Die geliebten Schwestern (2013)

Die geliebten Schwestern Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (6)
  1. Ø 2.3
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Die geliebten Schwestern: Drama um die Ménage-à-trois von Friedrich Schiller und den Schwestern Caroline und Charlotte.

Friedrich Schiller müsste eigentlich jedem Deutschen ein Begriff sein. Der Dichter und Autor gilt als einer der wichtigsten Landesvertreter und seine Werke sind immer Bestandteil des Deutschunterrichts. Doch was Friedrich Schiller so im Privaten trieb, ist abseits von Biographien, Lehrbüchern und Dokumentationen kaum bebildert worden. Und so widmet sich \\\”Die geliebten Schwestern\\\” einem Abschnitt aus dem Leben von Friedrich Schiller, welches Ende des 18. Jahrhunderts angesiedelt ist. Eines Tages begegnet der Dichter (gespielt von Florian Stetter) den beiden Schwestern Caroline von Beulwitz (Hannah Herzsprung) und Charlotte von Lengefeld (Henriette Confurius), die ein Herz und eine Seele und somit unzertrennlich sind. Während Caroline unglücklich verheiratet ist, nähert sich Charlotte dem Dichter an und träumt von ihm als Ehemann. Doch Friedrich Schiller ist in beide Schwestern vernarrt und hat wenig Lust, sich auf eine Frau festzulegen. Das Trauerspiel nimmt seinen Gang... Dominik Graf gilt als einer der wichtigsten deutschen Filmemacher, der mit \\\”Im Angesicht des Verbrechens\\\” eine wichtige deutsche Serie schuf. Kein Wunder also, dass er sich diesem Stück deutscher Geschichte annahm und mit \\\”Die geliebten Schwestern\\\” einen wichtigen Film inszenierte. Das Drehbuch stammt im Übrigen ebenfalls von ihm. Die Handlung des Films ist allerdings nicht historisch belegt, da die Schwester Caroline kurz vor ihrem Tod alle Briefe, die sie mit Friedrich Schiller ausgetauscht hat, vernichtet hat. Lediglich eine kleine Notiz blieb erhalten, durch welche über ein Verhältnis zumindest spekuliert wurde. \\\”Die geliebten Schwestern\\\” lief im Wettbewerb der Berlinale und sollte eigentlich für Deutschland ins Oscar-Rennen gehen, wurde aber letztlich nicht nominiert.

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Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das im ausgehenden 18. Jahrhundert angesiedelte Drama "Die geliebten Schwestern" spürt der innigen Beziehung Friedrich Schillers zu seiner Frau Charlotte und seiner Schwägerin Caroline nach. Allgemein wird angenommen, dass die Freundschaft des Dichters mit der verheirateten Caroline nicht nur platonisch blieb. Regisseur und Drehbuchautor Dominik Graf ("Der Rote Kakadu", "Im Angesicht des Verbrechens") webt aus historischen Fakten und sinnlichen Spekulationen ein flirrend leichtes Porträt einer Epoche im Aufbruch.

    Über Schillers Ideen und Arbeit erfährt man hier jedoch nicht viel. Denn es geht weniger um den Dichter und Philosophen, der etwas blass gezeichnet bleibt, als um die beiden Frauen. Aus verarmtem Adel stammend, sind sie auf gute Partien angewiesen. Um die Mutter (Claudia Messner) und Charlotte abzusichern, hat Caroline einen Mann geheiratet, den sie nicht liebt. Der Sommer mit Schiller und Charlotte lässt sie wieder Glück erleben. Aber „die Utopie einer Liebe zu dritt", wie Graf diese Beziehung nennt, führt die Beteiligten in Turbulenzen, Streit und Eifersucht. Mit ihrem Freiheitsdrang, ihrer schriftstellerischen Tätigkeit und ihrem Mut zu außerehelichen Verbindungen ist Caroline ihrer Zeit weit voraus. Hannah Herzsprung spielt sie als intelligente Frau mit einem wilden Herzen. Die schöne Charlotte hingegen bekommt weniger Gelegenheit, ihre Rolle als empfindsame, nachdenkliche Frau auszubauen.

    Die Inszenierung gleicht einem Schmetterling, der von Blüte zu Blüte taumelt. Der Schönheit der Sprache wird unter anderem auch durch den ausgiebigen Briefwechsel der drei Verliebten gehuldigt. Der stets leicht belustigte Erzählton lässt glauben, dass die beiden Schwestern die gesellschaftlichen Zwänge ironisch durchschauten. Oft wirken die Bilder wie eine halb teilnehmende, halb distanzierte Hommage an die naive alte Zeit. Der frisch hingetupfte Stil aber geht auf Kosten der emotionalen Tiefe. Die Figuren gleichen verkleideten Menschen von heute, die Vergangenheit spielen, einfach weil es so viel Spaß macht.

    Fazit: Der beschwingte, unterhaltsame Kostümfilm "Die geliebten Schwestern" über Schillers Dreiecksbeziehung mit Frau und Schwägerin spürt der beseelten Aufbruchstimmung jener Epoche in fröhlichen Bildern nach.
  • Sturm und Drang ist 1788 in Rudolstadt angesagt. Friedrich Schiller und zwei mittellose Schwestern leben in einer Ménage-à-trois. Die unglücklich verheiratete Caroline von Beulwitz und die schüchterne Charlotte von Lengefeld folgen ihrem Schwur, alles miteinander zu teilen, auch den berühmten Autor. Charlotte ehelicht ihn, damit ihre Dreiecksbeziehung unter dem Deckmantel der Konvention fortgesetzt werden kann. Caroline, deren Roman Schiller anonym publiziert, verlässt ihren Gatten. Als sie schwanger wird, zerbricht das fragile Gleichgewicht des Liebesdreiecks. Stilvoll, dialogstark und mit einem überzeugenden Hauptdarstellertrio (Hanna Herzsprung, Florian Stetter und Henriette Confurius) stellt Dominik Graf die ewig aktuelle Frage: Kann man eine ungewöhnliche Liebe leben? Das kulturelle Zentrum Weimar, die Entwicklung des Buchdrucks und die Französische Revolution liefern den Hintergrund einer leidenschaftlichen amour fou. Großes Kino der Gefühle.

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