Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern (2014)

Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern: Drama um eine geistig beeinträchtigte junge Frau, die entgegen allen Verboten und Fragen der Moral ihre Sexualität auslebt.

Nachdem ihre Mutter die sedierenden Medikamente abgesetzte hat, entdeckt die 18-jährige Dora die Lust am Trieb und hat völlig naiv Sex mit einem Unbekannten. Heimlich und gegen den Willen der Eltern trifft die geistig Beeinträchtigte sich weiter mit ihm und wird schwanger. Ein Schock, vor allem für die Mutter, die sich vergeblich mithilfe der Reproduktionsmedizin abmüht, ein zweites Kind zu bekommen. Zwischen beiden entsteht ein unterschwelliger Konflikt.

Die geistig beeinträchtigte Dora lebt entgegen allen Verboten und Fragen der Moral ihre Sexualität aus. Frei nach dem Theaterstück von Lukas Bärfuss entwirft Stina Werenfels das eindringliche Porträt einer jungen Frau.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine geistig beeinträchtigte junge Frau lebt entgegen allen Verboten und Fragen der Moral ihre Sexualität aus.

    Trotz Liberalisierung und Sexualisierung, die Frage Sexualität und Fortpflanzung von Behinderten ist immer noch ein Tabu, auch wenn sich zunehmend Filme mit dem schwierigen Sujet auseinandersetzen und locker mit Stereotypen aufräumen. Eine Bresche schlugen der spanische Liebesfilm “Me, too”, in dem der Mann mit Down Syndrom, eine “normale” Frau erobert oder “Be My Baby”, wo eine 18jährige die Familie mit dem Wunsch nach einem Baby schockt. Aber immer herrschte eine bestimmte Zurückhaltung in der Darstellung. Davon will Stina Werenfels nichts wissen, die Kamera ist bei den nicht nur ästhetischen Sexszenen sehr nahe an den Protagonisten. “Scheidenpimmelchen ist schön!” verkündet die geistig beeinträchtigte Dora, die kurz nach ihrem 18. Geburtstag ihrem erwachenden Sexualtrieb folgt und einem Fremden in die Toilette, ihn oral befriedigt und unsanft entjungfert wird. Ohne Wissen der Eltern trifft sie den verantwortungslosen Mann (Lars Eidinger) immer wieder. Es kommt zur ersten Abtreibung, dann zur zweiten Schwangerschaft und letztendlich zur Geburt des Kindes.

    Nach dem Theaterstück von Lukas Bärfuss “Die sexuellen Neurosen unserer Eltern” kümmert sich die Schweizerin nicht um die Frage, was ist moralisch richtig oder falsch, sondern konfrontiert Eltern und Umgebung wie auch den Zuschauer mit dem Recht auf Selbstbestimmung und Sexualität, auch wenn das Verhalten der Heranwachsenden nicht ins üblich Konzept von Schutz und Kontrolle passt und das Familiensystem einer harten Probe unterzieht. Neben dem freiheitlichen Rundumschlag steht als zweite Handlungsebene die diffizile Mutter-Tochter-Beziehung, die Gegenüberstellung von Jungsein mit allen Möglichkeiten und drohender Menopause. Die Ältere (Jenny Schily) hofft mithilfe der Reproduktionsmedizin auf ein zweites, hoffentlich gesundes Kind, neidet der Jüngeren unterschwellig die Fruchtbarkeit und muss Konflikte mit dem Ehemann ausfechten. Die sexuellen und sonstigen Neurosen der Eltern bilden so den Gegensatz zur kindlichen Lust an der Sexualität, die Victoria Schulz überzeugend rüberbringt. Die Offenheit des Films rüttelt an den Vorurteilen gegenüber denen, die “anders” sind und an der für sie diskriminierenden Vorstellung von Normalität, surft nicht auf der Mitleidswelle, sondern macht Mut, nicht nur zur sexuellen Autonomie. mk.

Darsteller und Crew

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