Die Päpstin (2009)

Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Päpstin: Historienthriller nach der Bestseller-Vorlage von Donna W. Cross mit einer starken Johanna Wokalek in der Titelrolle.

Im Jahr 814 wird Johanna geboren und lehnt sich bald auf gegen den ihr vorbestimmten und eingeschränkten Weg als Frau. Sie ist davon überzeugt, dass Gott für sie etwas anderes vorgesehen hat. Als junge Frau verliebt sie sich in den Edelmann Gerold. Während er in den Krieg zieht, besinnt sie sich ihrer Bestimmung und tritt unter dem Namen Johannes als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster ein. Sie wird Arzt, geht nach Rom und steigt in der kirchlichen Hierarchie immer weiter auf.

Auf DVD & Blu-ray (2)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sönke Wortmanns Bestsellerverfilmung mit internationaler Starbesetzung und Johanna Wokalek als kraftvolle Frau in finstrer Männerwelt des Mittelalters.

    Dass dieses Historienepos nach allen Querelen und Stolpersteinen überhaupt zustande kam, ist schon ein kleines Wunder. Volker Schlöndorff versuchte über Jahre hinweg, die Literaturverfilmung zu realisieren, die schließlich federführend von Constantin produziert wurde, die richtige Adresse für die Großproduktion. Das öffentliche Lästern des renommierten Regisseurs über den “Amphibienfilm” führte zu seiner Kündigung, John Goodman wollte eigentlich auch nicht mehr, kehrte aber zurück, Johanna Wokalek ersetzte Franka Potente und Sönke Wortmann übernahm beherzt die Regie.

    Er nähert sich vorsichtig, manchmal vielleicht zu vorsichtig dem internationalen Bestseller von Donna Woolfolk Cross, wenn es tief hineingeht ins finstre und dreckige Mittelalter, ins Jahr 815 nach Christi. In ärmlichen Verhältnissen wird Johanna zur Welt gebracht, ein “gesundes und starkes” Mädchen. Gegen den Willen des Vaters, einem religiösen Frömmler, der der heidnischen Mutter den Teufel aus dem Leib prügelt, lernt sie heimlich Lesen, Schreiben und Latein, begeistert den reisenden Lehrer der Domschule durch ihre Klugheit. Sie verlässt die Familie und darf, nachdem sie sogar den ausschweifenden Bischof überzeugt, sich in der Schule weiterbilden. Trotz exzellenter Leistungen leidet sie unter Schikanen, Mädchen gelten als minderwertig und unfähig zur Logik. Wortmann legt den Schwerpunkt auf Kindheit und Jugend, zeigt Stationen eines Lebens auf – sie geht als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster, erlangt Berühmtheit durch ihre Heilkunde, flieht aus Angst vor Entdeckung nach Rom, heilt dort den kranken Papst und steigt in der Hierarchie des Vatikans auf, wird nach dessen Tod durch Vergiftung ohne ihr Wissen zum neuen Pontifex gewählt.

    Gab es sie wirklich diese Frau, die als Papst Johannes Anglicus im 9. Jahrhundert die Geschicke der katholischen Kirche lenkt und Reformen einleitet? Und wenn es sie gab, warum wurde ihr Name aus den Geschichtsbüchern getilgt? Bei der Antwort verlässt sich Wortmann auf die Regeln konventionellen Filmemachens, alles geht solide und trotz aller Blutrünstigkeit etwas blutleer seinen Gang. An Ausstattung und technischem Aufwand wurde nicht gespart, die Kamera verbringt manchmal kleine Wunderwerke, entwirft Bilder wie Gemälde, aber man hätte sich ein letztes Quentchen Mut und Radikalität gewünscht bei dieser Ausnahmepersönlichkeit, von der noch Claudia Roth etwas lernen könnte. Dafür entschädigt bei 70 Sprechrollen ein brillantes Cast: Johanna Wokalek, die als Päpstin ironisch das Argument zerpflückt, bei lernfreudigen Frauen schrumpfe die Gebärmutter und männlichen Überheblichkeitswahn entlarvt, John Goodman sorgt als Papst und lebenslustiger Bonvivant für Lacher, ein nicht alternder David Wenham macht aus ihrem Liebhaber Graf Gerold eine ambivalente Männerfigur, das intrigante Vatikan-Patriarchat ist bis auf wenige Ausnahmen zutiefst verdorben. Ob es nun “Die Päpstin” gab oder nicht, ist egal, auch die Artus-Runde ist nicht verbürgt. Für die fünf Mio. Leser des Buches allein in Deutschland könnte die sich stark an die Vorlage anlehnende Verfilmung mit ihrem Schauwert trotz allem zum “Kinoereignis des Jahres” werden. mk.

Darsteller und Crew

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    "Mehr Feinmechanik"

    Regisseur und Schauspieler Sönke Wortmann im Gespräch über Improvisation, Timing, Geschmacksgrenzen und den hart erarbeiteten Ruf des Deutschen Films.

  • In der Verfilmung des Weltbestsellers "Die Päpstin" besteigt Potente als Mann verkleidet den Heiligen Stuhl. Regie führt Volker Schlöndorff.

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