Die Köchin und der Präsident (2012)

Originaltitel: Les saveurs du Palais
Die Köchin und der Präsident Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Köchin und der Präsident: Die Geschichte einer Annäherung - zwischen einer Köchin und Staatspräsident Francois Mitterand.

Eine Köchin aus der Provinz wird Privatköchin des französischen Präsidenten im Elysee-Palast. Mit charmantem Durchsetzungsvermögen erobert sie ihren Platz in der Männerdomäne und begeistert das Staatsoberhaupt durch unverfälschte Landkost. Nicht selten plaudern die beiden nachts in der Küche über kulinarische Köstlichkeiten. Das bringt Neider auf den Plan, die ihr den Kampf gegen komplizierte Bürokratie und steifes Protokoll erschweren. Sie verliert die Lust und brutzelt lieber ein Jahr auf einer Forschungsstation in der Antarktis.

Eine Landköchin wird in den Elysée-Palast abgestellt und erobert mit ihrer Küche das Vertrauen des Präsidenten. Feinsinnig-charmante Hommage an die französische Esskultur, inspiriert durch eine wahre Geschichte.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der französische Spielfilm "Haute Cuisine" basiert auf der wahren Geschichte von Danièle Delpeuch, der Leibköchin des früheren Präsidenten François Mitterrand. Für wenige Jahre halten mit Hortense Laborie ländliche Gerichte wie zu Großmutters Zeiten Einzug in den Pariser Elysée-Palast. Obwohl Hortense dort nur ein winziges Rädchen im Getriebe ist, setzt die engagierte Frau ihren Kopf durch. Regisseur Christian Vincent ("Quatre étoiles") spielt den Kontrast zwischen der strengen Palasthierarchie und der spontanen, nur dem kulinarischen Genuss verpflichteten Köchin eindrucksvoll aus.

    Das Herz dieses unterhaltsamen Films ist die Schauspielerin Catherine Frot ("Odette Toulemonde"). Mit natürlicher Vornehmheit verkörpert sie eine französische Madame wie aus dem Bilderbuch. Ihre Haltung und Sprache drücken die Erwartung aus, dass man sie respektiert. Hortense geht also nicht ans Telefon, wenn ein unfreundlicher Beamter sie zu sprechen verlangt. Am liebsten möchte sie den weißhaarigen Präsidenten, der im Film keinen Namen hat, jeden Tag fragen, wie ihm der mit Lachs gefüllte Wirsing oder die Rühreier mit Pilzen geschmeckt haben. Der praktisch veranlagten Frau steht der Schmerz ins Gesicht geschrieben, weil sie den Speisesaal nicht betreten darf.

    Bei ihren seltenen Begegnungen vergessen Hortense und der Präsident völlig die Zeit im Gespräch über Kochbücher und regionale Zutaten. Eine leise Melancholie durchzieht die Sehnsucht des alten Mannes nach der Ursprünglichkeit des Landlebens. Denn das Experiment, ein wenig davon in die Staatszentrale einzuschleusen, kann auf Dauer nicht gutgehen. Hortense wird schon bald mit kleinlichen bürokratischen Vorschriften bombardiert, die sich mit ihrer Arbeit nicht vertragen. Um wieder Kraft zu tanken, geht sie zu einer antarktischen Forschungsstation. Szenen von dort nutzt der Film geschickt als weiteren thematischen und atmosphärischen Kontrast.

    Fazit: Der französische Film "Haute Cuisine" ist schon wegen seiner starken Hauptdarstellerin Catherine Frot ein Vergnügen.
  • Charmante Ode an die kulinarische Leidenschaft der Franzosen mit Catherine Frot als unorthodoxe Leibköchin des Präsidenten.

    Speisen wie Gott in Frankreich, das gilt nicht nur für die Haute Volée, sondern selbst für den ganz normalen Handwerker, auch wenn der Präsident der Republik natürlich ein ganz besonderes Privileg genießt, verfügt er doch im Elysée-Palast neben Riesenküche samt Personal noch über eine Privatköchin, die sich mit Inbrunst um seine ganz persönliche Speisekarte kümmert.

    Den Sprung aus der Region Périgord zum Präsidenten in Paris meistert die unkonventionelle Hortense Laborie souverän und erobert mit charmantem Durchsetzungsvermögen ihren Platz in der Männerdomäne, begeistert das Staatsoberhaupt durch unverfälschte Landkost. Nicht selten plaudern die beiden bei einem guten Wein nächtens in der Küche über kulinarische Köstlichkeiten. Das bringt Neider auf den Plan, die der modernen “Du Barry” wegen ihres vermeintlichen Einflusses den Kampf gegen komplizierte Bürokratie und steife Etikette erschweren. Madame verliert die Lust und brutzelt lieber ein Jahr auf einer Forschungsstation in der Antarktis. Und dort erzählt sie am letzten Tag ihres Aufenthalts von ihren Palast-Erfahrungen, die Christian Vincent als packenden Rückblenden auf die Leinwand bringt.

    Das französische Kino feiert die Ess-Kultur in ganz unterschiedlichen Genres von “Hippolytes Fest” über “Couscous mit Fisch” bis hin zu “Kochen ist Chefsache” und dieser Film steuert eine neue Facette bei, Kochen als Chefinnensache im Zentrum der Politik. Die nicht durchgehende sympathisch gezeichnete Hauptfigur orientiert sich locker an der Geschichte von Danièle Delpeuch, Leibköchin von Präsident Mitterrand mit fast romanhaften Zügen. Vincents feinsinnige Hommage an lukullische Leidenschaft verteidigt kraftvoll und mit großer Leichtigkeit französische Lebensart, setzt Kochkunst und Kochlust in stimmungsvolle Bilder um, die Appetit auf Trüffel & Co. machen. Catherine Frot im Netz von Machtkalkül und Hierarchie strahlt als natürliche und eigenwillige Perfektionistin am Herd kühle Eleganz und erfrischende Ehrlichkeit aus. Der richtige Film für cineastische Feinschmecker. mk.

Darsteller und Crew

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