Die Kammer (1996)

Originaltitel: The Chamber
Die Kammer Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Kammer: Entgegen seiner Überzeugungen übernimmt ein Junganwalt die Verteidigung eines rassistischen Mörders. Der Neue von John Grisham.

Der überzeugte Rassist Sam Cayhall sitzt wegen eines dreißig Jahre zurückliegenden Bombenattentats in der Todeszelle. Sein Enkel Adam, ein erfolgreicher Junganwalt, übernimmt entgegen seiner politischen Überzeugung die Verteidigung und fördert nicht nur neue Erkenntnisse, sondern auch manch verschüttet geglaubtes Gefühl in dem Alten zutage.

Mississippi, 1967. Bei einem Bombenanschlag auf eine jüdische Kanzlei sterben zwei Menschen. Der sich anschließende jahrzehntelange Prozeß endet mit dem Todesurteil für das Ku-Klux-Klan-Mitglied Sam Cayhall. Nur der junge Anwalt Adam Hall, Cayhalls Enkel, glaubt an dessen Unschuld und versucht, die Hinrichtung zu verhindern. Doch der starrsinnige Rassist will sich von dem liberalen Juristen nicht helfen lassen. Zudem drängt die Zeit – Adam bleiben nur noch 28 Tage, um eine Aufschiebung der Urteilsvollstreckung zu erwirken…

Seit 30 Jahren sitzt Sam Cayhall in der Todeszelle. Ihm wird zur Last gelegt, ein Bombenattentat aus rassistischen Gründen initiiert zu haben. Jetzt hat der alte Mann nur noch 28 Tage zu leben. Sein Enkel, ein liberaler Anwalt, versucht den Alten zu retten. Doch dieser ist von einer Zusammenarbeit nicht begeistert. John-Grisham-Verfilmung, die weniger Gerichts-Thriller als Generationskonflikt-Drama ist.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • “Dead Man Walking” aus der Sicht von John Grisham: Die fünfte Verfilmung eines Anwalts-Romans des Bestsellerautoren, nur wenige Monate nach Joel Schumachers “Die Jury”, beinhaltet zwar wie seine Vorgänger die Ingredienzen Verschwörung und Mord im tiefen Süden der Vereinigten Staaten, ist aber dennoch weniger stromlinienförmiger Justizthriller als vielmehr passioniertes Familiendrama vor dem Hintergrund einer bevorstehenden Hinrichtung. Gene Hackman liefert eine Galavorstellung als uneinsichtiger Rassist, der 30 Jahre nach einem Bombenattentat auf den Tod in der Gaskammer wartet.

    Regisseur James Foley ist Spezialist für charakterorientierte Ensemblestücke wie “After Dark My Sweet” oder “Glengarry Glen Ross”, in denen seine traurige Helden wie Spielbälle des Fatalismus vergebens gegen ihr Schicksal ankämpfen. Er verzichtet auf die sauberen, bernstein getönten Farben, die beispielsweise Joel Schumachers Grisham-Verfilmungen gerne an den ästhetischen Rand eines Southern-Comforts-Werbeclips rücken. Glanz und Glamour sind seine Sache nicht. Der Regisseur ist an Tiefe interessiert, will unter die Haut seiner Protagonisten und meidet das Manövrieren an allzu geschönten Oberflächen. Seine Bilder sind schlicht, seine Farben ausgewaschen, im Mittelpunkt stehen die Akteure und nicht eine melancholische Vorstellung vom US-Süden, wie es ihn wohl nie gegeben hat. Die karge Schlichtheit von Foleys Arbeit entspricht dem ernsten Thema des Films, an dessen Ausgang schon in der ersten Einstellung von “Die Kammer” wenig Zweifel bestehen kann. Es sind die Momente des unaussprechlichen Verbrechens, ein Bombenattentat auf die vermeintlich leer stehende Kanzlei eines jüdischen Anwalts, der den Mut besaß, schwarze Klienten zu vertreten. Die Kinder des Anwalts sterben, dem Anwalt werden die Beine abgerissen. Über Jahrzehnte hinweg toben die juristischen Grabenkämpfe, bis das Ku-Klux-Klan-Mitglied Sam Cayhall doch zum Tode verurteilt wird, weil sich ein Politiker profilieren will. Die Handlung setzt wenige Tage vor der Hinrichtung ein. Der junge Anwalt Adam Hall übernimmt den aussichtslosen Fall, Cayhalls Leben zu retten. Niemand weiß, daß er der Enkel dieses Mannes ist, dessen blinder Haß nicht nur andere Familien ruiniert hat, sondern auch die eigene: Zutiefst beschämt über die Taten Sams hatte sich sein Sohn, der Vater Adams, das Leben genommen. Die langsame, stückweise Annäherung der beiden grundverschiedenen Männer, die so wenig gemein zu haben scheinen, ist das Kernstück von “Die Kammer”: Adams gleichzeitiger Kampf um diverse Amnestien und verzweifelte Recherchen über den wahren, von diversen Parteien verschleierten Ablauf der Bluttat in den sechziger Jahren bleiben schmackhaftes Dressing, mit dem das “Kammer”-Spiel angereichert wird.

    Anders als “Dead Man Walking” zeigen Foley und sein Drehbuchautor William Goldman wenig Interesse an Spiritualität und der universellen Macht der Vergebung. Ihr Ziel ist es, der Spirale der Gewalt bis an die Wurzeln zu folgen. Die Spannung des bewegenden, recht komplexen, politisch bisweilen aber auch fadenscheinigen Dramas besteht nicht darin, ob Cayhall nun hingerichtet wird oder nicht, sondern ob dem erschreckenden Todeskreis im Süden ein Ende gesetzt werden kann.

    In der Rolle des Klan-Fußsoldaten Cayhall leistet Gene Hackman Unglaubliches: Hager und aschfahl ist sein gepeinigtes Gesicht, das sofort jede Aufmerksamkeit auf sich zieht, erschütternd die Intensität, mit der er diesem Bauern mit falsch verstandener Loyalität Kontur verleiht. Daß der lange nicht so versierte Jungstar Chris O’Donnell in seiner ersten Hauptrolle nicht von Hackman von der Leinwand geblasen wird, mag Zeugnis für dessen Präsenz sein. Jedenfalls schneidet er wesentlich besser ab als Faye Dunaway in der Rolle einer verblühenden Southern Belle, die geradewegs einem Tennessee-Williams-Workshop entprungen zu sein scheint. Ihr Auftritt trifft den einzig falschen Ton in diesem Diskurs über Verantwortung, Schuld und Sühne, der mehr berührt, als man es von einem Grisham-Stoff erwarten würde. ts.

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