Die Unsichtbare (2011)

Die Unsichtbare Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Unsichtbare: Porträt einer jungen Schauspielstudentin, die für ihre erste große Bühnenrolle an die Grenzen ihrer psychischen Kraft geht.

Einer jungen Schauspielschülerin fehlt die nötige Ausstrahlung, sie gilt bei ihren Lehrern als “unsichtbar”. Nur wenn nachts ihre behinderte Schwester keine Ruhe findet, traut sie sich, bei Gesang, Tanz und Spiel aus sich herauszugehen. Beim Vorsprechen entdeckt ein fanatischer Regisseur ihr Talent hinter der Schüchternheit und gibt ihr die Hauptrolle als Männer verschlingender Vamp, treibt sie psychisch und physisch an ihre Grenzen. Sie streunt mit blonder Perücke wie eine Fremde durch die Stadt, gewinnt an Selbstbewusstsein und taucht gleichzeitig ein in eine Welt der Selbstzerstörung.

Ein Regisseur erkennt das Talent einer verschlossenen Schauspielerin und erweckt dunkle Sehnsüchte in ihr. Porträt einer jungen Schauspielstudentin, die für ihre erste große Bühnenrolle an die Grenzen ihrer psychischen Kraft geht.

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Kritikerrezensionen

  • Die „unsichtbare“ Fine wird auf ihrem Weg in die Sichtbarkeit begleitet. So wie die Schauspielschülerin anfangs noch auf der Bühne untergeht, so soll sie bald atemberaubende Darbietungen bringen.

    Der Film „Die Unsichtbare“ zeigt emotionsgeladene und facettenreiche Bilder aus der Theaterwelt. Mit zahllosen Szenen versuchen sich junge Berliner Schauspielschüler vor Regisseuren und Fachpublikum zu beweisen, in schnellen und pointierten Schnitten sehen wir ihre kurzen Inszenierungen. Immer lauter und immer schriller werden ihre Darbietungen, nur Fine schläft auf der Bühne ein.

    In der ungewöhnlichen Frau sieht Regisseur Friedmann etwas Besonderes und gibt ihr durch seine Besetzung gleichzeitig eine Chance sowie eine Herausforderung. Herausragend ist im Film tatsächlich die schauspielerische Leistung ihrer Darstellerin Stine Fischer Christensen. Ihr gelingt es, den Zuschauer auf mehreren Ebenen in Bann zu ziehen: Sowohl als schüchterne Fine, als forsche Camille und auch in ihrer Entwicklung einer Figur, deren Theaterrolle und deren Rolle im Leben zunehmend kollidieren.

    Als Fine zum ersten Mal im Alltag in Ihre Rolle schlüpft, baut Fine geschickt Camilles Texte in ihr Leben ein. Trockene und derbe Dialoge sind dabei eine Stärke des Drehbuches. Ihrem unverhofftem Date, dem Tunnelbauer Joachim (Ronald Zehrfeld), erzählt sie, dass sie mit vier Jahren von ihrem Vater vergewaltigt wurde. „Manche Eltern kümmern sich gar nicht um ihre Kinder,“ erwidert dieser darauf. Von hier an zieht uns der Film mit zunehmend unbarmherziger Kälte in seinen Bann und auch wir erliegen bald der Faszination Camilles.

    Kulisse für den Film sind düstere Innenräume wie ein mit Neonlicht bestrahlter Probenraum, dunkle U-Bahnschächte und nächtliche Appartements. Im Versuch aus diesen beklemmenden Rahmen zu entkommen lernt Fine, dass sie nicht mit dem Kopf durch die Wand rennen kann. Auch als ihr Joachim eine Flucht ins Ausland anbietet, bleibt diese Möglichkeit ungenutzt. Fine konzentriert sich auf ihren Traum, auf der Bühne zu stehen und überschreitet dabei jegliche Grenzen.

    Fine gibt sich selbst auf, um ihre Rolle zu entwickeln – entgegen dem Rat ihrer Mitschüler. Man möchte sagen, sie lässt sich von ihrem Regisseur prostituieren; sie findet auf diesem Weg jedoch auch auf merkwürdige Weise zu sich selbst. Auch wenn der schauspielerische Prozess stets auch ein Prozess der Selbstfindung ist, so intensiv und kritisch wurde dieser nur selten filmisch beleuchtet. Darren Aronofsky’s „Black Swan“ ist ein Film, der die Thematik ähnlich intensiv aufgreift, doch im Gegensatz zum Konkurrenzdruck zwischen Schauspielerinnen in „Black Swan“ konzentriert sich „Die Unsichtbare“ ganz auf den inneren Konflikt zwischen Darsteller und Rolle. Niemand möchte unsichtbar sein, schon gar keine Schauspielerin. Für Fines Wiedergeburt setzt sie einen selbstzerstörerischen Prozess in Gang und riskiert dabei alles, auch ihre Familie und sich selbst. In „Die Unsichtbare“ kommt dabei die Frage auf, ob die Dinge nicht manchmal so bleiben sollten, wie sie sind, und welchen Preis wir bereit sind, für eine Veränderung zu zahlen.

    Fazit: Ein emotionaler und intensiv gespielter Film voller Überraschungen. Die junge Schauspielschülerin Fine muss über sich selbst hinauswachsen und riskiert dafür eine Gratwanderung zwischen Theaterwelt und realem Leben, deren Grenzen verschwimmen.
  • Porträt einer jungen Schauspielstudentin, die für ihre erste große Bühnenrolle an die Grenzen ihrer psychischen Kraft geht.

    Das Streben nach Perfektion zu verfilmen – nach “Black Swan” liegt die Latte hoch. Davon lässt sich Christian Schwochow nicht einschüchtern, nach seinem Debüterfolg “Novemberkind” geht er das Thema mutig an und setzt auf die traditionelle Karte des fanatischen Regisseurs, der eine junge Schauspielstudentin gnadenlos an die Grenzen und darüber hinaus treibt. Seine Heldin Fine muss mit dem für eine Schauspielerin vernichtenden Urteil leben, nahezu unsichtbar zu sein. Nur wenn ihre geistig behinderte Schwester nachts mit dem Kopf gegen die Wand knallt, bricht sie heraus aus ihrem Kokon und bringt die Kleine mit Gesang, Spiel und Tanz zur Ruhe. Beim Vorsprechen entdeckt ein bekannter Regisseur die Verletzbarkeit und die Abgründe hinter der unauffälligen Fassade und engagiert das schüchterne Mädchen für die Hauptrolle des männermordenden Vamps, für den Sex “wie Kuchenessen ist”. Immer mehr verfällt sie dem Theatermacher und lässt sich manipulieren, streunt mit blonder Perücke durch die Stadt und macht Männer an, gewinnt an Selbstbewusstsein und taucht gleichzeitig ein in eine Welt der Selbstzerstörung.

    Das psychologisch komplizierte Drama spielt vorwiegend in dunklen Räumen und beklemmender Atmosphäre als Spiegelbild innerer Mauern und verbindet zwei Angst besetzte Bereiche, den des Erwachsenwerdens und den des Hungers nach Anerkennung. Dabei werden drei in sich verlorene und bindungsunfähige Individuen zusammen geführt – die sich selbst fremde junge Frau, ein 30Jähriger, den sie in Bann zieht und den besessenen Egomanen, der Schauspieler als seine Geschöpfe betrachtet. Das wäre genug Gefühlsdynamit gewesen für eine runde Geschichte, bei der Leben auf der Bühne und in Wirklichkeit kollidieren. Schwochow packt noch das familiäre Unheil obendrauf, die Verwundungen in der Kindheit, das Alleingelassensein durch eine Mutter, die sich nur um die kranke Schwester kümmert. Das ist manchmal etwas dick aufgetragen, aber Unstimmigkeiten und Klischees werden von einer grandios aufspielenden, von Schuldgefühl, Verantwortungsdruck und Mordlust geplagten Stine Fischer Christensen weggefegt. mk.

Darsteller und Crew

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