton („Abbitte“) brachte bereits 2007 diese brisante, aber bislang kaum bekannte Dreiecksgeschichte über die Gründerväter der Psychoanalyse und deren Entzweiung durch die faszinierende Sabina Spielrein unter dem Titel „The Talking Cure“ mit Ralph Fiennes als Jung in London auf die Bühne. Auf Cronenbergs Bitte hin, arbeitete Hampton selbst sein Theaterstück für die Kinoleinwand um.

    Herausgekommen ist ein Werk, mit dem Cronenberg einmal mehr ganz tief hinabsteigt in die menschlichen Abgründe: Unterdrückte Instinkte und Begierden, Wollust und der Drang nach Freiheit stehen dabei gesellschaftlichen Konventionen und sozialen Zwängen gegenüber. Allerdings zeigt Cronenberg diese Abgründe nicht, sondern lässt eher – cronenberg-untypisch – seine Figuren von ihnen erzählen. „Eine dunkle Begierde“ ist also sehr dialoglastig – nein, extrem dialoglastig. So dialoglastig, dass die Kameraführung zu Gunsten des Dialogs vollkommen in den Hintergrund rückt, weil kein Platz mehr ist für innovative Kamerabewegungen. Kameramann Peter Suschitzky treibt lediglich hin und wieder ein kleines Spiel mit der Schärfentiefe: Während einer Unterhaltung befindet sich eine Person im Vordergrund und eine weitere im Hintergrund. Den normalen Gesetzen der Schärfentiefe folgend, dürfte eigentlich nur eine der beiden Personen scharf zu sehen sein. Sie sind es aber beide, ausschließlich der Hintergrund des Hintergrunds ist leicht verschwommen. Das gibt dieser Dialogszene einen leicht unwirklichen Touch, gleichzeitig bietet diese Auflösung aber eine willkommene Abwechslung für den Zuschauer – weil nicht schon wieder mit Hilfe des gängigen Schuss-Gegenschuss-Prinzips aufgelöst wird.

    Die Kamera tritt aber nicht nur allein des Dialogs wegen zurück. Fast schon demütig stellt sie sich einfach hin und guckt – gemeinsam mit dem Zuschauer – den beinahe ausnahmslos grandiosen Schauspielern bei ihrer Arbeit zu: Viggo Mortensen hier ungewohnt ruhig, wenig körperbetont, aber keinesfalls weniger überzeugend, obwohl ihm als einzige Ausdrucksmittel lediglich Stimme und Gesten – allerdings meist in sitzender Position – zur Verfügung stehen. Michael Fassbender als C. G. Jung ist sogar noch ein bisschen beeindruckender: Die gesellschaftlichen Zwänge dieser Zeit macht Fassbender durch Jungs steife Körperhaltung, seinen beinahe krampfhaft aufrechten Gang und die deutlich erzwungene regungslose Mimik für den Zuschauer deutlich spürbar. Es ist faszinierend, Zeuge zu werden, wie Jung dann durch seine Patientin mehr und mehr seine erzwungene Fassung verliert (und sie vor allem für die restliche Dauer des Films nicht mehr wieder erlangen wird), sich seinen niederen Trieben hingibt und sogar die ersten Knöpfe seines Hemdes öffnet. Nicht zu vergessen Vincent Cassel – der hier einmal mehr seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen darf. Dann wäre da noch Keira Knightley: Nun ja, in jedem Fall spielt sie sich einen Wolf – verrenkt und verkrampft ihre dürren Gliedmaßen, schneidet Grimassen und beweist Mut zur Hässlichkeit. Es scheint ganz so, als schiele sie nach einem Oscar. Manch einer mag tief beeindruckt sein, von dieser hemmungslosen Performance, mich hat sie nicht überzeugt. Zweimal versohlt Jung Sabina im Zuge der körperlichen Vereinigung den Hintern. Und es wäre mit Sicherheit interessant gewesen, zu sehen, was Fassbender mit seinem Jung passieren lässt. Fühlt er sich unwohl und tut es nur ihr zu liebe? Ist es die pure Neugier oder befriedigt er doch eigene bislang tief vergrabende Bedürfnisse? Ich kann es Ihnen leider nicht sagen, ich war zu sehr von Knightleys Overacting, dem vorgeschobenen Unterkiefer und ihrem Gestöhne abgelenkt.

    Im Vergleich zu Cronenbergs Sexszenen beispielsweise aus „Crash“ und „A History Of Violence“ sind diese beiden Szenen hier ungemein brav, fast schon langweilig – trotz der sadomasochistischen Komponente. Und mal ehrlich, „Wollust“ ist ein Wort, das man irgendwie nur schwer mit Keira Knightley in Verbindung bringen kann – da hilft es auch nicht, wenn eine ihrer Brustwarzen minutenlang halb aus dem Korsett hervor blitzt. „Wollust“ passt da schon eher zu dem kurzen Moment, in dem sich Vincent Cassel als Otto Groß draußen in der freien Natur mit einer Krankenschwester vergnügt. Während sie von ihm an eine Leiter gepresst wird, schaut sie zwischen zwei Sprossen hindurch, direkt und unverhohlen in die Kamera. So kennen wir David Cronenberg. Bei ihm ist der Zuschauer nie bloß nur Voyeur sondern steckt mittendrin, wenn sich seine Figuren ihren Gelüsten hingeben.

    Fazit: David Cronenberg beleuchtet die Anfänge der Psychoanalyse ohne seine gewohnte Handschrift und ohne zerstörte Körper, dringt aber trotzdem tief hinab in menschliche Abgründe und zeigt beinahe nebenbei, dass es sich bei den bedeutendsten Analytikern des vergangenen Jahrtausends auch nur um Menschen handelt, die mit ihren Egos zu kämpfen haben.
  • Drama über die wechselhafte Beziehung zwischen Sigmund Freud und C.G. Jung und dessen verbotene Liebe zu einer Patientin.

    Der Originaltitel “A Dangerous Method” weist schon auf die in den Anfängen der Psychoanalyse umstrittene Methode von Sigmund Freud und gleichzeitig auf die Gefahr einer Affäre von C.G. Jung hin, die nicht nur die Freundschaft zwischen den Männern gefährdete, sondern auch Jungs Ehe.

    Nach dem Theaterstück “The Talking Cure” von Christopher Hampton, der sich von John Kerrs Studie “A most dangerous Method: The Story of Jung, Freud and Sabina Spielrein” inspirieren ließ, inszeniert David Cronenberg, Meister der sexuellen Obsessionen, einen fulminanten Ritt durch Abgründe und Ambivalenzen von Analytikerseelen. Da ist der knapp 30-jährige aufstrebende C.G. Jung, der seinen Übervater Sigmund Freud verehrt, aber selbst neue Methoden der Heilung entwickeln möchte und bei seiner ersten Patientin 1904 in den Sog einer gefährlichen Sadomaso-Liebe gezogen wird, angestoßen von Patient und Kollege Otto Gross, der sexuelle Freiheit predigt und praktiziert und Jung Hemmungen überwinden lässt. Die hochbegabte und hypersensible Russin Sabina Spielrein, die später selbst Analytikerin wird, verführt Jung, er verliert die Achtung von Freud, da er gegen die elementarste Regel des Arzt-Patienten-Verhältnisses verstoßen hat und sich der “dunklen Begierde” hingibt. Als Jung die Geliebte verlässt, spielt sie Freud gegen ihn aus und studiert beim “Konkurrenten”.

    Cronenberg lässt wenig Emotionen zu und beobachtet seine Figuren und ihre Lebensläufe distanziert wie unter einem Brennglas und zeigt dabei, wie sich die junge Frau nicht nur von ihrer Krankheit befreit, sondern auch von Zwängen der Gesellschaft. Sie ist am Ende die Gewinnerin in der intellektuellen Dreiecksbeziehung, wenn ein in sich zerrissener Jung seine “Neukollegin” um Rat fragt. Exquisite Ausstattung, viel Zeitkolorit und die Kamera von Peter Suschitzky, die eine Atmosphäre der Irritation vermittelt und das Theaterhafte unterstreicht, machen den Film optisch zu einer runden Sache. Im Mittelpunkt stehen geschliffene Gespräche und der tiefgründige Briefaustausch der beiden Psycho-Experten, ein Vergnügen nicht nur für den Verstand. Keira Knightley gerät manchmal an die Grenze zum Overacting und darüber hinaus, was aber aufgefangen wird von Viggo Mortensen als wohl temperiertem Freud und einem sensationell agierenden Michael Fassbender, als Mann, der an den eigenen Widersprüchen und Ansprüchen scheitert. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

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    Anna Karenina-Star Keira Knightley und Kick Ass-Star Chloë Moretz sind gemeinsam in Laggies zu sehen. Einst gefeierter Jungstar, ist Keira Knightley mit ihren 29 Jahren inzwischen eine etablierte Größe in Hollywood und scheut vor schwierigen Rollen, wie in Eine dunkle Begierde, nicht zurück. Gleiches gilt für Chloë Moretz, die mit ihren jugendlichen 17 schon ein alter Hase im Filmbusiness ist und nicht nur als Hit-Girl...

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  • DVD-Neuheiten von Universal im Juni 2012

    Universal Pictures hat ihr DVD-Programm für den Juni 2012 vorgestellt. Dieses umfasst vier aktuelle Filmproduktionen sowie drei TV-Serien.Die beiden ersten Filme erscheinen am 14. Juni 2012. David Cronenbergs Drama “Eine dunkle Begierde” ist mit u.a. Michael Fassbender, Keira Knightley, Viggo Mortensen und Vincent Cassel hochkarätig besetzt. Der Film dreht sich um die Wissenschaftler C.G. Jung und Sigmund Freud...

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