Die große Reise (2004)

Originaltitel: Le grand voyage
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (0)
  1. Ø 0

Filmhandlung und Hintergrund

Die große Reise: Mischung aus Roadmovie, Kammerspiel und Vater-Sohn-Drama vor dem Hintergrund der weiten Landschaften des Balkans und des Nahen Ostens.

Der in Frankreich aufgewachsene Réda (Nicolas Cazalé) ist nicht gerade begeistert, als ihn sein konservativer und streng gläubiger Vater (Mohamed Majd) auffordert, ihn auf der Pilgerreise nach Mekka zu begleiten. Nun liegen 5.000 Kilometer Fahrtstrecke in einem zu allem Überfluss lächerlich angemalten Kleinwagen vor den beiden Männern, die sich so wenig zu sagen haben. Dann aber kommen sich die Generationen durch gemeinsame Abenteuer doch näher.

Der Marokkaner Ismaël Ferroukhi, der selbst in Frankreich aufgewachsen ist, weiß, wovon er in seinem ersten Spielfilm und Roadmovie mit Toleranzmessage berichtet. Er selbst hat eine Tour wie diese erlebt.

Der junge Franzose Réda, Sohn marokkanischer Einwanderer, steht kurz vor dem Abitur, als sein Vater von ihm verlangt, dass er ihn auf der traditionellen Pilgerreise nach Mekka begleitet. Ein Flug kommt für den alten Mann nicht in Frage – Réda soll ihn mit dem Auto fahren. Nur langsam überwinden der gläubige Muslim und der in Frankreich aufgewachsene Sohn auf der Reise die kulturelle Kluft zwischen ihnen.

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Religions- und Generationenkonflikt: Auf der traditionellen Pilgerreise nach Mekka entwickelt ein in Frankreich aufgewachsener und westlich orientierter junger Mann Verständnis für seinen gläubigen Moslem-Vater.

    Der Graben zwischen dem Sohn marokkanischer Einwanderer und seinem betagten Vater könnte größer nicht sein. Réda, der mit Religion nichts am Hut hat, steht kurz vor dem Abitur, flirtet mit seiner Freundin und fühlt sich als Franzose. Sein Vater verlangt, dass er ihn mit rostigen Peugeot nach Mekka chauffiert. Während der abenteuerlichen Fahrt über 5000 Kilometer durch die weiten Landschaften von Italien, dem Balkan und die Türkei bis Saudi-Arabien kommt es zur offenen Konfrontation zwischen zwei Lebensentwürfen und Kulturen. Der autoritäre Alte, der sich weigert, die Sprache des Gastlandes zu sprechen, wirft das Handy des Jungen weg und zwingt ihn unmerklich, sein Verhaltensmuster und seine Haltung zum Leben zu überprüfen. Die Kommunikation läuft über karge Dialoge und tiefes Schweigen.

    Der Weg ist das Ziel. Ismael Ferroukhi, in Marokko geboren und seit seinem dritten Lebensjahr in Frankreich ansässig, erzählt eine einfache Geschichte vom Machtkampf zwischen Vater und Sohn, vom beiderseitigen Lernprozess. Neben der gesellschaftlichen zeigt der Film auch die private Dimension auf, stellt Fragen nach der Zerrissenheit in Herkunft, Sprache und Kultur. Die Hadsch als Selbstfindung. Auf der einen Seite der Sohn, für den Integration Verleugnung und Distanzierung seiner Herkunft bedeuten, auf der anderen der aus seinen Wurzeln Kraft schöpfende Vater, der sich fremden Einflüssen verweigert. Ferroukhi verzichtet bewusst auf Vorgeschichte und Psychologie der Figuren, fokussiert sich auf das Wesentliche, den Identitätskomplex. Ganz nebenbei versucht er auf dieser inneren und äußeren Reise, das durch fundamentalistischen Terror beschädigte Image des Islam zu relativieren. Ein Plädoyer für Toleranz und Differenzierung in Zeiten, wo Extremisten Religion für ihre politischen Ziele missbrauchen. Zum ersten Mal durfte übrigens ein Spielfilm im Schatten der Kabaa gedreht werden. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Die London Times ihre 100 besten Filme der Nullerjahre gelistet: Platz 1 für Michael Hanekes "Caché", bester deutscher Film ist "Das Leben der Anderen".

Bilder

Kommentare