Die Schüler der Madame Anne (2014)

Originaltitel: Les héritiers
Die Schüler der Madame Anne Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Schüler der Madame Anne: Feel-Good-Movie um eine engagierte Lehrerin, die ihre Brennpunkt-Klasse zusammenschweißt, indem sie sie mit einem Geschichtsprojekt zu einem nationalen Schülerwettbewerb anmeldet.

Das Gymnasium Léon Blum steht im Pariser Vorort-Bezirk Créteil und damit in einem Bereich, der von den Außenstehenden als problematisch angesehen wird. Die Gemeinde gilt als sozialer Brennpunkt, in dem deren Bewohner vornehmlich ihre persönlichen und kulturellen Differenzen untereinander in Konflikten eskalieren lassen.

In diesem Ambiente soll die Geschichtslehrerin Anne Gueguen (Ariane Ascaride) etwas beibringen und damit ihren Lehrauftrag erfüllen. Sprich, sie soll sich um eine Gruppe von Teenagern kümmern, die durch scheinbar unüberbrückbare Differenzen gespalten ist und sich – auch bedingt durch die Haltung, die ihnen von außen entgegengetragen wird – längst aufgegeben hat. Madame Anne muss ihre schwierigen Schützlingen also zum einen im Zaum halten, ihnen Respekt und Disziplin vermitteln, aber auch ihr Selbstvertrauen stärken, sowie ein offenes Ohr für ihre Probleme haben. Eine ganze Fülle von Aufgaben kommt da auf sie zu, die für sich genommen bereits eine Herausforderung darstellen.

Die ambitionierte Lehrerin will aber noch mehr als das erreichen: Sie will ihren Schülern zeigen, dass sie keinesfalls der hoffnungslose Haufen ohne Zukunft sind, wie so gerne behauptet wird. Deswegen meldet sie sie bei einem angesehenen, landesweiten Wettbewerb an, der von dem Thema „Kinder und Erwachsene im System der nationalsozialistischen Konzentrationslager“ handelt.

Die Klasse ist von dieser Idee zu Beginn wenig begeistert. Doch als sich ein Kontakt zu einem Überlebenden des Holocausts entwickelt und sie sich zunehmend mit dem Thema beschäftigen, öffnen sich die eigentlich schwierigen Jugendlichen und entwickeln ein stärker werdendes Interesse, das auch zuvor zementierte Meinungen auflockert. Der  aufwühlende Besuch in einem Museum trägt ebenfalls dazu bei, dass sich ihre Einstellung zum Leben grundlegend verändert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mischung aus Feel-Good-Movie und Milieustudie über eine Problemklasse, die sich unter ihrer engagierten Lehrerin zu einer Gemeinschaft wandelt.

    Herbert Achternbuschs Satz “Du hast keine Chance, aber nutze sie” gilt oft als Motto für Filme über Kids, die ohne Perspektive plötzlich durch eine Lehrerin oder einen Lehrer den Weg in eine bessere Zukunft finden. Nach diesem Schema nähert sich auch Marie-Castille Mention-Schaar in ihrem dritten Film den Protagonisten und dem Thema. Im Pariser Multi-Kulti-Vorort Créteil haben die Schüler wenig Lust auf Lernen und Schule, nehmen ihr Schicksal als Loser als gegeben hin und rechnen nicht mit dem Abitur. Erst als die engagierte Lehrerin Anne Gueguen die verrufene Klasse des Léon Blum Gymnasiums übernimmt und sich nicht einschüchtern lässt, sie fast gegen ihren Willen zum renommierten “Nationalen Wettbewerb zum Widerstand und Deportation” anmeldet, entwickeln die Jungs und Mädchen bis zum etwas salbungsvollen Finale Selbstbewusstsein und Gemeinschaftsgefühl. Als Identifikationsfiguren dienen gegensätzliche Charaktere wie ein zum Islam konvertierter Fanatiker, der nun gar nicht begreift, warum man sich mit dem Holocaust beschäftigen soll, ein Mädchen, das ihre Ängste mit Aggression überspielt, ein stilles Kerlchen, das sich plötzlich durch Ideen einbringt und ein junger Moslem mit Affinität zum Kino.

    Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, die der Zwölftklässler Ahmed Dramé der Regisseurin als Drehbuchentwurf schickte. Die Struktur erinnert an Laurent Cantets “Die Klasse” (Goldene Palme in Cannes), die Chronik eines Schuljahres mit Jugendliche aus einem Problemviertel, die unter ihrem sanft-zähen Lehrer Erfolge erzielen an Richard La Gravaneses Blick auf den Alltag einer von Gangs bestimmten High School in L.A., wo eine Hilary Swank als Lehrerin durch das titelgebende Projekt “Freedom Writers” aus Krawalltypen Kreative macht. In der französischen Variante zähmt Ariane Ascaride, Lieblingsactrice von Robert Guédiguian, die Widerspenstigen. Schade, dass sie sich von einer durchsetzungsfähigen Pädagogin, die sich nicht provozieren lässt, zu einer etwas tüttelig-versonnen Mentorin wandelt, die ihren Sprösslingen auf die Sprünge hilft. Deren Wandlung verfolgt man gespannt in diesem Optimismus versprühenden Feel-Good-Movie und gleichzeitiger Milieustudie, die auch eine Hommage an die Lehrer ist, die trotz aller Schwierigkeiten nicht aufgeben, an das Gute im Menschen zu glauben. Gut gelungen ist auch die Mischung aus Schauspielern und Nicht-Professionellen. mk.

Darsteller und Crew

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