Die Perlmutterfarbe (2008)

Die Perlmutterfarbe Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (0)
  1. Ø 0
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Die Perlmutterfarbe: Poetischer Reigen nicht nur für Kinder über einen Siebtklässler in den 30er Jahren zwischen Freundschaft und Verrat.

1931 besucht der 13-jährige Alexander (Markus Krojer) die A-Klasse einer Realschule. Der beliebte Schüler hat in Maulwurf (Dominik Nowak) seinen besten Freund. Doch als zufällig dessen neueste Erfindung, die Perlmutterfarbe, in seinen Händen landet, behält sie Alexander für sich. Der hinterhältige Gruber (Benedikt Hösl) nutzt das aus, um zwei Klassen gegeneinander aufzuhetzen. Derweil verstrickt sich Alexander in immer schwerwiegendere Lügen.

Marcus H. Rosenmüller

Der etwas schüchterne Siebtklässler Alexander würde zu gern den Malwettbewerb gewinnen. Da kommt er durch Zufall in den Besitz der so genannten Perlmutterfarbe, einer Erfindung seines besten Freundes Maulwurf. Obwohl kurz darauf überall nach dem Fläschchen mit der Farbe gefahndet wird, rückt Alexander sie nicht heraus. Im Gegenteil, er verstrickt sich in ein Netz von kleinen Notlügen, das letztlich zu einem Kampf zwischen seiner a- und der b-Klasse führt. Erst zum Schluss, als er tatsächlich als Sieger des Wettbewerbs hervorgeht, bringt es Alexander fertig, sein falsches Spiel zu offenbaren.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
1 Stimme
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • In „Die Perlmutterfarbe“ von Regisseur Marcus H. Rosenmüller gibt es ein Wiedersehen mit Markus Krojer, dem Hauptdarsteller aus „Wer früher stirbt, ist länger tot“. Das junge schauspielerische Naturtalent stattet den bayerischen Buben Alexander mit dem gleichen gewitzten Charme aus, mit dem er schon in Rosenmüllers Erstlingsfilm für Aufsehen sorgte. Auch dieser Film des bayerischen Regisseurs spielt in seiner Heimat, das heißt, die Jungen sprechen fast alle Dialekt und nehmen dabei in landesüblicher Manier kein Blatt vor den Mund.

    Die nostalgisch angehauchte Lausbubengeschichte ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Anna Maria Jokl. Die jüdische Schriftstellerin schrieb ihn in den dreißiger Jahren in ihrem Prager Exil, wohin sie 1933 aus Berlin geflohen war. Sie kleidete in die Geschichte über die Rivalität zweier Schulklassen, über Verrat, Gruppenbildung und Mitläufertum ihre Erfahrungen mit dem aufkommenden Nationalsozialismus. Alexander kommt durch einen Windstoß, der einen Besenstiel umstößt, in den Besitz der Perlmutterfarbe seines Mitschülers. Dann läuft sie jedoch aus, und besudelt das wertvolle Buch „Wir sind alle Menschen“, das B-Karlis strengem Vater gehört. Alexander hatte das Buch ohne die Erlaubnis von B-Karli mitgenommen, um daraus einen Chinesen für den Malwettbewerb abzuzeichnen.

    Er versucht nach dem Malheur zwar angestrengt, B-Karli ein anderes Exemplar des Buchs zu besorgen. Doch obwohl er sieht, wie der Junge in falschen Verdacht gerät, sagt er nichts über die Perlmutterfarbe. Der aufkeimende Faschismus wird nicht im Bild gezeigt, sondern nur indirekt mit dieser Schulparabel thematisiert. Rosenmüller begibt sich hier erneut auf eine spannende Reise in die kindliche Erlebniswelt. Die Buben kloppen sich in kurzen Hosen im Schnee, machen in einem aufgelassenen Stahlwerk halsbrecherische Mutproben und plagen sich in den schönsten Mundartsprüchen mit der Frage herum, was Ehrensache im Einzelfall bedeutet.

    Alexander, der eines Tages von der Mutter erfährt, dass sein Vater gar nicht als Schiffskoch in China verschollen ist, hat wie der Junge in „Wer früher stirbt, ist länger tot“ viel Fantasie und steht wie von selbst immer mitten im Trubel. Sein Schwarm Lotte, gespielt von Zoe Mannhardt, ist ein aufgewecktes Mädchen mit eigener Meinung. Es gibt die dicken Zwillinge Hugo und Heini und den berechnenden Gruber. Die Art und Weise, wie Gruber seine schlagkräftige Gang organisiert, mit Drill, Uniform und einer Parole, erinnert an den Jugendfilm „Die Welle“. Newcomer Benedikt Hösl beeindruckt in dieser Rolle.

    Wieder reichert Rosenmüller seinen Film mit einigen skurrilen Gestalten an, wie einem Lehrer, der als Vampir durch einen Kindertraum geistert, oder der hexenhaften Buchhändlerin. Die stimmungsvoll erzählte Geschichte mit ihren pittoresken Bildern ist vielleicht eine Spur zu harmonisch. Markus Krojers Alexander bleibt stets der pure Sympathieträger. Und passt damit in den zwar leicht anarchischen, aber heilen ländlichen Kosmos nach Rosenmüller, wo der gesunde Menschenverstand die Dinge regelt.

    Fazit: Eine weiterer gelungener Lausbubenfilm von Regisseur Marcus H. Rosenmüller vor dem ernsten Hintergrund des Jahres 1931 nach dem gleichnamigen Roman von Anna Maria Jokl.
  • Nach “Schwere Jungs” und “Räuber Kneißl” bearbeitet Marcus H. Rosenmüller erneut einen historischen Stoff und besinnt sich seiner Tugenden aus “Wer früher stirbt ist länger tot”.

    Trotz der immens hohen Schlagzahl – seit 2006 inszeniert er pro Jahr zwei Spielfilme – schafft es Marcus H. Rosenmüller, für viele einer der großen Hoffnungsträger der deutschen Filmlandschaft, mindestens aber der bayerischen, ein gewisses Niveau und Qualität zu halten. Das gilt auch für “Die Perlmutterfarbe”. Für sie hat er seine Jugend-Trilogie, die mit “Beste Zeit” begann, unterbrochen, und mit ihr kehrt er nach dem kommerziell etwas ernüchternden “Räuber Kneißl” zu seinen Anfängen zurück. Denn sein aktuelles Werk hat viel mit dem 1,8-Millionen-Besucher-Hit “Wer früher stirbt ist länger tot” gemein: unter anderem den, erneut großartig aufspielenden Kinderdarsteller Markus Krojer, das Fehlen eines Elternteils, in diesem Fall der Vater, sowie die ebenfalls Rosenmüller-typischen (Alp-)Traumsequenzen, in denen sich das schlechte Gewissen des Protagonisten offenbart. Bei “Die Perlmutterfarbe”, der auf dem gleichnamigen, im Jahr 1931 angesiedelten Roman von Anna Maria Jokl fußt, wird der Siebtklässler Alexander (Krojer) davon geplagt. Der etwas schüchterne Junge würde zu gern den von seiner Schule alljährlich ausgelobten Malwettbewerb gewinnen. Da kommt er durch einen recht kuriosen Zufall in den Besitz der so genannten Perlmutterfarbe, einer Erfindung seines besten Freundes Maulwurf. Obwohl kurz darauf überall nach dem Fläschchen mit der Farbe gefahndet wird, rückt Alexander sie nicht heraus. Im Gegenteil, er verstrickt sich in ein Netz von kleinen Notlügen, das letztlich zu einem erbitterten Kampf zwischen seiner a- und der b-Klasse führt. Erst zum Schluss, als er tatsächlich als Sieger des Wettbewerbs hervorgeht, bringt es Alexander fertig, sein falsches Spiel zu offenbaren.

    Stand bei “Wer früher stirbt ist länger tot” noch der Familienverbund im Vordergrund, so lenkt Rosenmüller dieses Mal die Aufmerksamkeit auf den Klassenverband. Mit viel Liebe zum Detail für Sprache, Kostüm und Ausstattung schildert er die Auseinandersetzung zwischen zwei Banden, die in ihren besten Momenten an Yves Roberts Klassiker “Krieg der Knöpfe” erinnert. Dabei dürfen weder die obligatorische Schneeballschlacht noch das Tauziehen oder waghalsige Mutproben in einer stillgelegten Fabrikhalle fehlen. Letztgenannter Schauplatz eines insolventen Stahlwerks dient zugleich als trauriger aktueller Bezug zur derzeitigen Weltwirtschaftskrise, und auch vor dem aufkeimenden Nationalsozialismus verschließt Rosenmüller nicht die Augen. Da werden Bücher verbrannt, Uniformen angezogen und durch einen Windstoß Hitlers Konterfei, das ein Kalenderblatt im Klassenzimmer ziert, für einen kurzen Augenblick frei gelegt. Dazu packt Rosenmüller noch ein bisschen Magie, verströmt durchs Perlmutt-Fläschchen, eine zarte Liebesgeschichte mit der kessen Zoe Mannhardt aus “Hände weg von Mississippi” und wunderschönen Anekdötchen wie etwa der Versuch, dem von Sigi Zimmerschied gespielten griesgrämigen Konditor mit wenig Taschengeld möglichst viel Torte abzuluchsen. Wer darüber hinaus noch eine exzellente Brigitte Hobmeier, die zuletzt noch als Kneißls Geliebte brillierte, als Alexanders überforderte Mama sehen und die Funktion eines vom Maulwurf konstruierten Lügokraten prüfen will, der ist bei diesem poetischen Reigen um Liebe und Hass, Vertrauen und Verrat, Freundschaft und Versöhnung bestens aufgehoben. lasso.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Die Perlmutterfarbe"

    Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

  • Sky: Die Film-Neustarts dieser Woche

    Das Pay-TV-Unternehmen Sky hat auch diese Woche wieder einige Film-Neustarts zu vermelden, die auf dem Sender Sky Cinema starten. Den Anfang macht am Montag, 26. Juli 2010 um 20.15 Uhr, das Drama “Die Perlmutterfarbe”. Der Film spielt Anfang der 30er-Jahre und dreht sich um den kleinen Alexander, der per Zufall in den Besitz der seltenen Perlmutterfarbe seines Schulkameraden Maulwurf kommt. Weil er sie versehentlich verschüttet...

  • Highlight: Terminänderungen im Juli 2009

    Highlight Video hat die Veröffentlichungstermine ihrer DVD-Neuheiten im Juli 2009 um jeweils eine Woche verschoben. “Die Perlmutterfarbe” und “Effi Briest” werden nun jeweils am 16. Juli 2009 in den Verleih und am 23. Juli 2009 in den Handel kommen. Die Backkatalog-Wiederveröffentlichung “Desperate Measures” erscheintn ebenfalls am 23. Juli 2009. Ab sofort bestellbar: Effi Briest (DVD) bei Amazon bestellen Die Perlmutterfarbe...

  • Highlight: Neuheiten im Juli 2009

    Highlight Video kündigt für Juli 2009 drei neue DVDs im Handel an. Dazu zählen die beiden aktuellen deutschen Kinofilme “Die Perlmutterfarbe” von Regisseur Marcus H. Rosenmüller und Theodor Fontanes Verfilmung “Effi Briest” mit Julia Jentsch. Die Leih-DVDs erscheinen am 9. Juli 2009, die Kauf-DVDs sind ab dem 16. Juli 2009 im Handel erhältlich. Das umfangreiche Bonusmaterial bietet Making-ofs, Deleted Scenes und...

Kommentare

Liebe Nutzer, wir überarbeiten unser Kommentarsystem um es in Zukunft noch nutzerfreundlicher und weiter zugänglich zu machen. Bitte habt noch etwas Geduld mit uns, wir werden es euch dann bald an dieser Stelle zur Verfügung stellen.