Die Lady und der Herzog (2001)

Originaltitel: L' anglaise et le duc
Die Lady und der Herzog Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Lady und der Herzog: Period Piece um eine mutige britische Adelige, die zur Zeit der Französischen Revolution die Monarchisten unterstützt.

Die englische Adelige Grace Elliott gerät in die Wirren der Französischen Revolution. Die couragierte Frau versteckt einen monarchistischen Flüchtigen vor seinen Häschern und versucht ihn mit Hilfe ihres früheren Liebhabers und Cousins Ludwig XVI, dem Herzog von Orleans, zu retten. Keine einfache Aufgabe im Herbst 1792, in dem die Guillotine ohne Unterlass arbeitet.

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Kritikerrezensionen

  • Schon vor zehn Jahren stieß Eric Rohmer auf die Memoiren der Engländerin Grace Elliott und ihr Leben in den Stürmen der Französischen Revolution. Aus der monarchistischen Perspektive seiner Heldin schildert er Terror und Niedergang revolutionärer Ideale, was ihm in Frankreich den Tadel der Polemik und politischen Unkorrektheit einbrachte. Aus diesem Grund soll gar das Filmfestival in Cannes das Werk abgelehnt haben.

    Der Altmeister des französischen Films, der in diesem Jahr bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, überrascht mit seinem neuen Period Piece, das relativ wenig mit seinen in literarischer Tradition stehenden Zyklen “Moralische Erzählungen”, “Komödien und Sprichwörter” oder “Vier Jahreszeiten” zu tun hat. Sein Blick in die Geschichte wendet sich zurück in die blutige Zeit der Französischen Revolution, als Aristokraten um ihr Leben fürchteten und die Guillotine ohne Unterlass arbeitete. Rohmers Augenmerk liegt weniger auf den Schwächen des Ancien Régime als auf dem Handeln einer königstreuen, couragierten Frau. Basierend auf Grace Elliotts Memoiren “Journal of My Life During the French Revolution”, die auch die Dialoge prägen, zeichnet er eine Periode des Umbruchs und der Unsicherheit, die Untaten des Mobs, vor allem während des September-Massakers von 1792. Im Mittelpunkt steht die Größe und der Mut der Engländerin in Paris, die einen Flüchtigen vor seinen Häschern versteckt und ihn mit Hilfe ihres früheren Liebhabers und Cousins Ludwig XVI, dem Herzog von Orleans, retten will. In ihrer Naivität und dem fast beiläufigen Durchsetzungsvermögen erinnert sie an Rohmers typische Frauen, während der Herzog durch feiges Taktieren hervortritt. Das etwas konventionell geratene und einiges Wissen voraussetzende Epos wirkt manchmal wie ein Bühnenstück – da läuft wie in einem Sketch der Herzog von einer Tür rein und zur anderen hinaus aus dem Boudoir, parliert man gepflegt bei einem Glas Sherry über politische Ereignisse und darüber, wie die sich als Elite begreifende blaublütige Bagage mit der degoutanten Realität, die da heißt “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit”, umgehen soll. Die Lady aus dem Elfenbeinturm muss sogar mit ansehen, wie Köpfe ihrer Freunde von einer aufgeheizten Menge auf Pfähle gespießt werden, gerät ins Visier von Robespierre und kurzfristig ins Gefängnis. Rohmers dritter Historienfilm nach “Die Marquise von O.” und “Perceval le Gallois” aus den siebziger Jahren ist ein intelligentes Spiel mit der Vergangenheit und individuellen, royalistischen Sichtweisen, die nicht jedem schmecken. Etwas ganz Spezielles ließ sich der Altmeister zur Ausstattung einfallen: Die Schauspieler wurden vor Bluescreen gefilmt, das Paris des 18. Jahrhunderts mit seinen Gebäuden und Straßen in fein säuberlich gemalten Bildern rekonstruiert und dann durch neueste digitale Technik zum Leben erweckt. Rohmers Fan-Gemeinde sollte schon in den Startlöchern stehen. mk.

Darsteller und Crew

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